22.01.2020 - 13:51 Uhr
MitterteichOberpfalz

Weitere Messgeräte gegen Schnellfahrer

Ein dauerhaft installiertes Tempomessgerät in der Fockenfelder Straße in Pleußen wird es weiterhin nicht geben. Aber der Antrag der SPD-Fraktion führte im Bauausschuss zu einem Kompromiss.

Immer wieder gibt es Beschwerden über Schnellfahrer in der Fockenfelder Straße in Pleußen.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Die Forderung, speziell für die Pleußener Ortsdurchfahrt ein Messgerät mit Anzeige anzuschaffen, war im Dezember bereits Thema im Stadtrat. Damals hatte SPD-Sprecher Johann Brandl beklagt, dass der Antrag seiner Fraktion nicht für die letzte Sitzung des Jahres berücksichtigt worden sei.

Bürgermeister Roland Grillmeier hatte erwidert, dass das Thema für die erste Sitzung des Bauausschuss im neuen Jahr vorgesehen gewesen sei. Allerdings hatte er bereits deutlich gemacht, dass es ähnliche Wünsche auch für andere Straßen gebe und man nicht in jedem Fall ein eigenes Gerät kaufen könne. Vor einer Entscheidung müssten auch erst die Zahlen von mehreren Messstellen verglichen werden.

In der Bauausschusssitzung am Montag kam das Thema wie angekündigt erneut auf den Tisch. Bürgermeister Grillmeier verwies auf Einsätze mobiler Messgeräte an verschiedenen Stellen im Laufe der vergangenen Monate. Neben der Fockenfelder Straße in Pleußen nannte er die Leonberger Straße, die Wiesauer Straße und die Waldsassener Straße in Mitterteich sowie die Ortsdurchfahrten von Großensterz und Oberteich. "Jede Auswertung ist mit einem zeitlichen Aufwand verbunden", gab Grillmeier nebenbei zu bedenken.

Anderswo deutlich mehr Verkehr

Gezeigt habe sich, dass es etwa in der Wiesauer Straße mit 3000 bis 4000 Fahrzeugen täglich ein rund zehnmal höheres Verkehrsaufkommen gebe als in Pleußen. Und überall habe man festgestellt, dass sich der überwiegende Teil der Verkehrsteilnehmer im zulässigen Bereich bewege. Überschaubar sei der Anteil derjenigen, die deutlich zu schnell unterwegs seien. "Wenn wir blitzen lassen, erwischen wir in der Zeit einen oder zwei", meinte Grillmeier zu möglichen Einsätzen der Kommunalen Verkehrsüberwachung in der Fockenfelder Straße. Ideal wäre dort das "Lasern" durch die Polizei. Letztere könnte nach Ansicht Grillmeiers auch mehr tun.

Christina Stock von der Stadtverwaltung, die auch die Auswertungen vorgenommen hat, regte den Kauf eines weiteren mobilen Mess- und Anzeigegerätes an. Mit dann drei Exemplaren wären Einsätze auch über längere Zeiträume - etwa über ein Vierteljahr - an der gleichen Stelle möglich.

Josef Schwägerl (CSU) sah angesichts der Messergebnisse in Pleußen Handlungsbedarf: "Jeder Vierte war zu schnell." Er schlug vor, nicht nur ein weiteres Messgerät anzuschaffen, sondern gleich zwei. So könne man noch mehr Bereiche über längere Zeit abdecken.

Direkter Einfluss auf Autofahrer

„Schön, dass es ein gewisses Umdenken gab“, bemerkte Johann Brandl und hob den Nutzen der Geräte hervor. 80 bis 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer ließen sich durch die Anzeige beeinflussen und zum Bremsen verleiten. Er wies darauf hin, dass die Fockenfelder Straße die abschüssigste von allen genannten Straßen sei. Mit dem Kompromiss, zwei Geräte für längere Messzeiträume anzuschaffen, könne er sich anfreunden. „Dann muss man die Geräte aber mindestens ein halbes Jahr lang anbringen“, forderte Brandl. Die Polizei müsse man nicht immer gleich ins Spiel bringen. „Die hat genug anderes zu tun.“ Mit Hilfe der Messgeräte gebe man den Bürgern die Möglichkeit, ihr Verhalten zu ändern. „Es muss nicht immer der Griff in den Geldbeutel sein.“ Letzteres unterstrich auch Stefan Grillmeier (CSU): „Man muss nicht gleich abkassieren.“ Auch er hielt den Kauf von zwei Geräten für sinnvoll, diese Investition sei zur Erhöhung der Sicherheit gerechtfertigt.

Bernhard Thoma (Freie Wähler), der selbst in Pleußen wohnt, zeigte sich von der Wirksamkeit der Geräte überzeugt. „Aber wir müssen sie länger hängen lassen“, stimmte er mit den Vorrednern überein. In der Fockenfelder Straße werde immer noch zu schnell gefahren, obwohl vor der Ortseinfahrt schon länger Tempo 70 gelte. Manfred Sommer (SPD), ein weiterer Pleußener, hielt dagegen nichts von einem zeitlich begrenzten Einsatz: „Danach geht es so weiter wie vorher.“ Bürgermeister Roland Grillmeier ließ diesen Einwand nicht gelten: „Dann bräuchten wir zehn Geräte.“

Am Ende beschloss der Bauausschuss einstimmig den Kauf zweier weiterer Geräte für jeweils rund 2200 Euro sowie eines Tablets zur Auswertung.

Hier geht's zum Artikel über die Stadtrats-Diskussion im Dezember

Mitterteich
Hintergrund:

Einwöchiger Messeinsatz in Pleußen

In der Fockenfelder Straße in Pleußen hat die Stadt von Montag, 4. November, bis Montag, 11. November, mit einem mobilen Messgerät die Geschwindigkeit aller Fahrzeuge erfasst, die von Fockenfeld her kommend ortseinwärts unterwegs waren. Insgesamt 2626 Fahrzeuge haben die Messstelle passiert, was einem Schnitt von 375 pro Tag entspricht. In 1231 Fällen betrug die Geschwindigkeit 50 km/h oder weniger, in 971 Fällen zwischen 51 und 60 km/h. 345 Fahrzeuge hatten zwischen 61 und 70 km/h auf dem Tacho, 72 zwischen 71 und 80 km/h. In der Spanne zwischen 81 und 100 km/h wurden 7 Fahrzeuge erfasst.

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