20.05.2019 - 14:50 Uhr
MitterteichOberpfalz

Fehler als Lebensweisheit

Zum dritten Mal erlebten zahlreiche Mitterteicher die fernsehbekannte Klosterschwester Teresa Zukic. Im Josefshaus referierte sie über die Fehler der Menschen als Chance zur Stärkung des Charakters.

Der gute Draht zum lieben Gott ist Schwester Teresa wichtig. Aber er könnte schon auch öfter mal vorbeischauen, meinte sie lachend.
von Ulla Britta BaumerProfil

Nicht zum ersten Mal begrüßte man im Mehrgenerationenhaus am Samstagnachmittag die Ordensschwester Teresa Zukic als zugkräftige Referentin. Die Buchautorin und Religionspädagogin, die einst als skateboardfahrende Klosterschwester Berühmtheit erlangt hat, sorgte auch diesmal für ein volles Haus. Zahlreiche Gäste lauschten ihrem humorvollen Auftritt, den sie diesmal dem Thema "Der befreiende Umgang mit Fehlern" widmete. Schwester Teresa ließ ihr Publikum wissen, sie sei als junge Frau sehr sportlich gewesen, sogar eine richtige Sportskanone im Fünfkampf und beim Basketball. Damit ihr das auch jeder glaubt, zeigte sie ein paar alte Fotos von ihr als Athletin. Ihr Lebensziel sei der Sport gewesen, erzählte sie weiter. Bis ihr eines Tages die Bibel in die Hände gefallen sei. Diese habe sie derart beeindruckt, dass sie die Sportkarriere dem Leben als Nonne geopfert habe.

Nun ist Schwester Teresa 54 Jahre alt und mehr in anderen Aufgaben sportlich unterwegs. Sie halte jährlich 180 Vorträge, plauderte sie aus dem Nähkästchen. Einmal habe man sie als die deutsche Antwort auf "Sister Act" bezeichnet. Schwester Teresa war in Fernsehshows wie bei Markus Lanz, wurde bei "Schreinemakers" vor vielen Jahren auf dem Skateboard berühmt, hat mit vielen Fernsehstars und -sternchen fürs Foto in eine Kamera gelächelt. Sie tritt bei Organisationen ebenso auf wie für Großkonzerne und Firmen, da hat sie keine Skrupel. Einmal sei sie zum Friedhofsunternehmer-Kongress geladen worden, erzählt sie lachend.

Ihr Leben, sagt sie von sich, sei ihr Hobby. Was für ein sonniges Gemüt! Damit diese positive Seele ein wenig auf die Zuhörer abfärbt, hatte Schwester Teresa im Josefshaus als Lebensweisheit die Lebensfehler der Menschen im Visier. Fehler, meinte die Referentin, sollten stärken. Sie würden aber meist das Gegenteil bewirken. Dies liege unter anderem daran, dass niemand sich seine Fehler eingestehen wolle.

Schwester Teresa ließ kein gutes Haar an der perfekten deutschen Gesellschaft, die ihr gar nicht taugen wollte. Die Antwort auf Anerkennung für eine gute Leistung sei Neid, stellte sie fest. Sie riet dazu, diesen Angriffen, Mobbing oder Missgunst nicht mit gleichen Mitteln zu begegnen, denn das bringe nichts. "Sagt jemand zu Ihnen, du bist a blöde Kuh, sagen Sie ihm einfach, ich habe dich trotzdem lieb." Ablehnung tue natürlich weh, aber man ziehe sich selbst nur immer tiefer hinunter, steigere sich da hinein. Über Deutschland sagte Teresa Zukic: "Wir sind ein Jammerland geworden." Dabei stimme etwas nicht mehr, denn jedem gehe es so gut wie nie.

Als Alltagsaufgabe nannte Schwester Teresa einen Trick zur positiven Kritik. Jeder solle einen anderen erst neun Mal loben, bevor er diese Person kritisiere. Sie wünschte sich "positives Denken" für die nächste Fastenzeit. Gudrun Brill, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, dankte der Referentin für ihren eindrucksvollen Vortrag mit einem kleinen Geschenk. Wer wollte, konnte sich noch eines der von Schwester Teresa veröffentlichten Bücher am Büchertisch, natürlich handsigniert, mit nach Hause nehmen.

MGH-Leiterin Gudrun Brill schenkte Schwester Teresa für ihren Vortrag eine Kleinigkeit.
Schwester Teresa hat viel Verständnis dafür, das Menschen nun einmal Fehler begehen.
Zahlreiche Gäste lauschten dem Vortrag der Nonne, die durch ihre vielen Fernsehauftritte bekannt geworden ist.
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