Treml präsentierte sein neues Programm „Mei, Oberpfalz“ im Moosbacher Rathaussaal. Die Besucher kamen von Parkstein bis Pfreimd. Eingeladen hatte das Team der Gemeinde- und Pfarrbücherei Moosbach um Leiterin Claudia Spendel-Landgraf. Der Weidener tauchte mit seinen Liedern ein in den „Schlooch der Leit“. Gitarrist Robert Prill begleitete den Kabarettisten.
Der Mundart-Künstler animierte das Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen. „Prill spielt besser, wenn ihr ihn mit rhythmischem Klatschen begleitet“, sagte er. Der Weidener brachte dann das Lied vom Casanova zu Gehör, der in Schama, also Hemau war, von Goethe, der in Ponholz Quartier genommen hatte und von Elvis in Grafenwöhr, und „in Moosbach san heit mir berühmte Leit", sang er und machte klar: „Ich stamm aus der Wei´n, liebe Leit.“ Zwischen Fichtenbühl und Hammerweg habe er sich ins Leben verschaut, erzählte er und ließ den „Unterhem-Brando vom Hammerweg“ lustig hochleben. Er sprach über den „Dialekt-Rassismus“ in Bayern. Scherzhaft und lustig meinte er, die Engländer hätten den Oberpfälzern ihre "ou"- und "äi"-Laute geklaut. Ein weiterer Laut der Oberpfälzer sei „öi“. Darauf folgte ein weiteres, selbst verfasstes Lied mit Schnipsen und zum Mitsingen „Ich sing wöi, ich sing wou“, brachte er in Mundart hervor. "Kennt ihr einen Kirwakoucha?" – Keine Frage, es folgte das Kirwakoucha-Lied mit der Zeile: „Gei louma doch dein Kirwakouchn heit auf Nacht bei dir versouchn.“ Es folgten die "Straßenmusikanten von da Wei´n" in sanften Tönen: „Wos bessers wöi'n Doud findst ollawei.“
Treml trug dann einige seiner über 400 Liebeserklärungen in Mundart vor. So sagt man "I mog di", "I hob di gern" oder "Du daugst ma". Seine klassische Ergänzung ist „Du daugst ma ins Kraud ei“. Dazwischen gab es immer wieder großen Beifall. Beim Konzert ging Treml auch auf die Liedwünsche des Publikums ein, wie „Huschala, Huschala“, der Blues „Patschertnoss“ und ein A-capella-Song von der Clementine die gerne Model wäre, aber Orangenhaut hat. Die Zuhörer wurden mit dem Lied „Vor a Hollerstauern mousst an Hout zöign“ zum Nachdenken angeregt.
Der Liedermacher meinte, für ihn sei es nicht leicht, festzustellen, was Heimat ist. Er ist in Weiden aufgewachsen, und hat in Würzburg studiert, arbeitete in Freiburg und wohnt jetzt in Regensburg. In Würzburg hat er elf Jahre verbracht, dort seine Frau kennengelernt, das ist für ihn auch Heimat. Vor 17 Jahren hat er sich mit seiner Kunst selbstständig gemacht und hat nicht geahnt, dass er mit vielen Widerständen zu kämpfen haben würde, etwa, dass „ou“ nicht überall gerne gehört wird. Dann sang er über den Spruch im Show-Business „Schöi sa schad niad“. Nicht vorenthalten wollte er den „Tante Emmaloon bei Tante Amalie“. "Glücklich können wir sein, eine Heimat zu haben, viele haben sie nicht", sagte er und ließ die Flüchtlings-Problematik mit „Zeig dein Gesicht“ anklingen: Die Zuhörer forderte er auf, nicht die Menschlichkeit zu verlieren, sondern das Augenmaß zu bewahren, um für Freiheit, Respekt und Toleranz einzutreten. Treml sang dann eine Hommage an die Oberpfalz. „Mei, Oberpfalz, i bin in dir aufg'wachs'n und ho mei Herz an di a gloint.“ Das Duo erntete großen Beifall. Lautstark wurden Zugaben gefordert, die der Weidener gemeinsam mit Prill bereitwillig gab.















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