Moosbach
22.10.2018 - 16:15 Uhr

Der „Waldvater“ aus Moosbach

Ignaz Mühlhofer liebte seine Heimat. Er starb vor 50 Jahren in Weiden.

Ignaz Mühlhofer (1875-1968) blieb zeitlebens ein Moosbacher. Bild: gi
Ignaz Mühlhofer (1875-1968) blieb zeitlebens ein Moosbacher.

Vor 50 Jahren starb Ignaz Mühlhofer, genannt der "Waldvater", im gesegneten Alter von 93 Jahren in der Mooslohstraße in Weiden. Geboren wurde er am 16. März 1875 in Moosbach als erstes von zwölf Kindern der Eheleute Barbara und Michael Mühlhofer. Nach dem Besuch der Volksschule begann seine Lehre als Postgehilfe in Vohenstrauß. Er arbeitete sich bis zum Postoberinspektor hoch.

Mit seiner Heimat und dem Wandern war er schon als kleiner Junge verbunden. Als sich 1916 die Verschönerungsvereine zum Oberpfälzer Waldverein zusammenschlossen, gehörte Mühlhofer zu den Gründungsmitgliedern. Besonders verdient machte er sich durch die Gründung neuer Zweigvereine. Immer wieder verstand er es, die Bevölkerung für die Mitarbeit zum Wohle von Heimat und Natur zu begeistern.

Chronik aktualisiert

Unzählige Wanderungen organisierte er, um den Stadtmenschen die stillen Schönheiten von Wald und Flur nahezubringen. Dies brachte ihn bald den Beinamen "Waldvater" ein. Es wurde ihm nachgesagt, dass er sich für den Oberpfälzer Wald wie ein Vater für seine Kinder einsetzte. Als er schon frühzeitig aus dienstlichen Gründen seinen Wohnsitz nach Weiden verlegen musste, lag ihm sein Heimatort Moosbach so am Herzen, dass er sehr oft zurückkam und sich um viele Ortsverschönerungsmaßnahmen und Anpflanzungen, insbesondere zwischen Friedhof und Wieskirche, kümmerte.

1925 brachte er zusammen mit seinem Freund einen Wanderführer für den Oberpfälzer Wald heraus. Das Büchlein war sofort vergriffen. Nachdrücklich setzte er sich für den Bau eines Wanderheims in Ödpielmannsberg ein. Der Zweigverein Weiden realisierte schließlich unter vielen Opfern dieses Werk und schuf sich ein schmuckes Wanderheim, das sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut.

Schon 1935 erhielt Mühlhofer die Silberne Ehrennadel des Verbands Deutscher Gebirgs- und Wandervereine und 1954 die Goldene Ehrennadel. Mühlhofer gab auch den Anstoß zum Fremdenverkehr in Moosbach. In den 50er Jahren widmete er sich der Aktualisierung der Chronik des Marktes Moosbach.

Dafür wurde er vom Marktrat im Dezember 1956 mit dem Ehrenbürgerrecht belohnt. Das Ereignis fand damals im "Neuen Tag" mit Text und Bild große Resonanz: "Würdig waren die Räume der Gastwirtschaft Gissibl (heute Brandstätter) geschmückt, in denen die Feierlichkeiten zur Ernennung Mühlhofers zum Ehrenbürger stattfanden. Vorstand Hans Scheuerer vom Waldverein Moosbach eröffnete die Festversammlung und hieß Dr. Schuster vom Hauptverein Weiden, den Marktgemeinderat mit Bürgermeister Johann Bodensteiner, Pfarrer Karl Ohneis, Benefiziat Josef Beinrucker, die Lehrerschaft und Bevölkerung willkommen. Auch der Gesangverein und die Schuhplattlergruppe waren erschienen. Der Gesangverein leitete die Feierlichkeiten mit dem Lied ,Ewig liebe Heimat', ein. Der Schüler Hans Hammer sprach den Prolog. Die Brüder Adolf und Josef Fischer setzten die Programmfolge mit dem Lied ,Was mich am Leben am meisten gefreut', fort.

Vorbild für die Jugend

Dann ergriff Bürgermeister Bodensteiner das Wort und ernannte Mühlhofer zum Ehrenbürger und überreichte die Urkunde. Barbara Bodensteiner erfreute den Jubilar mit einem Gedicht. Lehrer Seidl gratulierte im Namen der Jugendgruppe des OWV und wünschte, dass die Jugend noch recht lange ein so ideales Vorbild haben möge. Mit dem Tanz ,Kikeriki' aus dem Bayerischen Wald erfreuten die Schuhplattler den neuen Ehrenbürger. Der Gesangverein sang ,Im schönsten Wiesengrunde'. Pfarrer Ohneis dankte Mühlhofer für die Anpflanzungen am Friedhof."

Seinen Ruhestand verbrachte Mühlhofer im eigenen Heim in der Mooslohstraße in Weiden. Mit seiner Heimat, dem Markt Moosbach, blieb er immer verbunden. Als Pensionär kam er alle 14 Tage nach Moosbach in sein Elternhaus zur Familie seiner Nichte Lia Huber. Im hohen Alter von 93 Jahren schloss der "Waldvater" am 10. September 1968 für immer die Augen.

 
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