11.08.2019 - 16:28 Uhr
MitterteichOberpfalz

Familienbetrieb mit Zukunft

Bei manchen Einsätzen der Feuerwehr geht es durchaus entspannt zu. Dazu gehörte ein Besuch der Schreinerei Weiß sowie des Schreinereimusems.

Die Führungsdienstgrade des Kreisfeuerwehrverbandes Tirschenreuth besichtigten die Schreinerei Weiß im Industriegebiet Birkigt. Seniorchef Otto Weiß (Dritter von rechts), selber jahrzehntelang aktiver Feuerwehrmann, führte durch den Betrieb und erläuterte die einzelnen Maschinen. Hier zeigt er gerade eine künftige Tischplatte aus Eiche. Mit dabei Kreisbrandrat Andreas Wührl (Dritter von links) und Bürgermeister Roland Grillmeier (Vierter von links).
von Josef RosnerProfil

Viel Geschichtsträchtiges, aber auch einen modernen Handwerksbetrieb erlebten die Führungsdienstgrade des Kreisfeuerwehrverbandes. Unter Leitung von Kreisbrandrat Andreas Wührl wurde die Schreinerei Weiß im Industriegebiet Birkigt besichtigt.

Der Seniorchef und Gründer der Schreinerei, Otto Weiß, führte die obersten Brandschützer des Landkreises durch den innovativen Betrieb. Nach der Besichtigung gab es einen Zeitensprung um rund 200 Jahre zurück, als das Schreinereimuseum besichtigt wurde. Dazu gekommen waren auch die ehemaligen Kreisbrandmeister und Inspektoren des Landkreises.

Otto Weiß war ganz in seinem Element, als er die Führungsdienstgrade im Betrieb willkommen hieß. Ausführlich stellte er beim Rundgang jede der aufgebauten Maschinen vor. Die Schreinerei Weiß hatte der Seniorchef 1972 gegründet, vor fünf Jahren erfolgte der Umzug des modernen Betriebs ins Industriegebiet Birkigt. Beschäftigt sind 23 Mitarbeiter, wobei rund ein Viertel davon die Ausbildung in der Schreinerei Weiß machte und dann auch übernommen wurde. Stolz verkündete Otto Weiß, dass sein Sohn Helmut das Unternehmen führt und in den Startlöchern bereits Enkel Maximilian steht, der jüngst erfolgreich seinen Gesellenabschluss machte (wir berichteten). Ab 1. September wird er in den Betrieb mit einsteigen.

Kunden auch im Ausland

Das Unternehmen hat sich auf Möbelschreinerei spezialisiert. Maßgeschneiderte Küchen werden geplant, umgesetzt und deutschlandweit verkauft. Sechs Fahrzeuge sorgen für den Transport zu den Wohnungen der Kunden, die auch im benachbarten Ausland leben. Beim Rundgang fielen Kreisbrandmeister Andreas Wührl sofort die Sicherheitsbestimmungen auf. Überall sind Feuerlöscher angebracht, Fluchtwege sind gekennzeichnet. "Es passt", sagte Wührl, der als Kreisbrandrat auch für die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen in den Betrieben mit verantwortlich ist.

Beeindruckt waren die Brandschützer von den hochmodernen Maschinen, die zum Teil computergesteuert arbeiten. CNC-Maschinen sorgen für eine punktgenaue Arbeit. "Unsere jungen Mitarbeiter kennen sich an den Maschinen besser aus als ich", musste Otto Weiß als Seniorchef zugeben. Selbstverständlich sind heute digitalisierte Kreissägen, die auf den zehntel Millimeter genau arbeiten. Nach dem Schnelldurchlauf durch die Schreinerei besichtigten die Brandschützer das Museum am früheren Firmenstandort in der Großbüchlberger Straße. "Wir machen jetzt einen Zeitensprung um rund 200 Jahre", sagte Otto Weiß, der voller Begeisterung altes Handwerkszeug vorstellte. Kaum glaublich, mit welch einfachem Werkzeug auch schon damals Präzisionsarbeit geleistet wurde. Otto Weiß ergänzt sein Schreinereimuseum regelmäßig. Dafür sieht er sich auf den Flohmärkten im In- und Ausland um. Schließlich soll die junge Generation auch sehen, wie früher im Handwerk gearbeitet wurde.

Bierkrug als Dankeschön

Nach den beiden Führungen durch die Neuzeit und die Geschichte des Schreinerhandwerks hatte Otto Weiß seine aktuellen und pensionierten Feuerwehrkollegen zu einer Brotzeit eingeladen. Kreisbrandrat Andreas Wührl dankte für den interessanten Besuch in der Schreinerei und überreichte den Landkreisbierkrug des Kreisfeuerwehrverbandes. Unter den Gästen war auch Bürgermeister Roland Grillmeier, der sich freute, so einen modernen, aber auch geschichtsträchtigen Betrieb am Ort zu haben. Seine Freude steigerte sich, da er wusste, dass der Betrieb bald in der dritten Generation weitergeführt wird.

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