15.10.2018 - 10:44 Uhr
MoosbachOberpfalz

Mitte des Lebens finden

Pfarrer Josef Most verurteilt in seiner Festpredigt die immer weiter wachsenden Ansprüche der Menschen. Es gebe nur einen Weg zurück. Und dann finde jeder auch wieder zu Gott.

Die Vereine und Abordnungen ziehen mit Blasmusik von der Pfarrkirche zum Übersetzungsfest in die Wieskirche.
von Peter GarreissProfil

„Schönster Jesus auf der Wies“, erklang beim Übersetzungsfest in der Wieskirche. Die Wallfahrer waren von der Pfarrkirche in Moosbach mit der Blasmusik zur Wallfahrtskirche gezogen. Fahnenabordnungen und Mitglieder der Feuerwehren Moosbach und Gröbenstädt, des Frauenbundes Moosbach, der Kolpingsfamilie, des Waldvereins und der Schützengesellschaft Moosbach sowie die Gemeinde- und Pfarrgemeinderäte und Bürgermeister Hermann Ach sowie zweiter Bürgermeister Fritz Steinhilber waren ebenfalls dabei. Gemeinsam mit den Ministranten und Diakon Herbert Sturm zog Pfarrer Josef Most in der Wallfahrtskirche ein. Dort begrüßte der Pfarrer die Gläubigen, insbesondere die Wallfahrer.

In seiner Festpredigt verglich Pfarrer Most das Leben mit einem Karussell. Am Anfang sei noch alles übersichtlich. Da können wir aus einfachem Herzen Gott zufrieden danken. Aber je weiter sich der Mensch sich von der Mitte des Karussells entferne, umso höher sei die Gefahr, herausgeschleudert zu werden. Der Mensch will immer mehr, wird Sklave seiner Wünsche und diene schließlich dem Reichtum, dem Geist des Geldes. Most bezeichnete den Wachstumsgott als einen weiteren Bogen im Karussell, der uns immer weiter vom wahren Gott und von der Gerechtigkeit wegtreibt. "Unsere Ansprüche kosten immer mehr Menschen das Leben. Darum brauchen wir heute so nötig wie noch nie den inneren und äußeren Umweltschutz." Für den Geistlichen gibt es nur einen Weg, durch das Nadelöhr unserer Zeit und unseres Lebens zu kommen, den Weg zurück zur Einfachheit, "zum Nein-Sagen gegenüber unseren Ansprüchen".

Ein Blick in die Welt zeige, dass es noch viele andere Karussells gebe, die den Menschen nach außen treiben und abdriften lassen. Viele wollen jede Fete wahrnehmen, kein Vergnügen auslassen oder süchtig auf Computerspiele werden. Viele kommen nicht mehr vom Fernsehen oder dem Internet weg und wollen ausgedehnte teure Reisen. Die Versuchungen sind groß. Die Menschen sollen wissen, dass es nur einen Weg, den nach innen, gibt. "Den des Verzichtes, der uns die Freiheit zurückbringt um wirklich leben zu können und nicht nur für die Arbeit oder fürs Vergnügen da zu sein. Dann hat auch Gott wieder mehr Chancen, unsere Mitte zu sein und wir könnten wieder froher leben." Der Festgottesdienst wurde musikalisch umrahmt von der Bläsergruppe Moosbach und Karl Beugler an der Orgel. Für die Lesungen und Fürbitten sorgte Jenny Hofmeister und für das Evangelium Diakon Sturm.

Pfarrer Josef Most vergleicht in seiner Predigt das Leben mit einem Karussell. Zusammen mit Diakon Herbert Sturm hält er den Festgottesdienst zum Übersetzungsfest in der Wallfahrtskirche.
Pfarrer Josef Most vergleicht in seiner Predigt das Leben mit einem Karussell. Zusammen mit Diakon Herbert Sturm hält er den Festgottesdienst zum Übersetzungsfest in der Wallfahrtskirche.
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