18.07.2019 - 12:09 Uhr
MitterteichOberpfalz

„Post vor 100 Jahren und heute"

An den einstigen Reichspostminister Dr. Karl Stingl und den Wandel des Postwesens erinnert eine neue Ausstellung im Museum Mitterteich. Bei der Eröffnung spannten die Ehrengäste einen Bogen von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.

Zahlreiche Gäste waren am Mittwochnachmittag zur Ausstellungseröffnung ins Museum Mitterteich gekommen, unter ihnen auch Bezirksrat Toni Dutz (Vierter von rechts).
von Josef RosnerProfil

"Die Post vor 100 Jahren und heute" lautet der Titel der Präsentation, die am Mittwochnachmittag eröffnet wurde. Für die musikalische Umrahmung sorgte Oliver Lipfert mit der Trompete. "Auf die Post vor Ort ist Verlass, sie leistet eine Top-Arbeit", sagte Bürgermeister Roland Grillmeier. Angesichts der Ausstellung über einen "großen Sohn der Stadt" sprach er von einem "besonderen Tag für uns alle". Grillmeier erinnerte an das Wirken des Diplom-Ingenieurs Karl Stingl bei der Reichspost, zunächst als Ministerialdirektor im Bayerischen Verkehrsministerium und von 1922 bis 1926 als Reichspostminister. Kein anderer Mitterteicher habe jemals ein so hohes Amt bekleidet.

Ein Stück Zukunft

In seiner Rede ging Bürgermeister auch auf das Areal ein, auf dem die Ausstellung stattfindet. "Es ist dies eines der wichtigsten städtebaulichen Areale der vergangenen Jahrzehnte. Nach dem Niedergang der Porzellanindustrie arbeiten heute hier wieder mehr als Hundert Menschen." Grillmeier weiter: "Dieses Haus ist für uns auch ein Stück Zukunft." In diesem Zusammenhang verwies Grillmeier auf die positive Entwicklung der Geburtenzahlen. Allein in den vergangenen sechs Wochen seien 15 kleine Mitterteicher zur Welt gekommen. "Eine Zahl, die wir seit 20 Jahren nicht mehr erreicht haben."

Sieglinde Ostermeier, Vertriebschefin der Deutschen Post AG in Weiden, nannte Dr. Karl Stingl einen bedeutenden Sohn der Stadt Mitterteich, der mit dazu beigetragen habe, dass die Deutsche Post AG heute so gut dastehe. Sie erinnerte daran, dass eine mehr als 500-jährige Geschichte hinter der Post liege. Täglich würden heute mehr als 57 Millionen Briefe und fünf Millionen Pakete in die deutschen Haushalte geliefert. "Wir verbinden Menschen und ermöglichen globalen Handel." Ostermeier informierte weiter, dass weltweit über 550 000 Menschen für die Unternehmen der Deutschen Post AG arbeiten, darunter 192 000 Mitarbeiter in Deutschland.

Stefan Friedl, DHL-Niederlassungsleiter in Zwickau und früherer Niederlassungsleiter in Weiden, erinnerte daran, dass die Post in den vergangenen 500 Jahren einem ständigen Wandel unterworfen gewesen sei. Friedl machte deutlich, dass die Post keine Angst vor der Digitalisierung und der Zukunft habe. Die Post AG sei auch ein Profiteur des Wandels: "Just-in-Time-Lieferung ist heute wichtig."

Blumen und Hankerl

Bürgermeister Roland Grillmeier dankte abschließend dem Museumsteam mit Marion Papsch und Nicole Schuller sowie der Museumsfachkraft der Ikom Stiftland, Barbara Habel, für ihren Einsatz bei der Realisierung der neuen Ausstellung. Sie alle und auch Sieglinde Ostermeier erhielten jeweils einen Blumenstrauß. Ein Hankerl überreichte Grillmeier an Stefan Friedl. Zum Abschluss trugen sich die Ehrengäste ins Goldene Buch der Stadt Mitterteich ein.

Zu sehen ist die Sonderausstellung bis einschließlich Sonntag, 10. November, zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums.

Bürgermeister Roland Grillmeier bei seiner Rede.
Oliver Lipfert umrahmte die Ausstellungseröffnung mit Trompetenmusik.
Bürgermeister Roland Grillmeier überreichte Blumensträuße bzw. ein Hankerl an Museumsfachkraft Barbara Habel, Marion Papsch und Nicole Schuller vom Museumsteam, Sieglinde Ostermeier von der Deutschen Post AG und Stefan Friedl von DHL (von links).
Staatsministerin im Stau:

Staatsministerin im Stau

Ihren Besuch der Ausstellungseröffnung kurzfristig absagen musste Dorothee Bär, Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung. Die Ministerin stand nach einem Lkw-Unfall im Stau, die Autobahn A70 war in beiden Richtungen komplett gesperrt worden. Dorothee Bär teilte Bürgermeister Roland Grillmeier mit, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt nach Mitterteich kommen wolle, um die Ausstellung zu besuchen. "Ich habe Frau Bär ein Bild per Kurznachricht geschickt, damit sie sieht, was sie versäumt", erklärte Grillmeier am Ende des offiziellen Teils. Wie Grillmeier informierte, kenne er Dorothee Bär seit mehr als 20 Jahren durch die gemeinsame Zeit bei der Jungen Union.

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