24.02.2020 - 15:27 Uhr
MitterteichOberpfalz

Theateraufführung deckt Parallelen zum Dritten Reich auf

"Ich bin doch kein Nazi" hieß das Theaterstück des UE Theaters Regensburg, das die Mittelschüler aus Mitterteich zu sehen bekamen. Sie diskutierten mit den Darstellern über rechtspopulistische Aussagen und Parallelen zum Dritten Reich.

Die Darsteller Ole Bosse und Jessica Schilling (stehend) vom UE Theater Regensburg spielten an der Mittelschule Mitterteich das Stück „Ich bin doch kein Nazi“. Die Schüler waren aktiv in das Theater eingebunden.
von Externer BeitragProfil

Im Rahmen des Schulprojektes "Wie war das damals im Dritten Reich" organisierte Sozialarbeiter Christian Guttau, tätig an der Mittelschule Mitterteich, von der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration GmbH Hochfranken das Theaterstück "Ich bin doch kein Nazi". Aufgeführt wurde es vom UE Theater Regensburg, das Netzwerk Inklusion Mitterteich finanzierte das Gastspiel mit Unterstützung des Bundesprogramms "Demokratie leben!".

Die beiden Darsteller des Stücks, Jessica Schilling und Ole Bosse, führten auf der Bühne ein Streitgespräch über verschiedene Kulturen und ob diese der deutschen Kultur schaden oder diese bereichern. Während der eine Spieler einen offenen Charakter mimte und eine "Willkommenskultur" pflegte, provozierte der andere mit rechtspopulistischen Aussagen. Themen waren zum Beispiel die Gegenüberstellung der großen Zahl von Migranten (im Stück als "kulturfremde Invasoren" bezeichnet) mit einer möglichen Kompensation des Fachkräftemangels. Ebenso wurden von den beiden Darstellern Parallelen von den heutigen rechtspopulistischen Äußerungen über Migranten zu den Diffamierungen der Juden im Dritten Reich gezogen.

Die Jugendlichen wurden durch Abstimmungsfragen und Diskussionsrunden auf der Bühne aktiv in das Stück einbezogen. Nach der 60-minütigen Spielzeit folgte eine halbstündige theaterpädagogische Aufarbeitung des Themas. Mit den Schülern wurde auch darüber gesprochen, aus welchen Gründen heraus sich ein junger Mensch durch das Regime des Dritten Reiches manipulieren ließ.

Den Schluss bildete die Aussage der Darsteller, dass jeder Einzelne in einer funktionierenden Demokratie seine Meinung frei äußern könne - solange er die Regeln einer guten Kommunikation beachte. Wichtig sei, Minderheiten zu beachten und ihnen Gehör zu schenken. Über Unstimmigkeiten könne man immer vernünftig miteinander reden.

Ferner warnten Schilling und Bosse ihr Mitterteicher Publikum vor den Gefahren einer einseitigen Informationsbeschaffung. Dies führe zu Voreingenommenheit und verhindere einen objektiven Blick auf aktuelle Geschehnisse.

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