21.02.2020 - 15:05 Uhr
MoosbachOberpfalz

SPD bläst zum Angriff

Zum Wahlauftakt der SPD platzt das Gasthaus Brandstätter schier aus allen Nähten. Die Gäste eint die Hoffnung, dass die CSU am 15. März nicht den Bürgermeistersessel erobert.

Proppenvoll ist das Gasthaus Brandstätter beim Wahlauftakt der SPD Moosbach.
von Peter GarreissProfil

Ortsvorsitzender Hans Maier freute sich, dass zur Vorstellung von Programm und Kandidaten auch stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger aus Waidhaus, Bürgermeister Rainer Gäbl aus Eslarn sowie Zweiter Bürgermeister Fritz Steinhilber und Dritter Bürgermeister Konrad Lingl aus Moosbach vorbeischauten.

Die SPD wolle das Beste für die Heimat rausholen und würde sich freuen, wenn diesmal kein CSU-Kandidat Bürgermeister würde. "Wir wollen eine zukunftsorientierte Gemeindepolitik machen, die sozial, gerecht und bürgernah ist", versicherte Maier. Gemeinderat Josef Rauch umriss das Programm. "Für eine Wahl nach Personen und nicht nach einer Partei“, sprach er sich aus. Bürgernähe und Gespräche auf Augenhöhe habe man in der letzten Periode vermisst. „Wir sind nicht wie die CSU besessen von der Mehrheit. Uns reicht es, wenn man gemeinsame Ziele hat und Kompromisse schließt.“

Die SPD wolle Zukunftsperspektiven und nicht nur verwalten. In den letzten Jahren sei es im Gemeinderat ohne Plan und ohne Weitsicht gelaufen. Ein Marktentwicklungs- und Fremdenverkehrsausschuss wurde gegen die Stimmen der CSU beschlossen. Aber der Ausschuss wurde in sechs Jahren nur zweimal vom Bürgermeister einberufen, obwohl viele Dinge zu beraten gewesen wären. Rauch: "Da kam nichts raus, das war sinnlos."

Was machen wir, wenn der Moosbacher Arzt seine Praxis schließt? Die CSU meine, ein Seniorenheim sei ein Ersatz für einen Facharzt. Die SPD meine, dass das von der Gemeinde gekaufte „Boderanwesen“ für eine Arztpraxis geeignet wäre. „Was machen wir, wenn das einzige Lebensmittelgeschäft in Moosbach schließt? Jetzt müssen wir planen, um im Ernstfall einen Plan B zu haben.“

Rauch erinnerte daran, dass der Gemeinderat entschieden habe, bei der Wasserversorgung eigenständig zu bleiben. Aber die Quellschüttungen seien erschreckend rückläufig. Der Tiefbrunnen habe Nitratprobleme, denn er habe seit Jahren kein Schutzgebiet. "Plötzlich lesen wir in der Presse, dass eine Quelle bei Ragenwies überprüft werde. Deshalb können wir nicht sagen, dass wir bei der Wasserversorgung alles getan haben."

Dank dem Freistaat Bayern seien die Gemeindefinanzen wieder in Ordnung. "Nun können wir auch wieder für den Bürger mehr leisten, aber leider nicht für junge Familien mit Kindern, die verbilligte Müllsäcke benötigen." Da heiße es bei einem 15-Millionen-Haushalt nur: zu teuer. Als gute Lösung bezeichnete Rauch den Straßenbau für 2 Millionen Euro von Niederland nach Etzgersrieth mit 90 Prozent Förderung.

Er bezeichnete es als Armutszeugnis, dass es keine Einweihung der Straße gab. Rauch vermisste eine Prioritätenliste für den Straßenbau. Aber plötzlich sei von einem Straßenbau Niederland nach Ödpielmannsberg die Rede. Urlaub in Deutschland sei wieder im Kommen. Rauch forderte daher entsprechende Initiativen für E-Bikes und Wohnmobile.

Seit sechs Jahren diskutiere man über eine Anbindung an den Bocklradweg. Nichts geschah. „Wir warten bis es zu spät ist.“ Die Umgestaltung des Kurparks am Gruberbach in einen Generationenpark missfiel Rauch. Da werde Naturnahes zerstört. Was nütze ein Generationenpark, wenn das Naturbelassene weg sei. Das Integrierte ländliche Entwicklungskonzept (ILEK), eine Zusammenarbeit der „Elf Freunde"-Gemeinden“ hielt Rauch für eine tolle Sache. "Dazu müssen wir aber für unser Gebiet ein Alleinstellungsmerkmal suchen."

Rauch bedauerte, dass es für die Zusammenarbeit mit Bela in Tschechien zwar einen Gemeinderatsbeschluss gebe, getan werde aber nichts. „Wir kommen nur bis zur Tankstelle, aber nicht weiter nach Bela", bedauerte er. SPD-Vorsitzender Hans Maier dankte Rauch, der alles ansprach, was den Sozialdemokraten wichtig sei. Anschließend stellte Christopher Hanauer die SPD-Gemeinderatskandidaten vor. Bei Bier mit Leberkäs und den Straßenmusikanten wurde es anschließend gemütlich.

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