23.02.2020 - 12:12 Uhr
MitterteichOberpfalz

Plakat-Wirrwarr und Zettelwirtschaft

Ein steifer böhmischer Wind sorgte dafür, dass die sechs Grad wesentlicher kälter rüber kamen. Dennoch säumten unzählige Faschingsnarren am Samstagnachmittag die Straßen beim 13. Mitterteicher Gaudiwurm.

von Josef RosnerProfil

Angeführt von der Juniorengarde präsentierte sich der Veranstalter „Gaudiwurm Mitterteich“ von seiner besten Seite. Das Kinderprinzenpaar Lina I. und Tom I. sowie das Prinzenpaar Susanne II. und Patrick II. waren strahlend und winkend dabei. Fünf Clowns hatten eine Sparbüchse dabei und baten um Spenden, um die Kosten des Umzugs zu decken. Ein Blickfang waren die Kostüme der Gruppe „Gaudipower“, die dieses Mal Einblicke in den chinesischen und japanischen Fasching gaben.

Die Zuschauer freuten sich an einer Fülle von Süßigkeiten, Gaudibier, eingeschweißten Wienern und anderen Geschenken, die im Wahlkampf besonders reichlich verteilt wurden. Auffallend war, dass lokale Themen bis auf wenige Ausnahmen nicht vorkamen.

Angeführt wurde der Faschingszug wie immer vom Mitterteicher Bär, der diesmal zur Sicherheit den „Corona-Virus“ an der Leine hatte. Es folgte die Mitterteicher Stadtkapelle, die musikalisch den Takt angab. Letztmals als Bürgermeister nahm Roland Grillmeier die Huldigungen seiner „Untergebenen“ entgegen. Bei allen 13 Faschingsumzügen der Neuzeit war er als Mitterteicher Rathauschef dabei. Kurioserweise fuhr sein Cabrio ein Kandidat der neuen Wählervereinigung „Zukunft Mitterteich“, die im neuen Stadtrat eine gewichtige Rolle spielen will. Mit an Bord waren die "Oldies" des Mitterteicher Faschings, Willi Schneider und Otto Weiß.

CSU-Kandidat Stefan Grillmeier verteilte am Straßenrand „schwarze" Wiener, ganz nach dem Motto „ein Bürgermeister zum Anbeißen“. Nur wenig vertreten waren beim Faschingszug die lokalen Themen. „Windräder wollen sie nicht hom, bei ihnen kommt aus der Steckdose der Strom“, zeigte ein Umzugsteilnehmer mit seiner Vespa ein Problem auf. Die Wanderfreunde Mitterteich nahmen die Zettelwirtschaft mit dem Kassenbon aufs Korn: „Vom Wald zum Kassenbon" und "Achtung Sondermüll – Müllverbrennung“ war da zu lesen.

Die Junge Union nahm die große Politik aufs Korn. Während in Deutschland die Atomkraftwerke abgeschaltet würden, florierten diese im europäischen Ausland, während hier mit E-Autos gefahren werde, scherten sich die Nachbarn wenig um die Umwelt. Auf den "Board, der niat fohrt“ machten Feuerwehr und Schützenverein Großensees aufmerksam: Wenn der Bus mal wieder ausfalle, herrsche beim Partyvolk schnell Frust und zur Not müsse die Feuerwehr die Leute heimfahren: "Kommen ohne Bus nur selten raus, drum bleiben wir im Schützenhaus“, reimten die Großenseeser.

Toll kam der Wagen der Feuerwehr Pechofen zur wilden Plakatiererei im Stadtgebiet an: „Wer bietet mehr?" Jeder stelle Wahlplakate auf, wo er wolle. "d' Moral vo da G'schicht: die Kreuzchen zähl'n, die Plakate nicht" war auf der Rückseite des Wagens zu lesen.

Damit der Gaudiwurm und die anschließende After-Show-Party friedlich über die Bühne gingen, dafür sorgt ein größeres Aufgebot der Polizeiinspektion Waldsassen, die eingesetzte Sicherheitswacht und eigene Security-Leute. Dazu waren zwölf ehrenamtliche Mitarbeiter des Roten Kreuzes im Einsatz. Die Veranstalter zogen damit die Lehren aus den Vorjahren.

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