Moosbach
24.03.2019 - 09:56 Uhr

Letzter Wolf der Oberpfalz 1882 geschossen

Berichte über Wolfs-Sichtungen häufen sich in letzter Zeit. Vor Jahrhunderten herrschte ein ungleicher Kampf.

Im Moosbacher Raum bei Putzhof trieben Wölfe vor über 350 Jahren ihr Unwesen. Repro: Michael Ascherl [Michael Ascherl] (michael.ascherl@oberpfalzmedien.de, mascherl)
Im Moosbacher Raum bei Putzhof trieben Wölfe vor über 350 Jahren ihr Unwesen.

Beim Durchblättern der Akten des kurfürstlichen Pflegeamtes Burgtreswitz fällt sofort die Wolfsgefahr im Raum Moosbach/Treswitz vor über 350 Jahren ins Auge. Von ersten Wölfen überhaupt wurde 1477 in Altenstadt bei Vohenstrauß berichtet.

1662 wurden 19 alte Wölfe erschossen, in Gruben gefangen und erschlagen zu Böhmischbruck, Treswitz, Gröbenstädt und Frankenreuth. 1663 waren es nochmals 26 Wölfe. 1677 töteten Wölfe einen Hirtenbuben bei Burgtreswitz. Vielerorts kam es zu Angriffen auf Menschen mit Todesfällen und schweren Verletzungen, unter anderem bei Tröbes, Böhmischbruck, Saubersrieth, Pullenried, Pertholzhofen, Burkhardsrieth, Eslarn, Frankenreuth oder Waltenrieth. Hauptopfer waren Kinder im Alter von 4 bis 15 Jahren, auch Erwachsene mussten häufig die Flucht ergreifen.

Nun verfügte die Regierung in Amberg, dass stets mit Waffen bewehrte Erwachsene mit den Kindern das Vieh hüteten, damit diese nicht so großen Gefahren ausgesetzt wären und rasch Hilfe fänden. Und die Hofkammer zu München, die am 30. August 1678 von der Regierung in Amberg von den traurigen Vorfällen in Kenntnis gesetzt worden war, befahl, den Tieren mit Jagen, Fallen und Wolfsgruben nachzustellen. Trotzdem kam es weiter zu Begegnungen, vor allem von Kindern, mit dem Wolf. Besonders der Raum Tröbes war schwer betroffen. Um den Eifer der Jäger zu steigern genehmigte die Hofkammer ein Schießgeld (Kopfgeld) von neun Gulden für einen alten und von drei Gulden für einen jungen Wolf.

Die Jäger verzweifelten oft an der Schlauheit der Tiere. 1677 herrschte an der böhmischen Grenze eine solche Wolfsplage, dass man sie als „grassierende Pest“ bezeichnete. Nach 1680 beruhigte sich die Lage etwas. 1882 wurde in einer Treibjagd beim Kulmain der letzte Wolf der Oberpfalz geschossen.

 
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