Mitterteich
05.05.2026 - 14:24 Uhr
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Generationenwechsel beim TuS Mitterteich: Anton Bauernfeind nimmt nach Jahrzehnten Abschied als Präsident

Nach 32 Jahren übergibt Anton Bauernfeind das Amt des Präsidenten beim TuS Mitterteich an Carmen Reif. Als Ehrenpräsident verabschiedet, plant er nun mehr Zeit mit der Familie und neue Abenteuer.

Beim TuS Mitterteich endete vor Kurzem eine Ära: Nach 32 Jahren als Präsident verzichtete Anton Bauernfeind auf eine Wiederwahl. Der 70-jährige gebürtige Großbüchlberger ist seit 1968 Mitglied des TuS und hat den Verein in all den Jahrzehnten maßgeblich geprägt und gestaltet.

Zu seiner Nachfolgerin wählten die anwesenden 90 Mitglieder in der Sitzung im Josefsheim die 29-jährige Diplom-Verwaltungswirtin Carmen Reif, sie ist an der Regierung der Oberpfalz in Regensburg beschäftigt. Schon seit Kindesbeinen ist die neue Präsidentin beim TuS aktiv dabei. Bauernfeind freute sich sehr, dass nun der gewünschte Generationswechsel vollzogen ist. Seinen Abschied vom TuS nahm er mit einem lachenden aber auch einem weinenden Auge.

Steigende Mitgliederzahl

Bauernfeind freute sich, dass der TuS Mitterteich wieder kräftig an Mitgliedern zugelegt hat. Nach der neuesten Statistik zählt der TuS nun 1116 Mitglieder und damit 148 Personen mehr als noch 2021. "Wir sind der mit Abstand älteste Sportverein der Stadt, aber lebendig und jung." Über 55 Prozent der Mitglieder sind unter 25 Jahre alt – ganz nach dem Motto "Bleib in Schuss, geh zum TuS".

Gegenüber Oberpfalz-Medien sagte Bauernfeind, dass die Gespräche über seine Nachfolge schon seit einigen Jahren laufen. "Ich war gerne euer Präsident, es war eine lange und schöne Zeit. Es ging mir immer um das Wohl des Vereins. Für mich ist der TuS ein ganz besonderer und spezieller Verein." Bauernfeind berichtete von viel Lob und Anerkennung deutscher Spitzenfunktionäre, wie von Bundesfachwart Horst Müller (Orientierungslauf), der bei der Deutschen Meisterschaft in Mitterteich sagte: "Es gäbe weniger Probleme im deutschen Sport, wenn es mehr Mitterteicher gäbe." Sportwart Karl Kamphenkel (Deutscher Skiverband) betonte einmal: "Hier in Mitterteich fühlen wir uns bestens aufgehoben."

Bauernfeind meinte, dass er einen bestens aufgestellten Verein übergibt und nannte Carmen Reif eine würdige Nachfolgerin. "Unser Verein ist gesund, er floriert und ist für die kommenden Jahrzehnte bestens aufgestellt." Laut ihm gehören das 22.000 Quadratmeter große Sportgelände, das Sportheim, die Skihütte und die Unterstellhütte für die Pflegegeräte der Winterwanderwege komplett dem Verein. "Wir haben in den vergangenen 30 Jahren rund 300.000 Euro investiert, alles komplett ohne Kredite, ausschließlich mit Eigenmittel und Spenden", informierte Bauernfeind, der zugleich deutlich machte, dass er dem TuS auch weiter erhalten bleibt. "Ich bin ein TuSler durch und durch. Ich wollte aufhören auch aufgrund meines Alters. Meiner Nachfolgerin sichere ich schon jetzt jegliche Unterstützung zu", sagte der 70-Jährige.

Familie und Garten

In Zukunft bleibt ihm mehr Zeit für die Familie, dazu gehören Ehefrau Monika, Tochter Christina und Sohn Anton sowie die vier drei- bis siebenjährigen Enkelkinder. "Familie und Enkeln gilt jetzt meine ganze Aufmerksamkeit", sagte Bauernfeind. Und da ist noch der rund 1700 Quadratmeter große heimische Garten, der vor allem Ehefrau Monika viel abverlangt. "Ich werde mich da künftig noch mehr einbringen", kündigte Anton Bauernfeind schon mal an. Herzstück des Gartens sind über 300 verschiedene Rosenarten, die Monika Bauernfeind mit viel Herzblut pflegt. Schon mehrmals öffneten die Bauernfeinds den heimischen Garten für Besucher zur Offenen Gartentüre.

Ansonsten will Bauernfeind regelmäßig Fahrten mit seinem E-Bike unternehmen, das er im vergangenen Jahr zu seinem 70. Geburtstag geschenkt bekommen hat. Ein gemeinsames Ziel steht den Bauernfeinds heuer noch bevor: Im Juli und August wollen sie Finnland auf einer großen Fahrradtour näher kennenlernen. Im Mittelpunkt steht dort ein Tango-Festival, das sie besuchen wollen. "Wir beide lieben Skandinavien und freuen uns sehr darauf."

Ehefrau Monika ist selbst seit Jahrzehnten Sportlerin des TuS. Außerdem trägt sie seit 33 Jahren in Großbüchlberg die Zeitung aus – "die 40 Jahre mache ich noch voll". Sie unterstützt ihren Ehemann in jeglicher Hinsicht. "Ich laufe täglich bis zu drei Kilometer, Zeitungsaustragen ist für mich Sport", sagte Monika Bauernfeind. Ihr Ehemann kann sich jetzt noch mehr um Boccia kümmern. Jeden Mittwoch trainieren bis zu 20Frauen auf der vereinseigenen Anlage nahe der Skihütte. "Ich bin da als Schiedsrichter immer mit dabei, nebenbei spiele ich noch bei den TuS-Herren mit." Nicht zu kurz kommt im Winter der Skilanglauf, heuer genoss Bauernfeind seinen Sport unter anderem in Reit im Winkl. Beruflich war er 35 Jahre bei der Schott AG beschäftigt und dort als Finanzchef zuständig für den Unternehmensbereich Rohr.

Ehrenpräsident

Der TuS Mitterteich würdigte in der Sitzung das herausragende Engagement von Anton Bauernfeind mit der Ernennung zum Ehrenpräsidenten. BLSV-Kreisvorsitzender Andreas Malzer dankte mit der BLSV-Verdienstnadel in Gold mit Brillanten und großem Kranz.

Dankesworte sprachen der scheidende Landrat Roland Grillmeier und Bürgermeister Stefan Grillmeier. Die Mitglieder dankten Bauernfeind abschließend mit stehenden Ovationen. "Ich gebe zu, ich war echt echt gerührt über soviel Anerkennung und hatte auch die eine oder andere Träne", sagte Bauernfeind anschließend zu Oberpfalz-Medien.

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