07.11.2019 - 16:00 Uhr
MitterteichOberpfalz

Oberer Markt und Leerstände im Visier

Nicht nur einzelne Verbesserungen, sondern einen zukunftsträchtigen Umbau plant die Stadt Mitterteich für den Oberen Markt. Gleichzeitig sollen weitere ungenutzte Häuser in der Innenstadt wiederbelebt werden.

Das Anwesen mit der einstigen Gaststätte „Pferdestall“ in der Vorstadt gehört seit diesem Jahr der Stadt Mitterteich. Bürgermeister Roland Grillmeier (links) und Bauamtsleiter Thomas Grillmeier informierten, dass im Zuge einer Sanierung die Anbauten abgerissen werden sollen, nur das Kerngebäude (rechts) soll erhalten bleiben.
von Udo Lanz Kontakt Profil

Mit den Schlagworten Stadtumbau, Stadtgestaltung und Stadtentwicklung sind die Bürgerversammlungen am 12., 14. und 21. November überschrieben (siehe Infobox unten). Bürgermeister Roland Grillmeier wird dabei das Hauptaugenmerk auf zwei Themenbereiche legen - die geplante Umgestaltung des Oberen Marktplatzes und die Beseitigung weiterer Leerstände in der Innenstadt. Bei einem Pressegespräch nennt er vorab bereits Details und wartet mit einigen Neuigkeiten auf.

60-Prozent-Förderung

Seit Kurzem stehe fest, dass für einen größeren Umbau des Oberen Marktplatzes eine Förderung von 60 Prozent gewährt würde. "Die Regierung der Oberpfalz hat dafür den Weg frei gemacht", berichtet Grillmeier erfreut. Bislang sei man davon ausgegangen, dass nur einzelne Verbesserungsmaßnahmen bezuschusst würden. Nun aber könne die Stadt in einen umfassenden Planungsprozess einsteigen und eine Gestaltung anstreben, die für Jahrzehnte Bestand hat. Das bedeute wiederum, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren baulich nicht viel passieren werde. "Gründlichkeit geht vor Eile", betont Grillmeier.

Obwohl er selbst nur noch einige Monate als Mitterteicher Rathauschef im Amt sein wird, sichert Grillmeier auch beim weiteren Vorgehen am Oberen Markt die Einbindung der Bürger und besonders der Anlieger zu. Bei einigen Treffen in den vergangenen zwei Jahren seien schon viele Anregungen gesammelt und Stärken und Schwächen der aktuellen Gestaltung benannt worden. Städteplanerin Annegret Michler, die ein Konzept mit Handlungsmöglichkeiten ausgearbeitet hat, wird am 12. November bei der Bürgerversammlung im Josefsheim auch selbst anwesend sein.

Vorstellbar ist laut Bürgermeister Roland Grillmeier und Bauamtsleiter Thomas Grillmeier ein Architektenwettbewerb. Verbessert werden sollen künftig am Oberen Markt in jedem Fall die Aufenthaltsqualität und die Begehbarkeit. Eine wichtige Rolle werde auch die Barrierefreiheit spielen. Als ungünstig bezeichnet Thomas Grillmeier hier unter anderem die großen Pflastersteine.

Künftige Verkehrsführung offen

Für eine Verkehrsberuhigung könnte die Stadt bereits sorgen, sobald die Staatsstraße 2176 abgestuft ist. Die Übernahme werde laut Roland Grillmeier im Zeitraum zwischen Ende 2019 und Mitte 2020 erfolgen. Unabhängig vom späteren Umbau und der künftigen Straßenführung sei denkbar, Tempo 30 zu verhängen, eventuell probeweise. Völlig offen ist derzeit noch, wie es mit der Verkehrsführung an der Kreuzung Oberer Marktplatz/Bachstraße weitergeht. Ziel sei es jedenfalls, diesen Bereich zu entschärfen. Eine Umwandlung der Bachstraße in eine Einbahnstraße hätte Vorteile, aber auch Nachteile, so Grillmeier. "Ein Kreisverkehr ist wohl nicht machbar, dafür fehlt der Platz."

Fakten geschaffen hat die Stadt dagegen im weiteren Bemühen, Leerstände zu beseitigen. Erworben wurden in diesem Jahr in der Vorstadt das Anwesen mit der ehemaligen Gaststätte "Pferdestall" sowie am Johannisplatz das Haus, in dem einst die "Oase-Bar" bzw. das "Irish-Canadian Inn" untergebracht waren. Für jeweils einen mittleren fünfstelligen Betrag, so der Bürgermeister, gingen die beiden wenig ansehnlichen Gebäude ins Eigentum der Stadt über. Er gibt zu bedenken, dass die Stadt bei Maßnahmen gegen Leerstände eine 80-Prozent-Förderung in Anspruch nehmen könne - dies schließe auch bereits den Erwerb ein.

Sicherungsmaßnahmen

Im Falle des früheren "Pferdestalls" soll das Hauptgebäude erhalten bleiben, die Anbauten sollen abgerissen werden. Infrage kämen nach einer Instandsetzung verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Bei der einstigen "Oase-Bar" hat die Stadt wegen des schlechten Dachzustands schon Sicherungsmaßnahmen an der Längsseite des Hauses angeordnet. Hier kann sich der Bürgermeister nach einer Sanierung eine Art Quartier für Gewerbe- oder Handwerksbetriebe vorstellen.

Ins Visier genommen hat die Stadt laut Grillmeier im Innenstadtbereich auch ein seit einem Brand beschädigtes und nicht mehr genutztes Haus. Vor einem Kauf müssten aber noch weitere Gespräche geführt werden, unter anderem mit den Nachbarn. Zudem stünden noch einige Fragezeichen über einer möglichen künftigen Nutzung.

Vom Anwesen, in dem einst die Gaststätte "Pferdestall" untergebracht war, soll nur das Kernhaus erhalten bleiben.
Erworben hat die Stadt Mitterteich das auch Haus am Johannisplatz, in dem einst die "Oase-Bar" und das "Irish-Canadian Inn" untergebracht waren. Wegen des schlechten Dach-Zustands wurden Sicherungsmaßnahmen angeordnet.
Noch völlig offen ist, ob und wie sich im Zuge des Umbaus des Oberen Marktplatzes die Verkehrsführung an der Kreuzung ändert.
Information:

Bürgerversammlungen

Zum letzten Mal in seiner fast 18-jährigen Amtszeit lädt Bürgermeister Roland Grillmeier zu Bürgerversammlungen nach Mitterteich und in die dazugehörigen Dörfer ein. Auftakt mit der Versammlung für das Stadtgebiet ist am Dienstag, 12. November, im Josefsheim. Zwei Tage später, am Donnerstag, 14. November, folgt im Gemeinschaftshaus Kleinsterz die Versammlung für Großensterz, Kleinsterz und Hammermühle. Zum Abschluss gibt es am Donnerstag, 21. November, im Feuerwehrhaus Oberteich einen Termin für die Bürger aus Groß- und Kleinbüchlberg, Oberteich und Pechofen. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Für Steinmühle, Pleußen und Gulg fand bereits im Frühjahr ein Treffen statt.

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