Historisches Rathaus in Mitterteich runderneuert, modern und barrierefrei

Mitterteich
06.11.2022 - 14:06 Uhr

Bei einem Festakt feierten zahlreiche Ehrengäste den Abschluss der Sanierung des Historischen Rathauses in Mitterteich. Investiert wurden in das jetzt barrierefreie Gebäude über 3 Millionen Euro.

Es war ein bedeutender Tag für die Stadt Mitterteich. Im Beisein von Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker erhielt das generalsanierte Historische Rathaus am Samstagnachmittag den kirchlichen Segen. In den vergangenen fast zweieinhalb Jahren war das 1731 errichtete Gebäude mit einem Kostenaufwand von 3,174 Millionen Euro saniert worden. Musikalisch umrahmt wurde die Feier von der Mitterteicher Stadtkapelle (Leitung Oliver Lipfert), die im Foyer des Obergeschosses aufspielte. Bürgermeister Stefan Grillmeier sprach von einem historischen Tag für Mitterteich.

Stefan Grillmeier erinnerte zu Beginn seiner Rede an die bewegte Geschichte des Rathauses. Neben der Verwaltung war darin einst auch ein „finsteres und enges Gefängnis“ untergebracht. Weiter gab es einst einen Bäcker- und Metzgerladen, eine Marktwaage und eine Feuerlöschmaschine. Und nicht zuletzt war hier das „Steuerstüberl“, dessen Turm mit Steuerglocke jetzt wieder neu aufgebaut wurde. „Alle Vierteljahre wurde die Glocke geläutet. Dann waren die Bürger- und Wassersteuern fällig, die in bar zu bezahlen waren. Damit niemand vergaß, wurde alle Stunden ein paar Mal geläutet“, sagte Bürgermeister Grillmeier.

Funktionelle Nutzung

Er blickte kurz auf die jetzige Baumaßnahme zurück und nannte die Sanierung unverzichtbar, da das Gebäude erhebliche Baumängel und Schäden aufgewiesen habe. „Wichtig war uns eine funktionelle Nutzung und Barrierefreiheit“, betonte der Bürgermeister. Als Prunkstück des Gebäudes bezeichnete er die Tourist-Info im Erdgeschoss, die in den Räumen der ehemaligen Bücherei entstanden ist. Hier sind auch kleinere Ausstellungen möglich. Herzstück im Obergeschoss ist der neue Sitzungssaal mit modernster Technik. Stefan Grillmeier betonte, dass bei der Auswahl der Materialien ausdrücklich auf regionale Produkte gesetzt worden sei. Überwiegend heimische Unternehmen seien zum Einsatz gekommen. „Auf das Geleistete dürfen wir alle zu Recht stolz sein“, sagte Grillmeier, der ausdrücklich das Können der heimischen Handwerker herausstellte.

Näher ging der Bürgermeister auf die 60 Kilogramm schwere Glocke ein, die von einer Passauer Glockengießerei geformt wurde. Grillmeier kündigte an, künftig zu allen Stadtratssitzungen und offiziellen Feiern die Glocke läuten zu lassen.

Saniert wurde die Statue des heiligen Johannes von Nepomuk, die im Eingangsbereich zur Tourist-Info steht. „Und natürlich darf die Kunst im Historischen Rathaus nicht fehlen“, erklärte Grillmeier. „Wir haben deshalb von Jeff Beer, einem Mitterteicher Kind, speziell für das Rathaus eine Skulptur, zwei Aquarelle und ein Kreuz mit Silberbeschlag erworben.“ Abschließender Dank galt Architekt Peter Hilgarth mit Team, allen Fachplanern und nicht zuletzt allen am Bau beteiligten Handwerkern.

Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker sagte angesichts der Vorgeschichte des Gebäudes humorvoll: „Wenn Mauern sprechen könnten, dann hätten sie vieles zu erzählen.“ Zu Landrat Roland Grillmeier gewandt meinte Füracker: „Täter kommen immer wieder an den Tatort zurück.“ Er erinnerte damit an Grillmeiers 18-jährige Zeit als Bürgermeister der Stadt Mitterteich. Den Zuschuss von 60 Prozent nannte der Minister aller Ehren wert. „Normalerweise gibt es für solche Sanierungen keine Förderung.“ Der Minister zeigte sich froh und glücklich, dass dieses markante Gebäude im Herzen der Stadt erhalten bleibt. „Ja, es ist wunderschön geworden“, lobte er die Arbeiten.

Dank an Handwerker

Füracker wünschte dem Stadtrat, dass im neu sanierten Gebäude immer kluge Entscheidungen getroffen werden. Dank zollte er den Oberpfälzer Handwerkern. Füracker machte deutlich, dass der Freistaat Bayern die Kommunen weiter unterstützen werde, auch wenn dies künftig nicht mehr so großzügig sein dürfte. „Mir ist der ländliche Raum genauso wichtig wie die Ballungszentren.“

Architekt Peter Hilgarth blickte kurz auf die Bauphase zurück. Dank galt der Denkmalpflege und der Städtebauförderung, allen Planern und Handwerkern. Er überreichte Stefan und Roland Grillmeier den Schlüssel für das Rathaus.

Landrat Roland Grillmeier bekannte: „Mit der heutigen Segnung kommen alte Erinnerungen auf. Ich habe hier viele Stunden verbracht. Mit vielen Entscheidungen haben wir die Stadt nach vorne gebracht. Wahnsinn, was hier alles geleistet wurde.“ Der Landrat wünschte sich, dass nun wieder Leben in die alten Gemäuer einkehrt, und nannte das Historische Rathaus von Mitterteich eines der schönsten im Landkreis. „Mitterteich ist schon ein gewisser Mittelpunkt geworden, ja man kann durchaus von einem Zentrum sprechen.“ Zur Einweihung gratulierte Roland Grillmeier mit dem Landkreiswappen aus Granit. Stadtpfarrer Anton Witt und Julia Merz-Neudert von der evangelischen Kirche sprachen die Segensgebete.

 
 

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