07.10.2019 - 15:03 Uhr
MitterteichOberpfalz

Vieles in Bewegung gebracht

Im Frühjahr 2020 will die Lebenshilfe mit dem Bau einer inklusiven Kindertagesstätte beginnen. Wissenswertes über dieses Projekt und noch viel mehr erfuhr bei einem Besuch Bayerns Sozial- und Familienministerin Kerstin Schreyer.

Im Detail schilderte Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Kellner (Zweiter von rechts) Staatsministerin Kerstin Schreyer und den weiteren Gästen aus der Politik die Pläne für die neue Kindertagesstätte.
von Josef RosnerProfil

Seit September führt die Kreisvereinigung Lebenshilfe im Gebäude des Förderzentrums übergangsweise eine Kinderkrippe, die derzeit von elf Mädchen und Buben besucht wird. Die Lebenshilfe kam damit einer Bitte der Stadt Mitterteich nach, schon jetzt Krippenkinder aufzunehmen, weil die beiden örtlichen Kinderhäuser komplett ausgelastet sind. Im kommenden Jahr steht dann der Neubau der Einrichtung für 55 Kinder an.

Lebenshilfe-Vorsitzender und Bürgermeister Roland Grillmeier freute sich über den Besuch der Ministerin im Rahmen der CSU-Zukunftswochen und stellte die Kreisvereinigung Lebenshilfe mit aktuell 200 Mitgliedern vor. "Wir haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten vieles in Bewegung gebracht", sagte Grillmeier. Die Lebenshilfe sei stetig weiterentwickelt worden. Eine neue Kindertagesstätte in der Stadt sei dringend nötig. "Die beiden anderen Einrichtungen platzen aus allen Nähten." Fördertechnisch sei alles in trockenen Tüchern. Weiter verwies Grillmeier auf die Behindertenwerkstätte der Katholischen Jugendfürsorge mit mehr als 200 Arbeitsplätzen. Wegen Einrichtungen wie dieser sei Mitterteich in den vergangenen Jahren zu einer "sozialen Stadt" geworden.

Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Kellner erinnerte an die Gründung der Kreisvereinigung Lebenshilfe im Jahr 1989. Schon zehn Jahre später wurde in Mitterteich das Förderzentrum gebaut. Kellner berichtete von einem guten Miteinander mit der Behindertenwerkstätte. "Wir beziehen von dort auch das Mittagessen", so Kellner.

Die Kreisvereinigung Lebenshilfe unterhält derzeit in der Region neun Standorte. Dank der vier Frühförderstellen hätten die Eltern kurze Wege. Insgesamt betreut die Lebenshilfe derzeit rund 600 Menschen in der Region, für 250 Menschen ist die Lebenshilfe ein Arbeitgeber. Kellner merkte bei der Gelegenheit an, dass auch die Lebenshilfe unter dem Fachkräftemangel in der Region zu leiden habe. Ein wichtiger Arbeitgeber sei der Reinigungsdienst: "Wir betreuen mehr als 50 Objekte in der Region", so Kellner.

"Der Architektenwettbewerb ist abgeschlossen, derzeit befinden wir uns in der Feinplanung mit dem Eingabeplan und bemühen uns um eine verlässliche Kostenberechnung", sagte Kellner zum Neubauprojekt. Nach der erwarteten Genehmigung soll die Ausschreibung erfolgen. Erfreulich sei, so Kellner, dass die Aktion "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks schon mal 500 000 Euro für den Bau des Kinderhauses zugesagt habe. Erstellt werden soll die Kindertagesstätte in Holzbauweise. Ein weiteres Projekt der Lebenshilfe ist "Wohnen für Menschen mit Behinderung". Der Ausbau von drei Wohnungen in der Mitterteicher Vorstadt soll auch im kommenden Frühjahr beginnen.

Christina Ponader stellte anschließend noch das "Netzwerk Inklusion" vor, dem sich landkreisweit 22 Partner angeschlossen haben.

Viele Informationen gab es für Staatsministerin Kerstin Schreyer in Mitterteich. Im Bild (von links) Zweiter Bürgermeister und CSU-Ortsvorsitzender Stefan Grillmeier, stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler, stellvertretender Lebenshilfe-Vorsitzender Franz Malzer, Lebenshilfe-Geschäftsführer Berthold Kellner, Lebenshilfe-Vorsitzender und Bürgermeister Roland Grillmeier, Ministerin Kerstin Schreyer, Bezirksrat Toni Dutz und MdL Tobias Reiß.
In der neuen Kindertagesstätte - hier ein Modell - sollen 55 Kinder betreut werden.
Bayerns Sozial- und Familienministerin Kerstin Schreyer stattete der Kreisvereinigung Lebenshilfe in Mitterteich am Samstagnachmittag einen Besuch ab. Willkommen geheißen wurde sie von den Verantwortlichen der Lebenshilfe und zahlreichen Vertretern der Lokalpolitik.
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