06.02.2020 - 14:30 Uhr
MitterteichOberpfalz

Fachkräftemangel und Probleme mit Kassen

Mitglieder des SPD-Ortsvereins Mitterteich erhalten Einblicke ins Phönix-Senioren- und Pflegezentrum.

Eine SPD-Delegation um Bürgermeisterkandidat Johann Brandl (Siebter von links) und Landratskandidat Thomas Döhler (Fünfter von links) besuchte das Phönix-Senioren- und Pflegezentrum in Mitterteich. Einrichtungsleiterin Mihaela Rupp (Fünfte von rechts) lieferte umfassende Informationen.
von Josef RosnerProfil

Nahezu voll belegt ist das zur französischen Korian-Gruppe gehörende Phönix-Senioren- und Pflegezentrum, wie jetzt eine Delegation des SPD-Ortsvereins bei einem Besuch erfuhr. Einrichtungsleiterin Mihaela Rupp berichtete, dass aktuell 110 Bewohner im Haus untergebracht sind. Beschäftigt sind 98 Mitarbeiter, darunter 12 Auszubildende. Nur in der Geronto-Abteilung stehen noch 2 von 24 Plätzen zur Verfügung.

"Die Angehörigen unserer Senioren werden zunehmend unzufrieden mit der Politik", berichtete Mihaela Rupp. Und viele Senioren verstünden nicht, dass sie auf staatliche Hilfe angewiesen seien, obwohl sie ein ganzes Leben lang gearbeitet hätten. Diese Unterstützung werde oftmals auch gar nicht gewollt.

Problematisch sei, dass sich Krankenkassen für viele Leistungen nicht mehr zuständig fühlten. Hinzu komme der Fachkräftemangel und der Personalmangel im Allgemeinen. Auszubildende würden dringend gesucht, so Rupp. In diesem Jahr habe sie noch keine einzige Bewerbung erhalten. Gleichzeitig gebe es viele Anfragen nach einem Platz im Haus Phönix. "Wir führen schon gar keine Reservierungsliste mehr", sagte Rupp. Von den 110 Bewohnern komme etwa die Hälfte aus Mitterteich, die anderen stammten aus der näheren und auch weiteren Umgebung.

Auf die Frage von SPD-Bürgermeisterkandidat Johann Brandl nach der Tagespflege informierte Mihaela Rupp, dass es mit der bestehenden Immobilie fast keine Chance gebe, so etwas anzubieten. Zudem fehle dafür auch das Personal. Rupp bedauerte, dass in Deutschland Pflegeberufe oft in einem schlechten Licht dargestellt würden. Zudem sei die Bezahlung von Pflegekräften verbesserungswürdig. Johann Brandl sah die große Politik in der Pflicht, endlich mehr für die Senioren zu tun, deren Anteil in der Bevölkerung weiter steigen werde.

Erfreut teilte Mihaela Rupp abschließend mit, dass ihr Team auch von ehrenamtlichen Kräften Unterstützung bei der Arbeit mit den Senioren bekomme. Ein besonderer Dank galt Schulen und Kinderhäusern, die immer wieder mal vorbeischauten und so auch Leben ins Haus brächten.

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