Faschingsnarren in Münchenreuth gehen mit Vorfreude, aber auch Unsicherheit in die neue Session

Fast überall haben Faschingsnarren die Session 2020/21 Corona-bedingt längst abgeschrieben. Der Schlüsselclub Münchenreuth hingegen geht mit einem neuen Prinzenpaar in die fünfte Jahreszeit und will auch den "Fosnatzug" noch nicht absagen.

Stefanie I. und David I. bilden das neue Münchenreuther Prinzenpaar und übernehmen am 11.11. die Regentschaft im Kappldorf.
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Pünktlich zum 11.11. steigt beim Schlüsselclub in der Narren-Hochburg Münchenreuth der Faschingsauftakt - davon konnte auch die Corona-Pandemie den Verein nicht abhalten. Mit Ihrer Lieblichkeit Stefanie I. und Seiner Tollität David I. übernimmt ein neues Prinzenpaar die Regentschaft.

Die beiden Münchenreuther, im richtigen Leben heißen sie Stefanie Hebenstreit und David Wifling, stehen diesmal an der Spitze der Schlüsselcluberer. Die Session steht natürlich unter besonderen Vorzeichen. "Wir wollen vorsichtig prüfen, was möglich, verantwortlich und sinnvoll ist, damit die Faschingsgaudi einen Beitrag zur Überwindung dieser trüben Zeit beitragen kann", gibt Alexander Hübner zu Protokoll, der sich mit den Elferräten wieder um die Organisation des Faschingszuges kümmert.

Mit Faschingszug groß geworden

Die beiden "Hoheiten" sind echte Münchenreuther Faschingsnarren. Prinzessin Stefanie I. ist von klein auf im Verein aktiv und betont als ehemalige Gardetänzerin: "Ich bin mit dem Faschingszug groß geworden. Das gehört zur DNA der Münchenreuther." Schon als kleines Mädchen habe sie davon geträumt, einmal eine richtige Prinzessin zu werden, verrät Stefanie Hebenstreit mit einem Augenzwinkern. In der KLJB engagiert sich die 25-jährige Physiotherapeutin seit langem als Schriftführerin. Mit Helm und "Feuerstuhl" ist sie unterwegs, wenn sie ihren "rasanten" Hobbys nachgeht. Die Prinzessin schwingt sich gern auf ihr Motorrad oder rast mit einem umgebauten Bobbycar durchs Kappldorf. "Daher war doch auch klar, dass wir ein Foto mit meinem Motorrad machen mussten", meint Stefanie und ergänzt: "Auch wenn es mit dem Prinzessinnenkleid nicht ganz so leicht ist auf dem Motorrad."

Der 20-jährige David Wifling war auch schon als kleiner Junge im Kinderwagen bei den Faschingszügen dabei. Später initiierte er den Wagenbau der Ministranten auf dem elterlichen "Lederer-Hof" und koordinierte hier auch in den vergangenen Jahren die Vorbereitung einer Teilnehmergruppe. Dabei bringt er als angehender Elektroniker sein handwerkliches Geschick beim Wagenbau mit ein. Auch er freut sich, "mal ein richtiger Prinz zu sein" und ist stolz, "den Aufstieg vom Hofnarren zum Prinzen geschafft zu haben". Zu seinen Hobbys gehören das "Zocken" am Computer und das Musikmachen. So war er schon oft als DJ bei der Afterzug-Party und beim Kehraus aktiv.

Kein Nachzählen, keine Klagen

"Bei uns hat der Präsident nicht versucht, die Stimmauszählung zu unterbrechen. Die Wahlmänner aus dem unteren, mittleren und oberen Dorf sowie aus den weiteren Gemeindeteilen konnten ohne Nachzählen und Klagen eindeutig und fristgerecht bestimmt werden. Das Prinzenpaar wurde von den Wahlmännern des Schlüsselclubs anschließend einstimmig gewählt", heißt es in Anspielung auf die US-Präsidentschaftswahl in der offiziellen Mitteilung von Stefan Hübner, der die Wahlkommission leitete. "Beide sind im Amt, bis der nächste Zug stattfindet", stellt er dabei klar.

Das Prinzenpaar blickt zwar mit Vorfreude, aber auch mit einer gewissen Portion Unsicherheit in die Zukunft der diesjährigen Faschingssession. Stefanie I. bedauert, dass die Leute nicht gemeinschaftlich Spaß haben und wie gewohnt Fasching zu einer positiven lebensfrohen Zeit machen könnten. David I. werde vor allem den Kehraus und die "feuchtfröhlichen Zeiten in der Bar" vermissen, wie er verrät.

Digitale Elferratssitzung

Mit der ersten digitalen Elferratssitzung an diesem Mittwoch um 19.30 Uhr läutet der Schlüsselclub die 49. Faschingssaison offiziell ein. Vor der Sitzung stärken sich die Elferräte mit einem Burger, den jeder nach Abholung vom Kapplwirt in den eigenen vier Wänden verzehrt. Unter der Führung des "Forschungs- und Entwicklungsteams" um Maximilian Schreyer, Patrick Männer und Alexander Hübner sowie des Schlüsselclub-Vorsitzenden Walter Heindl findet dann die erste Elferratssitzung statt - mittels einer Videokonferenz. Neben der Themenfindung steht auch die Ausarbeitung eines Hygienekonzeptes im Mittelpunkt.

Für die Faschingsnarren ist auch klar, dass der traditionelle "Fostnatzug" nur in sehr eingeschränkter Form und mit höchsten Sicherheits- und Hygienemaßnahmen möglich sein wird. "Man muss sehen, was im Januar und Februar möglich ist und dies in Abstimmung mit den zuständigen Behörden ausarbeiten", erklärt Alexander Hübner, "auch wenn die Durchführung des Zuges in den Sternen steht". "Gesundheit und Vernunft gehen vor", ergänzt dazu Walter Heindl und freut sich zugleich über das neue Prinzenpaar und die erste Elferratssitzung der Session.

Das war in diesem Jahr beim Faschingszug in Münchenreuth geboten

Stefanie I. und David I. bilden das neue Münchenreuther Prinzenpaar und übernehmen am 11.11. die Regentschaft im Kappldorf.
Stefanie I. und David I. bilden das neue Münchenreuther Prinzenpaar und übernehmen am 11.11. die Regentschaft im Kappldorf.

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