Weil wegen der Coronakrise derzeit keine öffentlichen Gottesdienste stattfinden, sprechen evangelische und katholische Pfarrer über Oberpfalz-Medien zu den Gläubigen. Hier schreibt Mitterteichs Stadtpfarrer Anton Witt zum Thema "Der Auferstandene bringt den Erfolg".
Zu den schönsten Plätzen in Israel gehöre der See Genezareth. "Dort am Ufer stand der Auferstandene. Er zeigte den Jüngern, wo sie ihre Netze auswerfen können. Denn sie hatten die ganze Nacht nichts gefangen." So würden es die Einheimischen noch heute machen: Im Morgenlicht sehe man am besten, wo Fischschwärme unterwegs sind. Jesus dirigierte vom Ufer aus die Fischer an die richtige Stelle. Im Fall der biblischen Geschichte übertrifft der Erfolg alle Erwartungen. 153 große Fische, so viel hatten sie noch nie gefangen. Voller Staunen kommen die Jünger zum Auferstandenen. Er stärkt sie mit Brot und mit Fisch. Mit solchen Wundergeschichten will uns der Evangelist Johannes keine Sensationen verkaufen, so der 67-jährige Pfarrer. "Jesus will uns durch seine Predigten und Wunderzeichen beibringen, dass durch ihn Gott in der Welt ist und dass Gott wirklich etwas tut für die Menschen. Was will er uns beibringen mit der Geschichte vom reichen Fischfang?" - Ein paar Wochen später schickt Jesus die Jünger in die Welt, überall sollen sie die "frohe Botschaft" verkünden: Mit Christus kommt Gott in euere Nähe. "Wenn ihr ihn aufnehmt, beginnt für euch ein neues Leben." Dem Satz "Sie hatten die ganze Nacht gefischt und nichts gefangen!" vergleicht Witt damit, dass viele Menschen auch im persönlichen Leben Grenzen und Rückschläge erleben würden: "Viele Jahre habe ich geschuftet. Was ist dabei heraus gekommen? Gibt es für mich wirklich eine Zukunft, auf die ich mich freuen und auf die ich mich verlassen kann?"
Füreinander einsetzen
Doch wenn in der derzeitigen Krise viele aufeinander Rücksicht nehmen und sich füreinander einsetzen, dann sei das eine schöne Erfahrung. Es zeige, dass Gott sogar aus einer schlimmen Krise etwas Gutes machen kann. "Menschen, die vorher nur für sich und ihr privates Glück gelebt haben, lernen: Ich brauche die Gemeinschaft! Nur zusammen mit anderen kann ich leben und glücklich sein!" Aber das "Reich Gottes", das die Jünger und das auch die Gläubigen anderen zeigen sollen, gehe noch viel weiter. Zahlen haben in der Bibel eine symbolische Bedeutung. Warum werden in der Geschichte genau diese 153 Fische aufgezählt? "Weil man damals etwa 153 Völker kannte", erklärt Witt. "Also überall in der Welt bekommen Menschen die Chance, zu dieser neuen Gemeinschaft Gottes zu gehören." Die Jünger mussten sich dafür anstrengen und rudern. "Doch der auferstandene Christus und sein Heiliger Geist, sie garantieren für den Erfolg. Die Fischer am See Genezareth sind erfolgreich, weil sie sich von Jesus zeigen lassen, wo und wie sie arbeiten sollen. Und weil sie sich von ihm stärken lassen mit Brot und mit Fisch", so der Pfarrer. "Genauso dürfen wir eine Zukunft von ihm erhoffen, die unsere Vorstellungen übertrifft, in der Kirche und auch privat. Das funktioniert, wenn wir uns von ihm zeigen lassen, wo er uns braucht. Und wenn wir von dem Brot essen, mit dem er uns stärken will."
Freude und Hoffnung
Vielleicht habe die erzwungene lange "Fastenzeit" den Christen gezeigt, wie sehr die Gläubigen das Brot der Kommunion brauchen? "In der Nähe der Stadt Piemont laufen die Menschen am Ostermorgen zum Brunnen und waschen sich die Augen. Erst mit den neuen ,Osteraugen' merken sie, wie viel Freude und Hoffnung der auferstandene Christus in ihr Leben bringt", vergleicht Anton Witt. Er sagt: "Irgendwann ist die jetzige Krise vorbei. Aber neue, hoffnungsvolle Menschen werden wir erst, wenn wir den Erfolg unseres Lebens uns von Gott schenken lassen."













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