06.01.2020 - 15:22 Uhr
MitterteichOberpfalz

Fachkräftemangel schmerzt auch Rettungsdienst

Seit vier Jahren ist die BRK-Rettungswache jetzt in Mitterteich beheimatet. Dass sich die Einrichtung bewährt hat, verrät ein Blick auf die Statistik. Im vergangenen Jahr wurde die Rettungswache zu rund 3000 Einsätzen gerufen.

SPD-Mandatsträger besuchten die BRK-Rettungswache Mitterteich und informierten sich über den aktuellen Stand. Mit dabei waren (von links) BRK-Rettungsdienstleiter Klaus Dvorak, BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl, Verena Grötsch, Rettungssanitäter Christian Hofmann, Johanna Grötsch, Rettungssanitäter Matthias Wagner, Wachleiter Raimund Köstler, MdB Uli Grötsch, MdL Annette Karl, sowie die Stadträte Johann Brandl, Gerhard Greim und Manfred Sommer.
von Josef RosnerProfil

Bei den Einsätzen legten die Helfer insgesamt rund 110 000 Kilometer zurück. Dienst leisten in der Rettungswache 16 Mitarbeiter und drei Auszubildende, dazu kommen noch 18 ehrenamtliche Kräfte, informierte Wachleiter Raimund Köstler die SPD-Mandatsträger bei ihrem Besuch .

BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl dankte eingangs für den Besuch, der gerade in nicht leichten Zeiten den Rettungskräften gut tut. Bundestagsabgeordneter und Bayerns SPD-Generalsekretär Uli Grötsch nannte die Gewalt gegenüber Einsatzkräften ein Thema, das uns alle betroffen macht. Mit ihrem Besuch wollen die SPD-Politiker den Rettungskräften ihre Solidarität zeigen, schließlich betrifft das Thema Rettung alle Menschen. Landtagsabgeordnete Annette Karl dankte den Rettungskräften für ihre Arbeit vor Ort, "sie schenken mit ihrem Einsatz und Tun den Menschen ein Stück Sicherheit".

"Die Zusammenarbeit mit den Tschechen ist so gut wie noch nie", berichtete Holger Schedl über die Kontakte der Rettungsleitstellen in Weiden mit den Nachbarn in Karlsbad und Pilsen. Durch ein eigens herausgegebenes zweisprachiges Wörterbuch gebe es auch keine Sprachprobleme. BRK-Rettungsdienstleiter Klaus Dvorak hob die große Verantwortung seiner Mitarbeiter hervor, die dem Patienten zugute kommt. Im Übrigen sieht er seine Mitarbeiter bestens ausgebildet bei den vielen Einsätzen.

Hoher Stellenwert

SPD-Ortsvorsitzender Johann Brandl wollte wissen, ob sich der Rettungsstandort Mitterteich bewährt habe, was die Verantwortlichen der Roten Kreuzes ausdrücklich bestätigten. Holger Schedl sprach den Fachkräftemangel an, der mehr und mehr auch beim Rettungsdienst übergreift. Dabei machte er deutlich, dass das Rote Kreuz nicht nur aus dem Rettungsdienst bestehe, sondern in allen 26 Landkreiskommunen vor Ort vertreten sei. Die ehrenamtliche Arbeit sei nicht hoch genug einzuschätzen, betonte Schedl. Freilich müsse gerade in ländlichen Strukturen die Arbeit der Hauptberuflichen und den Ehrenamtlichen ineinandergreifen. Uli Grötsch betonte, dass die SPD hinter der Arbeit der Rettungskräfte stehe. Annette Karl wusste von parteiübergreifenden Gesprächen, dass die Arbeit der Rettungskräfte und des Roten Kreuz einen hohen Stellenwert genießt. Sie betonte, "der Rettungsdienst muss nicht nur in München funktionieren, sondern auch und gerade in ländlichen Regionen".

Krankenhausstruktur wichtig

Klaus Dvorak wusste, dass 20 Prozent aller Einsätze im Landkreis von Ehrenamtlichen geleistet werden. Seine weitere Bitte an die Politik galt der Beibehaltung der Krankenhausstrukturen, diese sei vor allem für den ländlichen Raum sehr wichtig. Annette Karl pflichtete ihm bei und nannte vor allem die Grundversorgung der Menschen vor Ort wichtig. Johann Brandl machte seine Ängste um den Erhalt der Krankenhäuser in Region deutlich, "wir brauchen weiter eine ärztliche Grundversorgung in den ländlichen Regionen". Mit einem Rundgang endete der Besuch.

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