01.01.2020 - 15:07 Uhr
MitterteichOberpfalz

Zeitzeugen besuchen Mitterteicher Zwischenlager

Was macht eigentlich die GRB-Sammelstelle Bayern für radioaktive Stoffe GmbH in Mitterteich? Geschäftsführer Stefan Ide gab den Freien Wählern einige Einblicke.

GRB-Geschäftsführer Stefan Ide (Siebter von links) führte eine Abordnung der Freien Wähler durch das Mitterteicher Zwischenlager für radioaktive Abfälle.
von Externer BeitragProfil

Ide erläuterte den Freien Wählern, dass die Gesellschaft 1981 vom Freistaat Bayern gegründet wurde. Nach der Fertigstellung der Gebäude 1987 startete der Betrieb. In der Halle der Sammellagerstelle werden leicht- und mittelradioaktive Abfälle gesammelt, die in den Bereichen Forschung, Medizin und Industrie anfallen. In Mitterteich erfolgt die Zwischenlagerung, bis die Abfallgebinde in das Bundesendlager gebracht werden.

Neues Endlager in sieben Jahren

Bis 1998 konnten diese noch in das ehemalige Endlager der DDR nach Morsleben gebracht werden. Bis die Schachtanlage Konrad in Salzgitter, ein ehemaliges Erzbergwerk, fertiggestellt ist, werden bereits heute Fässer in Spezialcontainer verpackt und so für die Endlagerung vorbereitet. Laut Betreibergesellschaft sollen die Bauarbeiten am Schacht Konrad bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Dann sollen dort die Gebinde in 800 Meter Tiefe in einem Schacht endgültig gelagert werden. Die in Mitterteich angenommenen Abfälle werden zum Teil bei externen Dienstleistern weiterverarbeitet. Gängige Verfahren sind etwa die Verbrennung oder die Hochdruckverpressung, um Raum zu sparen.

Eigene Bahnlinie zum Werk

Auf dem Gelände befindet sich auch die "EVU-Lagerhalle". Sie ist ein zentrales Zwischenlager von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus kerntechnischen Anlagen in Bayern. "Hier werden unter anderem kontaminierte Bauteile aus Betrieb- und Rückbau der bayerischen Kernkraftwerke gelagert", informierte Ide. Der An- und Abtransport erfolge größtenteils über die Schiene - bis Wiesau über die öffentliche Trasse, von dort bis zum Werk über eine eigene Bahnlinie.

Das Werk besitzt ein eigenes Notstromaggregat, berichtete der Geschäftsführer. Es sind auch die entsprechenden Brandschutzanlagen mit Feuerlöschteich, CO2- Löschanlagen und Leichtschaumgeneratoren für eventuelle Zwischenfälle vorhanden. Natürlich werden ganzjährig Messungen zur Radioaktivität vorgenommen. Die Betriebsgenehmigung für die GRB ist vorerst bis Ende 2028 befristet.

Die FW-Mitglieder hatten auch Fragen an Ide: "Wie nahmen damals die Mitterteicher die Gründung der GRB auf." Bei der Führung waren zum Teil Zeitzeugen dabei. Sie wussten, dass damals der Widerstand sehr groß war und viele Mitterteicher Angst hatten. Durch gezielte Aufklärungsarbeit nehmen die Mittereicher die GRB heute als selbstverständlich an.

Am Ende der Führung ging es in den Kontrollbereich. Bevor die Hallen besichtigt wurden, ging jeder Teilnehmer durch den Übergangsbereich. Hier bekamen jeder Besucher Überschuhe und einen Übermantel. Dann ging es in Meisterbüro und das Strahlenschutzlabor mit den verschiedenen Messeinrichtungen. Im Anschluss daran besichtigte die Gruppe die diversen Gerätschaften wie Stapler, Luftkissenfahrzeug und ferngesteuerte Kräne. Bevor der Kontrollbereich verlassen werden konnte, durchschritten die Freien Wähler den Hand-, Fuß- und Kleider-Monitor, ein Kontaminationsmessgerät. Da keinerlei Kontamination festgestellt wurde, endete nun die Führung.

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