(jr) "Frieden ist ein hohes Gut. Wir sollten Gott dankbar sein, dass wir jetzt schon so lange ohne Krieg leben dürfen", sagte Pfarrer Martin Schlenk am Samstagnachmittag vor dem Kriegerdenkmal. Mit einem Festakt und einer ökumenischen Andacht feierte die Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaft Mitterteich ihren 145. Geburtstag und gleichzeitig das 85-jährige Bestehen des Kriegerdenkmals. Mit dabei beim Doppeljubiläum waren der Patenverein aus Konnersreuth und das Patenkind aus Falkenberg.
Am Kriegerdenkmal stand die Ehrenwache der Mitterteicher Soldaten mit der die Vereinsfahne aus dem Jahr 1966 sowie ihrer Vorgängerin aus der Gründerzeit des Vereins. Vorsitzender Erich Fischer erinnerte an die dunklen Kapitel deutscher Geschichte, an die mit dem Kriegerdenkmal erinnert werde. Pfarrer Martin Schlenk nahm in seiner beeindruckenden Rede Bezug auf die Gründung des Vereins 1873. Erinnert werden sollte damit an die Teilnehmer des deutsch-französischen Krieges 1870/1871. Nach Unterbrechungen in beiden Weltkriegen wurde der Verein 1953 wiedergegründet. Das von Bildhauer Christian Neuper aus Weißenstadt geschaffene Kriegerdenkmal wurde am 29. Oktober 1933 eingeweiht, wusste der Pfarrer. Das Kriegerdenkmal transportiere eine ernste und traurige Botschaft, erinnere an gefallene und verstorbene Soldaten.
Schlenk ging auf die Inschrift ein und machte deutlich, dass die meisten Soldaten lieber den Krieg überlebt hätten als heldenhaft zu sterben. "Die Inschrift freilich passte den damaligen Machthabern." Der Pfarrer erinnerte an seinen Vater, der ihm einmal ein Feldgesangsbuch gezeigt habe, in dem eine Kugel steckengeblieben war. Auch ein moderner Krieg sei nie ein gerechter Krieg, denn viele unschuldige Menschen kämen ums Leben, betonte der Sprecher. "Frieden ist dann, wenn die Menschen in Ruhe leben können. Wenn sie ernten dürfen, was sie angebaut haben. Frieden ist, wenn Menschen als Nachbarn in Eintracht und Harmonie leben."
Frieden sei ein hohes Gut: "Da dürfen wir die Messlatte ruhig hoch legen, damit wir merken, wo die Konfliktherde sind, in der eigenen Familie, in der Nachbarschaft oder in der Beziehung zu uns selbst. Wir alle müssen daran arbeiten, dass Frieden auf allen Ebenen erreicht wird." Freuen dürften sich alle, die Frieden schaffen: "Denn sie werden Gottes Kinder sein." Gemeinsam mit seinem katholischer Pfarrerskollegen Boleslaw Lasocki aus Breslau betete der Geistliche für den Frieden in der Welt.
Zweiter Bürgermeister Stefan Grillmeier erinnerte daran, dass in den Feldzug gegen Frankreich 62 Mitterteicher gezogen seien, die alle ihre Heimat wiedersahen. Am 1. Weltkrieg nahmen 700 Mitterteicher teil, davon starben 114. Vermisst blieben 16 und 43 kamen in Gefangenschaft. "Eine erschreckende Bilanz für alle Väter, Mütter, Brüder, Schwestern und Verwandten", appellierte Grillmeier, alles Menschenmögliche zu tun, damit sich solche Ereignisse nicht wiederholen.
Für die Generalüberholung in den vergangenen Wochen dankte Grillmeier dem Bauhofteam. Die Platten der Gehwege wurden korrigiert, Fugen aufgefüllt und die Inschriften am Gedenkstein erneuert. Durch einen großzügigen Baumschnitt fällt wieder mehr Licht auf das Denkmal. Finanziert wurde die Generalüberholung mit einer Spende des verstorbenen Ehrenbürgers Friedrich Zeitler, einem großen Förderer des Kriegerdenkmals. Grillmeier dankte der Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaft, die stets für ein würdiges Gedenken an die Opfer der Weltkriege sorge. Beendet wurde die beeindruckende Feier mit dem Lied vom "Guten Kameraden", gespielt vom Marktredwitzer Paul Kißwetter, und drei Ehrenböllerschüssen.









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