Das arme Tier wurde durch die Wucht regelrecht aus dem Motorraum geschleudert. Die Diagnose fiel erschütternd aus: Beckenbruch, Bauchbruch, Oberschenkelhals-Fraktur und beide Unterschenkel gebrochen. Das etwa vier Monate alte Katzenbaby muss unvorstellbare Schmerzen gehabt haben. "Es hat jämmerlich geschrien", erinnert sich der Veterinär.
Die Familie aus dem Altlandkreis Vohenstrauß, der die Kleine gehört hat, kam mit ihr gleich nach dem schrecklichen Unfall in Reindls Praxis. Die Tochter hat fürchterlich geweint. Die Operation hätte mindestens 2000 Euro gekostet, schätzt der Tierarzt. Das war dem Familienvater zu teuer. Er wollte, dass Reindl die Katze einschläfert.
Doch der weigerte sich: "Das ist kein Grund zum Einschläfern. So etwas kann man richten, egal, was es kostet." Daraufhin hat er das Tier angenommen "und nach und nach mit großem Aufwand auf eigene Kosten operiert". Zweimal drei Stunden dauerten Bauchbruch-, Becken und Hüft-OP sowie die Verplattung beider Unterschenkel mit medizinischem Stahl. Nach ein paar Tagen konnte das Kätzchen wieder laufen, mittlerweile ist es vollkommen genesen und erkundet schon neugierig und frech seine Umwelt.
Kurz nach der Operation rief die Tochter der Familie noch einmal an. Als sie erfuhr, dass ihr kleiner Liebling wieder gesund wird, brach sie erneut in Tränen aus. Danach hat Reindl nichts mehr von den früheren Besitzern gehört. Einen Namen hat die Mieze übrigens nicht. "Wir nennen solche Tiere immer erst einmal ,Findus'", sagt der Moosbacher.
Ob Katzen jetzt sieben oder neun Leben haben, dürfte "Findus" wohl ziemlich egal sein. Der Veterinär hat jedenfalls eins davon gerettet. Nun soll die Kleine ihr zweites in einem neuen Zuhause genießen. Vielleicht findet sich ja ein Tierfreund, der den vier Monate alten Vierbeiner aufnimmt. Für weitere Informationen steht Reindl zur Verfügung: Telefon 09656/914822.
Das ist kein Grund zum Einschläfern. So etwas kann man richten, egal, was es kostet.
Geld oder Leben
Wie viele Leben hat eine Katze? Sieben sagen die einen, neun die anderen. Im Fall der kleinen Mieze, die schwer verletzt mit mehreren Knochenbrüchen in die Praxis von Dr. Hubert Reindl in Moosbach kam, ist es egal, wie die Antwort auf diese Frage ausfällt. Viel wichtiger ist, dass der Tierarzt dem vier Monate alten Kätzchen in aufwendigen Operationen das Leben gerettet hat, anstatt es einzuschläfern. Manch einer könnte jetzt sagen: „Das hätte er doch auch machen können, dann wäre wenigstens noch etwas verdient gewesen.“ Doch wichtiger als Geld waren Reindl die Würde des Tiers und dessen Recht auf Leben. Das ist Teil des hippokratischen Eids eines Veterinärs. Die Operationen wären extrem teuer gewesen, den bisherigen Besitzern der kleinen Katze ist daher auch kein Vorwurf zu machen, dass sie sich dagegen entschieden haben. Hätten sie gewusst, dass es auch Krankenversicherungen für Tiere gibt, hätten sie womöglich anders gehandelt.















Diesen Artikel finde ich - gelinde gesagt - erschütternd!
Er stellt Menschen an den Pranger, die die 2000 € für eine Katzen-OP nicht aufbringen konnten oder wollten und lässt sie hier schon fast in einem Licht der mutwillig unterlassenen Hilfeleistung erscheinen.
Inzwischen dürfen wir ja wohl ohnehin froh sein, wenn nicht Namen oder ein Bild des Wohnhauses "versehentlich" im Web landen und man sich Anfeindungen aller Art ausgesetzt sehen muss.
Da möchte eine Familie ein - in ihren Augen tödlich verletztes - Tier zum Einschläfern bringen. Wer selber Haustiere hat, weiß, wie schlimm so etwas ist. Schlimm, dieses Tier so zu finden, schlimm, es zu "untersuchen", furchtbar, das verzweifelte Kind zu sehen, die "Entscheidung" treffen zu müssen, und während der Fahrt zum Tierarzt das schreiende Tier im Auto zu haben. Wer das schon einmal erlebt hat weiß, wovon ich rede.
Und dann wird man abgewiesen, weil "man das richten kann".
Für über 2000 €.
Vermutlich.
Wenn das Tier die OP überlebt.
Ich kenne den Tierarzt nicht, also möchte und kann ich ihm auch kein Motiv, sein handwerkliches Können beweisen zu wollen, unterstellen. Er hat die Katze gerettet, auf eigene Kosten und das ist wunderbar und ihm in jedem Fall hoch anzurechnen.
Aber die Familie so darzustellen ist von der Berichterstattung her unwürdig!
Ich weiß nicht, in welchen Verhältnissen Herr Schreiber lebt. Ich selber hatte schon Jobs, da habe ich im Monat noch nicht mal 2000 € verdient, geschweige denn übrig gehabt. "Übrig" habe ich sie übrigens bis heute nicht.
Vielen Menschen können sich Zuzahlungen zu Medikamenten, Sehhilfen oder Zahnersatz noch nicht mal für sich selbst leisten.
Krankenversicherungen für Tiere sind meist ein Witz (allerdings ein sehr teurer) und haben noch mehr Ausschlusskriterien als andere Versicherungen.
Auch würde mich interessieren, wie weit denn der hippokratische Eid eines Veterinärs zu gehen hat. Werden in nächster Zeit z.B. auch todkranken krebskranken Tieren unzählige Chemotherapien aufgedrängt, wie bei Menschen leider üblich? Dialyse, Beatmungsgeräte? Palliativmedizin? Zumal bei einem Tier dies ja noch nicht einmal eine Patientenverfügung stoppen kann?
Bei weiteren Berichten dieser Tendenz sehe ich eher die Gefahr, dass die Leute die Konfrontation mit dem Tierarzt künftig eher meiden und ihre kranken Haustiere, wie noch vor einigen Jahrzehnten leider üblich, wieder ertränken, erschlagen oder unfachmännisch abknallen.
Ob damit jemandem gedient ist?
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