Deutschland und die Welt
16.06.2020 - 13:27 Uhr

Mobilfunk-Provider berechnen keinen Traffic für Corona-Warn-App

Die Mobilfunk-Betreiber in Deutschland werden ihren Kunden keinen Datenverkehr berechnen, der durch die neue Corona-Warn-App entsteht.

Künftig sollen die Bundesbürger auch ihr Handy einsetzen können, um die Corona-Epidemie einzudämmen. Die Regierung baut darauf, dass viele mitmachen - auch wenn die Infektionszahlen gerade niedrig sind. Bild: Oliver Berg
Künftig sollen die Bundesbürger auch ihr Handy einsetzen können, um die Corona-Epidemie einzudämmen. Die Regierung baut darauf, dass viele mitmachen - auch wenn die Infektionszahlen gerade niedrig sind.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, Timotheus Höttges, kündigte am Dienstag bei der Vorstellung der Tracing-App in Berlin an, den Kunden für die Verwendung der App keinen Datenverkehr zu berechnen. Dieses "Zero Rating" werde nicht nur von der Telekom, sondern von allen Providern praktiziert.

Die App laufe "auf den gängigsten Modellen, die wir im Markt haben." In Deutschland seien rund 50 Millionen Smartphones aktiv. "Es kommt aber nicht auf die Gesamtzahl an, weil jeder einzelne Fall zählt." Die Android-Version lag schon nach wenigen Stunden im Bereich zwischen 100 000 und 500 000 Nutzern. Für iOS lägen die Zahlen noch nicht vor.

Höttges betonte, die App sei ein Beweis der Leistungskraft Deutschlands. "Alles ist Made in Germany. Die Server liegen in Deutschland." Von der Entwicklungsarbeit in Deutschland werde auch die Bluetooth-Technik weitweit verbessert. "Wir haben mit konkreten Messergebnissen bei den Bluetooth-Signalen zur Verbesserung der Programmschnittstellen bei Apple und Google beigetragen."

Höttges verwies darauf, die Digitalisierung betreffe nicht nur die Nachverfolgung von Infektionsketten, sondern auch der Testzentren und Labore. "Dadurch wird die gesamte Kommunikation signifikant beschleunigt. Wir gehen davon aus, dass gegenüber dem analogen Prozess bis zu vier Tage gewonnen werden können." Bis zu 20 Prozent der großen Testkapazitäten seien bereits digitalisiert, der Anteil soll schnell wachsen.

Der Technikchef der SAP, Jürgen Müller, verwies auf die starke Beteiligung der Community, weil man einen transparenten Weg verfolgt habe, die App als Open Source zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit Apple und Google sei "auf Augenhöhe" verlaufen.

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