18.02.2019 - 11:33 Uhr
MoosbachOberpfalz

Josef Hierold plant Protest

Die Firma Südwerk möchte bei Moosbach eine Freiflächen-Photovoltaikanlage bauen. Trotz naturnahen Antrags ist Marktrat Josef Hierold strikt dagegen. "Schützt endlich unsere Landschaft", fordert er im Gemeinderat.

Auf diesem Areal an der Staatsstraße Moosbach-Eslarn soll eine Freiflächen-Photovoltaikanlage entstehen.
von Peter GarreissProfil

Im Bereich Hafeltrath, einem riesigen Areal nördlich der Staatsstraße 2155 Moosbach-Eslarn bei Ödbraunetsrieth soll eine Photovoltaikanlage entstehen. Manuel Zeller von der Firma Südwerk erläuterte das Vorhaben und erklärte, das Gelände sei eine ausgeräumte und intensiv bewirtschaftete Fläche. Der Naturschutz werde beachtet, die Beweidung ermöglicht und die Belange der Insekten und Bienen berücksichtigt. Eine Versiegelung finde nicht statt. Es werde nicht betoniert, und die Pfosten werden nur in den Boden eingeschlagen. Wegen des naheliegenden Umspannwerkes Eslarn sei der Standort besonders interessant. Für Josef Hierold gehört die Photovoltaik-Technik auf die Dächer. „Schützt endlich unsere Landschaft“, appellierte der Rat an das Gremium. Er sprach sich gegen das Zupflastern aller Südhänge mit Photovoltaikanlagen aus. Dadurch werde die ganze Gemeinde verschandelt. „Ich werde künftig massiv dagegen arbeiten“, kündigte er an. Bürgermeister Hermann Ach zeigte dafür Verständnis. „Man muss auch die Naherholungsfunktion unseres Gebietes sehen.“ Sein Vorschlag, erst einmal das Landratsamt einzuschalten, wurde mit 12 gegen 2 Stimmen genehmigt.

Der Markt Moosbach plant den Umbau der ehemaligen Grundschule in ein Wohnhaus. Das Programm „Innen statt Außen“ fördert das Vorhaben zu 90 Prozent. In der vergangenen Sitzung des Gemeinderats wurde bekannt: Der Baubeginn ist noch im zweiten Halbjahr 2019. Um günstige Preise erzielen zu können, soll es eine Winterbaustelle werden. Josef Rauch gab zu bedenken, dass es im Falle einer Erweiterung des Kindergartens zu eng werden könnte. Bürgermeister Hermann Ach meinte,in diesem Fall werde der Kindergarten an anderer Stelle neu gebaut. Auch eine vorherige Bedarfsermittlung für das Wohnhaus hielt Ach wegen der großen Nachfrage nach Wohnungen für nicht erforderlich. Oberbaurat Georg Braunreuther vom Amt für ländliche Entwicklung hielt eine Förderung nur für möglich, wenn die Wohnungsnachfrage entsprechend groß ist. „Über welche Summe sprechen wir bei diesem Projekt“, fragte Konrad Lingl. Knapp zwei Millionen Euro hielt Ach für möglich. Mit einer Gegenstimme erhielt das Ingenieurbüro Sowatec aus Letzau den Planungsauftrag.

Langsam nimmt auch das Ausmaß der geplanten Umgestaltung des Moosbacher Marktplatzes konkrete Formen an. Das Projekt wird durch die Dorferneuerung Moosbach II gefördert. Landschaftsarchitekt Siegfried Lösch hatte in der letzten Sitzung zwei Varianten parat, die er in Gegenwart von Oberbaurat Georg Braunreuther dem Gemeinderat vorstellte. Der erste Vorschlag geht vom Wegfall aller Parkplätze am Marktplatz aus. Nur der Brunnen würde am selben Ort oder an anderer Stelle erhalten bleiben. Wo jetzt Autos parken, würde eine Baumreihe entstehen. So könne der Platz besser genutzt werden, erklärte Lösch. Die Straße würde asphaltiert und die restlichen Flächen mit geschnittenem Granitpflaster versehen. Das war den Gemeinderäten dann doch zu viel und sie sprachen sich deshalb für eine Belassung der vorhandenen Parkplätze, eine neue Buswartestelle und etwas mehr Grün aus. Bürgermeister Hermann Ach schlug barrierefreie und behindertengerechte Parkplätze am Markt vor.

Auch um die Granitmauer und die rund 150 Jahre alte ortsbildprägende Eiche entstanden Diskussionen. Rauch erinnerte an die historische Bedeutung der 1871 nach dem Frankreichfeldzug gepflanzten Friedenseiche. Das Gemeindeoberhaupt meinte dagegen, der Statiker empfehle die Fällung des Baumes. Das Totholz nehme zu und es bestehe eine Verkehrssicherungspflicht. Ach schlug vor, beim Landratsamt Antrag auf Anerkennung als Naturdenkmal zu stellen. Dann stünde der Landkreis in der Unterhaltungspflicht.

Hans Hanauer fand eine Verlegung des Brunnen zu teuer. Für Lingl waren die geplanten Eisenpfosten am Marktplatz verunstaltend. Seine Frage, ob die Granitmauer bestehen bleibe, bejahte Ach. Josef Hierold sprach sich für möglichst viele Parkplätze im Ortskern aus. „Wir dürfen nicht jedes Geschäft hinausjagen und wir brauchen keine Stein- oder Eisenpolder.“ Die Eiche sollte so lange wie möglich erhalten werden. Einstimmig wurde auch beschlossen, den Landkreis Neustadt/WN um Kostenübernahme für den Unterhalt der Friedenseiche zu bitten.

Zu einer langen Aussprache kam es beim Punkt „Neubau eines Feuerwehr-Gerätehauses in Burgtreswitz“. Die Gesamtkosten liegen hier bei 232.000 Euro. Die Feuerwehr würde 75.000 Euro übernehmen, den Restbetrag von 157.000 Euro müsste die Gemeinde bezahlen. Bürgermeister Ach erklärte, im Haushalt 2019 seien bereits 100.000 Euro für diese Maßnahme eingestellt. Die restlichen 57.000 Euro seien noch offen. Johann Schnupfhagn wies darauf hin, dass man bei der Planung nur den Grundanforderungen des Gesetzgebers gerecht werde. „Alles sei gut überlegt und, wo erforderlich, weggestrichen worden“, gab Schnupfhagn zu verstehen. Die Aktivitäten der Wehr seien groß und der geplante Schulungsraum unbedingt erforderlich. Die Feuerwehr Burgtreswitz, so Schnupfhagn, habe wegen des riesigen Schlosses eine Art Sonderstellung. Auch Lingl räumte ein, dass Burgtreswitz immerhin nach Moosbach der einwohnerstärkste Ort in der Gemeinde sei und an einer verkehrsmäßig stark belasteten Straße liege. Der Gemeinderat bat die Feuerwehr, nochmals die Kosten zu überprüfen und aus den momentan ungedeckten 57.000 Euro eine etwas kleinere Summe zu machen. Eventuell könne in einem Nachtragshaushalt eine Regelung gefunden werden.

Der Gemeinderat Moosbach will den Marktplatz nicht parkplatzfrei machen. Vier bis fünf Parkplätze, ein Omnibuswartehäuschen und etwas mehr Grün sind geplant. Die Pläne dazu liefert das Architekturbüro Lösch aus Amberg.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.