03.08.2018 - 08:12 Uhr
MoosbachOberpfalz

Moosbach in Schutt und Asche

Im Jahr 1848 brennt Moosbach fast vollständig nieder. In kurzer Zeit liegt der Ort in Schutt und Asche. Nur vier Häuser bleiben verschont.

Moosbach nach dem großen Brand von 1848 mit abgebrannter Kirche (im Bild ohne Turm- und Kirchendach). Im Vordergrund der Sperl-Hammer von Gröbenstädt.
von Peter GarreissProfil

(gi) Am 30. Juli 1848, erlebte der Markt mit einem Großband einen der schwärzesten Tage seiner fast 900 Jahre andauernden Geschichte. Schlimmer war für den Ort nur der Einfall der Hussiten vor 430 Jahren, als der ganze Ort niedergebrannt wurde und 300 Tote zu beklagen waren.

Der Großbrand im Jahre 1848 vernichtete fast den ganzen Ort, nur vier der 110 Häuser blieben verschont. Bereits 14 Tage vorher hörte man das Gerücht, dass der Markt angezündet werde. Man bezeichnete dabei sogar das Haus, wo das Feuer ausbrechen werde, nämlich das des Hutmachers Decker (heute Cafe Eger in der Hauptstraße).

Tatsächlich kam es am Sonntag, 30. Juli, zu dem angekündigten Inferno. Vormittags um 9 Uhr begann der Gottesdienst in der Pfarrkirche. Der Pfarrer war auf der Kanzel und hielt seine Predigt. Er musste sie bald abbrechen, denn draußen vor der Kirche entstand ein großer Lärm. Eine Feuerlöschmaschine fuhr, von Pferden gezogen, an der Kirche vorbei. Die Leute riefen laut "Feuer, Feuer!" und strömten aus dem Gotteshaus. Auf der Rückseite des Anwesens Decker schlug bereits das Feuer heraus. Kaum stand das Gebäude in Flammen, brannte auch das letzte gegen Burgtreswitz stehende Anwesen Kemnitzer. Nach 1 ½ Stunden war der ganze Markt in Schutt und Asche. Selbst das Armenhaus wurde ein Raub der Flammen. Es hatte wochenlang nicht geregnet und dazu wehte ein starker Wind.

Die Pfarrkirche geriet ebenfalls in Brand. Der Hammer schlug noch 11 Uhr, dann fielen Uhr und Glocken herab. Es konnte fast nichts aus der Kirche gerettet werden. Die Messgewänder, die Altäre, die Orgel, der Kreuzweg und ein Christusbild im vergoldeten Rahmen wurden Opfer der Flammen. Es verbrannte auch die Pfarrregistratur sowie eine Bibliothek, die von einem Sohn der Gemeinde, nämlich Benefiziat Mayr in Linz/Österreich im Jahre 1754 gestiftet worden war. Ihr Wert wurde auf 6000 Gulden geschätzt. Nur der Leib des heiligen Aurelius, der sich noch heute in der Pfarrkirche befindet, wurde gerettet.

Bürgermeister Johann Baptist Schmucker musste beim Guts- und Hammerherrn von Sperl zu Gröbenstädt bei Moosbach einen Bogen Papier und Tinte ausleihen um über den Brand an das königliche Landgericht Vohenstrauß berichten zu können. Der Gottesdienst wurde nun in der Wieskirche gehalten. Für die Abgebrannten von Moosbach liefen große Sammelaktionen an. In den Orten der näheren Umgebung wurden Lebensmittel, Kleidungsstücke und Futtervorräte gesammelt.

Auch in der Stadt Weiden, die damals 2300 Einwohner zählte, gab es eine Sammlung. Am 3. August 1848, also nur vier Tage nach dem Unglück kamen aus Weiden zwei große Wagen mit Brot und Nahrung, Kleidung und Futter für die Tiere an. Außerdem wurden vom Stadtrat Weiden fast 31 Gulden an Pfarrer Michael Dill und Marktschreiber Lorenz übergeben. Der Wiederaufbauplan der Königlichen Bauinspektion Weiden für Moosbach wurde schon am 12. Oktober 1848 von der Regierung in Regensburg genehmigt. Danach mussten sämtliche an der durch den Markt führenden Distrikt-Straße nach Eslarn und Oberviechtach liegenden Häuser nun zweistöckig errichtet werden und die Nebengebäude freistehend und feuersicher sein.

1848 stand in der Hauptstraße in Moosbach nichts mehr. Alle Bürger mussten nun ihre Häuser zweistöckig errichten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.