21.02.2020 - 10:57 Uhr
MoosbachOberpfalz

"Nascha Pfinsta" in Moosbach: Polizei spricht von "ruhiger Nacht"

3200 Besucher - und trotzdem blieb alles weitgehend friedlich. "Aus polizeilicher Sicht ist der ,nascha Pfinsta' in Moosbach sehr zufriedenstellend verlaufen", zieht Erster Polizeihauptkommissar Martin Zehent am Tag danach Bilanz.

von Jutta Porsche Kontakt Profil

Einige Vorkommnisse gab es dennoch: Noch vor Mitternacht wurde eine 18-Jährige mit über 1,5 Promille am Autosteuer ertappt. Eine 17-Jährige wollte sich nach Angaben von Martin Zehent, Leiter der Polizeiinspektion Vohenstrauß, mit dem Personalausweis ihrer Freundin Zugang zu der Veranstaltung verschaffen. "Das war der einzige Fall von Ausweismissbrauch." Zwischen zwei jungen Männern, beide 23 Jahre, kam es zu einer Körperverletzung, die relativ glimpflich ausging. Im Streit um eine Freundin versetzte der eine dem anderen einen Schlag ins Gesicht. Mit einer Platzwunde am linken Auge wurde das Opfer zur Behandlung ins Vohenstraußer Krankenhaus transportiert.

Zu tief ins Glas geschaut hatten offensichtlich zwei Besucher am unsinnigen Donnerstag. Gegen Mitternacht wurde ein 17-Jähriger völlig apathisch im Toilettenbereich entdeckt. Der Vater holte seinen Sohn ab. Um 0.34 Uhr beschäftigte eine bewusstlose Frau die Rettungskräfte. Sie war aufgrund ihres hohen Alkoholpegels zusammengebrochen.

Alles in allem sei das aber kein Vergleich zu früheren Jahren, erklärt Zehent. "2012 zum Beispiel gab es ausufernde Schlägereien mit zehn Beteiligten und mehreren Verletzten. Das haben wir Gottseidank hinter uns." Das von Gemeinde, Veranstalter, Polizei und Sicherheitsdienst seit einigen Jahren gemeinsam entwickelte Konzept gehe auf.

Dazu zählen unter anderem die Eingangsschleusen. Für unter 16-Jährige ist der Zugang verboten. Sogenannte "Mutti-Zettel", also die Erlaubnis von Erziehungsberechtigten, dass Sohn oder Tochter in Begleitung eines Erwachsenen zu der Veranstaltung dürfen, sind ausgeschlossen. "Hier ist zu leicht Missbrauch möglich." Auch Führerscheine, Schülerausweise oder andere Ersatzdokumente anstelle des Personalausweises werden an diesem Abend nicht akzeptiert. Zudem zeigt die Polizei vor Mitternacht bewusst Stärke und ist in großer Zahl vertreten. Dazu kommen 30 Kräfte des Sicherheitsdienstes. Zehent: "Das funktioniert ausgezeichnet und alle ziehen mit."

Ab 7 Uhr morgens hat die Polizei am Freitag noch einmal verstärkt Alkoholkontrollen durchgeführt. "Kein einziger Fahrer saß mit Promille am Steuer", freut sich der Inspektionschef. Die bereitstehenden Taxen und Busse würden ebenso genutzt wie die Eltern als Chauffeure. "Alkoholfahrten sind die große Ausnahme. Eine erfreuliche Entwicklung." Möglicherweise habe auch der um 2 Uhr nachts einsetzende Regen und Wind dazu beigetragen, dass einige Narren früher als geplant ihre Zelte abbrachen.

Zehents Fazit: "Wir können von einer ruhigen Nacht sprechen." Das gemeinsame Konzept sei erfolgreich und werde deshalb so fortgesetzt.

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