15.07.2019 - 15:33 Uhr
MitterteichOberpfalz

Entschleunigen mit Willy Astor

Willy Astor versteht es, Wort- und Satzteile brillant neu zusammenzufügen oder sie umzuzimmern, um damit auch den Sinn zu verdrehen. Damit begeistert er sein Publikum. Dass der Künstler aber auch anders kann, zeigt er in Mitterteich.

von Werner RoblProfil

Geplant war der Auftritt Willy Astors und seiner Freunden ursprünglich als Open Air der Gesellschaft „Steinwaldia“, für das man sich die Burgruine Weißenstein ausgesucht hatte. Schuld war die Wetterlage, dass daraus dann doch nichts wurde. Das Konzert wurde in die bereits vorher gebuchte Mehrzweckhalle nach Mitterteich verlegt. Für Weißenstein-Atmosphäre sorgten jetzt – statt der Granitfelsen zum Anfassen – großformatige Bilder nur zum Anschauen neben der Bühne, wo Willy Astor nach und nach mit seinen „Sounds of Islands“ begeisterte. Ruhige Stücke, die bezauberten.

Der Gitarrist und Komponist Willy Astor schuf mit "Sound of Islands” ein bunt gefächertes Reich vieler melodischer Klanginseln, die zum Zuhören und zum Entschleunigen einluden. Unterstützt wurde Willy Astor dabei von seinen Freunden Ferdi Kirner (Gitarre), Nick Flade (Klavier, Bass und Keyboard) und Marcio Tubino (Percussion, Saxofon), die nach und nach auf die Bühne traten, um gemeinsam mit ihm das fehlende Sommerlicht, die frische Luft draußen und das nicht vorhandene Flair der Steinwald-Burgruine rasch vergessen zu lassen. Die etwas andere Seite, die der meist vorlaute Münchner auf den gut gestimmten Saiten präsentierte, war ein Beweis, dass er mehr kann, als „nur“ Wortspiele zu erfinden und seinen Hang zum Dialog mit dem Publikum auszuleben.

Das Gitarrespielen brachte er sich selber bei. Auf der Bühne bildete er mit dem Instrument eine Einheit. Damit sorgte der Künstler – außer in den Erzählpausen, die er gezielt nutzte, um dann herumzualbern – für aufmerksame Stille in den Stuhlreihen und auf den Treppen der Galerie. „Sounds of Islands“ wurde zu einer sagenhaften, unbeschreiblichen Wellness-Weltreise, die in ferne Kulturen, tiefenentspannt aber auch in bekannte Gefilde führte. Publikumsnah zeigte sich Astor in der Pause, die man für ein schnelles Kennenlernen nutzte. „Schön dass Sie gekommen sind“, schüttelte er viele Hände. Fleißig signierte er die gekauften CDs oder die bereitliegenden Autogrammkarten, um dann in den zweiten Teil beziehungsweise in eine klangreiche Fortsetzungsfahrt rund um den Erdball einzutauchen.

Für ein Doppelkonzert sorgte die Inklusionsband der Marktredwitzer Werkstätten für Behinderte, "Funkenstein Project", die die „Steinwaldia“ ebenfalls gewinnen konnte, um "vorzuheizen", sprich die Zuhörer in Stimmung zu bringen. Versorgt wurden die Gäste von den Mitgliedern der Pullenreuther Gesellschaft „Steinwaldia“ draußen im Foyer. In den Garagen blieben die Pendelbusse, die man für den Ausflug hinauf zum Weißenstein organisiert hatte, um die vielen Besucher bequem hinaufzutransportieren.

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