11.05.2020 - 15:55 Uhr
MitterteichOberpfalz

„Es war mir eine große Ehre“

24 Jahre lang gehörte Luitgard Müller (CSU) dem Mitterteicher Stadtrat an. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien blickt sie zurück und verrät, was ihr besonders gefallen hat und was sie bedauert.

Luitgard Müller zieht nach ihrer 24-jährigen Amtszeit als Stadträtin in Mitterteich eine positive Bilanz.
von Josef RosnerProfil

"Es war mir eine große Ehre, meiner Stadt dienen zu dürfen", betont die 67-Jährige. "Die vergangenen 24 Jahre haben mir Spaß gemacht." Aber sie ist auch der Meinung, dass es an der Zeit war, sich zurückzuziehen und auf eine erneute Kandidatur zu verzichten. "Nochmals für sechs Jahre gewählt zu werden und dann nach einem Jahr aufzuhören, ist nicht ein Stil", erklärt Müller.

Mit den beiden Bürgermeistern Erich Dickert und Roland Grillmeier sei sie gut ausgekommen, geschätzt habe sie die stets gute Stimmung im Stadtrat. Höhepunkte waren Fahrten mit der CSU nach Berlin, eine Klausur im tschechischen Pilsen sowie die zwei Besuche mit dem Stadtrat bei der Schott AG in Mainz. "Zusammenhalt und Kameradschaft waren mir immer wichtig", so Müller. Dem neuen Gremium und dem neuen Bürgermeister Stefan Grillmeier, über dessen Wahlsieg sie sich "narrisch freut", wünscht sie eine harmonische Zusammenarbeit. Als bedauerlich bezeichnet Luitgard Müller aber, dass jetzt nur noch eine Frau im Gremium vertreten ist.

Mit Begeisterung dabei

Im Rückblick erinnert sich Luitgard Müller noch ganz genau an ihre Anfänge in der Lokalpolitik. "Was mit einem vorsichtigen Ausprobieren begann, nachdem mich Karl-Heinz Ernstberger damals angesprochen hatte, wurde mir zu einer großen Leidenschaft. Ich habe mein Ehrenamt mit Begeisterung ausgefüllt und war mir dieser Verantwortung immer bewusst. Ich habe immer versucht, so viele Termine wie möglich wahrzunehmen, alles war mir wichtig. Sogar meine Urlaubsplanung habe ich so ausgelegt, dass ich bei den Sitzungen da bin." Freilich, so Müller, an die Bilanz von Theo Schaumberger, der in seiner 36-jährigen Stadtratstätigkeit nur zweimal fehlte, sei sie nicht herangekommen. In ihrer Amtszeit leitete Luitgard Müller auch ihre Physiotherapie-Praxis und wirkte als Übungsleiterin beim TuS Mitterteich sowie als aktives Mitglied im Kirchenchor. "Aber ich habe es ganz gut hingekriegt." Einen Dank richtete sie dabei auch an ihren Ehemann Willi, mit dem sie seit 46 Jahren verheiratet ist.

Freimütig gibt Luitgard Müller zu, dass es schön gewesen sei, an vorderster Front mitzubestimmen und über alles informiert zu sein. "Wir waren aber auch immer ein tolles Team, auch wenn ich in den letzten sechs Jahren die einzige Dame in der CSU-Fraktion war. Ich habe mich immer wohlgefühlt." Etwas traurig sei sie darüber, wie die letzte Sitzung wegen der Coronakrise ablaufen musste. Nachdenklich mache auch sie auch die Tatsache, "dass es trotz unserer guten Kandidatinnen keine CSU-Frau in den Stadtrat geschafft hat".

Mehr Zeit für die Familie

Künftig hat Luitgard Müller mehr Zeit für ihren Ehemann Willi, ihre beiden Töchter Carolin und Martina sowie die Enkel Severin, Franka und Adam. Nicht zu kurz kommen werde auch das Klavierspielen, mit dem sie vor kurzem wieder begonnen habe. "Das Üben macht sich auch akustisch schon bemerkbar", sagt sie erfreut. Natürlich will sie ihre Tochter Martina weiterhin in der Physiotherapie-Praxis unterstützen, die sie vor 41 Jahren gegründet und bis zum vergangenen Jahr auch geleitet hat. "Noch ganz raus bin ich nicht. Wenn sie mich braucht, bin ich da." Luitgard Müller ist überzeugt, dass es ihr trotz des Wegfalls vieler Termine nicht langweilig wird. "Dafür sorgen schon meine Enkel und meine zahlreichen Hobbys."

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