02.06.2019 - 16:28 Uhr
MitterteichOberpfalz

Ideen für den Oberen Markt

Wie soll der obere Marktplatz künftig aussehen? Was soll bleiben, was muss sich ändern? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt eines Spaziergangs mit Städteplanerin Annegret Michler.

An dieser Stelle soll im kommenden Jahr die neue Zoiglskulptur aufgestellt werden. Um sie herum soll ein Aufenthaltsbereich entstehen.
von Josef RosnerProfil

Nieselregen begleitete Stadträte, Verwaltungs-Mitarbeiter, Anlieger und weitere Bürger bei ihrer Tour über den Oberen Markt. Bürgermeister Roland Grillmeier lud beim Start beim Rathaus dazu ein, möglichst viele Ideen zu sammeln und Anregungen einzubringen. Alle Eingaben würden dann auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.

Grillmeier berichtete, dass täglich bis zu 10.000 Fahrzeuge durch die Mitterteicher Innenstadt rollen. Er vermute angesichts der bisherigen Verkehrsentwicklung, dass das Aufkommen trotz der geplanten Abstufung der Staatsstraße zur Ortsstraße weiter zunehmen werde. Die Abstufung sei inzwischen beantragt. „Ich hoffe bis zum Jahresende auf Zustimmung“, so Grillmeier.

Städteplanerin Annegret Michler erinnerte an den Umbau des Unteren Marktes, der ihrer Meinung nach und auch nach Ansicht vieler Anlieger gelungen sei. „Jetzt wollen wir den oberen Marktplatz fit für die Zukunft machen“, sagte sie. „Die abknickende Vorfahrtstraße wollen wir zurücknehmen“, erklärte Michler zur Kreuzung Marktplatz/Bachstraße. Mehrere Möglichkeiten seien denkbar – unter anderem das Ausweisen der Bachstraße als Einbahnstraße oder ein Kreisverkehr. Michler forderte die Stadt und insbesondere die Anlieger auf, sich bei dieser Frage einzubringen. Nach der Abstufung der bisherigen Staatsstraße zur Ortsstraße werde es viele neue Möglichkeiten geben. Harald Zottmeier forderte, bei den Planungen auch Fahrradwege mit zu berücksichtigen. „Wir sind eine radfahrerfreundliche Stadt und Region, Radwege auch in der Innenstadt sind da unbedingt erforderlich.“ Zottmeier verwies auf die Weidener Innenstadt und die dortigen Markierungen.

Beibehalten werden sollen in jedem Fall die Grünflächen – ob auf den jetzigen Flächen oder woanders, müssen die Planungen zeigen. Einige Anlieger monierten, dass die Bäume am Oberen Marktplatz für viel Schmutz, Laub und „klebrige Autos“ sorgten. Die Linden müssten auf jeden Fall zurückgeschnitten oder eingekürzt werden, so ihr Wunsch. Werner Männer brachte schmalere Bäume ins Gespräch. Annegret Michler machte deutlich, dass Bäume Teil einer lebendiger Innenstadt seien.

Besucht wurde weiter der künftige Standort der neuen Zoiglskulptur beim jetzigen Steinbrunnen nahe der Zoiglstube Oppl. Annegret Michler wünschte sich, dass bei dem Kunstwerk auch ein Aufenthaltsbereich geschaffen wird. Die Skulptur soll 2020 analog zum Schmiedbrunnen entstehen, der den Unteren Markt ziert. Die stellvertretende Kreisbehindertenbeauftragte Doris Scharnagl-Lindinger bat darum, sich Gedanken um einen barrierefreien Umbau des Oberen Marktes zu machen. Auf Skepsis bei Scharnagl-Lindinger stieß die Überlegung, die Bushaltebucht aufzulösen. Annegret Michler erklärte dazu: „Es hat sich bewährt, den Bus wieder aus der Bucht auf die Straße zu holen.“ Roland Grillmeier stellte heraus, dass Barrierefreiheit und Bepflanzung wichtige Themen bei der Umgestaltung seien werden.

Im Anschluss traf sich die Gruppe im Café des Mehrgenerationenhauses, wo Beobachtungen, Einwände, Anregungen und Wünsche zu Papier gebracht wurden. Planungsziele wurde festgelegt und Schwerpunkte wurden gesetzt. Bürgermeister Roland Grillmeier sagte: „Unsere heutigen Erkenntnisse fließen mit in die Planungen ein.“ Eine Studie soll möglichst noch heuer fertiggestellt werden. Bereits Ende Juli werden Vertreter der Regierung der Oberpfalz nach Mitterteich kommen, um sich über das Projekt zu informieren. Natürlich hoffe die Stadt auf Fördermittel. Als möglichen Starttermin für die Umsetzung der Maßnahmen nannte Annegret Michler das Jahr 2022.

Der Bürgermeister bat um Unterstützung bei der Umsetzung des Vorhabens. Ziel ist es, den Oberen Marktplatz so zu gestalten, dass er den Ansprüchen für die kommenden Jahrzehnte genügt. „Wie er dann aussehen wird, ist noch lange nicht klar“, betonte Grillmeier und stellte verschiedene Varianten in Aussicht. „Wir werden dann entscheiden müssen, welche wir wollen.“

Stadträte und Anlieger trotzten beim Rundgang dem Nieselregen. Mit dabei waren Bürgermeister Roland Grillmeier (Fünfter von links) und Städteplanerin Annegret Michler (Zweite von links).
Die stellvertretende Kreisbehindertenbeauftragte Doris Scharnagl-Lindinger (Mitte) wünschte sich, dass auch der Obere Markt möglichst barrierefrei ausgebaut wird.
Diese Nebenstraße am Oberen Markt soll eventuell aufgelassen werden.
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