Für den "Kapplpfarrer" gibt es keine Altersgrenze

Pater Friedhelm Czinczoll feiert seinen 80. Geburtstag. Seit 2007 ist dem Salesianerpater die berühmte Dreifaltigkeitskirche und die Pfarrei Münchenreuth als Pfarradministrator anvertraut. Ans Aufhören denkt der Geistliche nicht.

Pater Friedhelm Czinczoll feiert 80. Geburtstag.
von Josef RosnerProfil

Pater Friedhelm Czinczoll, besser bekannt als "Kapplpfarrer", ist trotz seines hohen Alters noch immer im Einsatz. Nahezu täglich ist der Jubilar an der Spätberufenenschule St. Josef in Fockenfeld und als Pfarrer der Pfarrei St Emmeram Münchenreuth gefordert. Dazu kommt die Sorge um die weltberühmte Dreifaltigkeitskirche Kappl. Die Münchenreuther wollen ihren Pfarrer zu seinem Ehrentag hochleben lassen.

Der Geistliche macht unmissverständlich klar, dass er nicht an den Ruhestand denkt. "Bei uns gibt es keine Altersgrenze, ich mache weiter", sagt er. "Die Arbeit in Münchenreuth macht mir viel Freude, ich tue halt nach Möglichkeit dies, was sie dort wollen". Pater Czinczoll ist seit 55 Jahren Priester.

In Dortmund geboren

Geboren wurde Pater Friedhelm Czinczoll 1940 in Dortmund, fünf Stunden später als sein Zwillingsbruder Hubert. Auch sein Bruder wurde Priester, wirkte an der Spätberufenenschule in Fockenfeld, verstarb dort im August 2011 an den Folgen eines Herzinfarkts.

Die Zwillinge wuchsen gemeinsam mit sechs weiteren Geschwistern auf. Im Alter von drei Jahren verließ die Familie Czinczoll die Ruhrmetropole und kam ins Elsass. Dort blieb sie nur ein Jahr, ehe sie 1944 nach Pielenhofen, bei Regensburg kam. Nach dem Besuch der Grundschule folgte von 1950 bis 1959 der Besuch des Gymnasiums in Haßfurt, wo die Brüder auch erfolgreich das Abitur absolvierten.

Bürgermeister war Mitschüler

Einer der Mitschüler war damals der spätere Konnersreuther Bürgermeister Michael Hamann. 1960 nahm der Jubilar das Theologiestudium in Eichstätt auf. Am 20. November 1965 wurden die Zwillinge durch den amerikanischen Bischof Edward J. Schlotterback zum Priester geweiht, ein Tag später war in Pielenhofen feierliche Primiz. Im Anschluss wurde der junge Geistliche in Unterhaching, Nürnberg und Bad Neustadt eingesetzt, ehe er 1973 als Lehrer an die Spätberufenenschule Fockenfeld versetzt wurde, wo er auch heute noch wirkt. In den 47 Jahren seines Wirkens in Fockenfeld ist ihm die Region längst zur Heimat geworden. 20 Jahre lang war er in Fockenfeld Seminarleiter, von 2002 bis 2013 sogar Schuldirektor. Noch heute unterrichtet er an der Schule.

Ein weiterer wichtiger Lebensabschnitt begann für den Jubilar ab 27. Mai 2007, wo er als Pfarradministrator für die Pfarrei St. Emmeram Münchenreuth eingesetzt wurde. Und die Aufgabe in Münchenreuth macht ihm viel Freude, wie er unumwunden zugibt. Der Geistliche genießt die Aufmerksamkeit seiner Münchenreuther. Diese sind dankbar, als eine kleine Gemeinde noch einen eigenen Pfarrer zu haben.

Verdienstmedaille

2009 erfolgte die Ernennung zum Bischöflich Geistlichen Rat, 2015 wurde sein Engagement mit der Verdienstmedaille der Stadt Waldsassen belohnt. Die Pfarrangehörigen merken nicht, dass der Jubilar noch zwei Arbeitsfelder, nämlich die Schule in Fockenfeld und die Arbeit in der Pfarrei hat. "Er war und ist voll für die Pfarrei da", wie Robert Sommer, die sprichwörtlich "rechte Hand" des Geistlichen in Münchenreuth, ausdrücklich versichert. Große Verdienste hat er sich um die Erhalt der Kapplkirche erworben. Jährlich leitet der Geistliche bis zu 80 Führungen durch das berühmte Gotteshaus und erklärt den Besuchern die Besonderheit der Kappl. Dank des Engagements des Jubilars und der Pfarrei St. Emmeram bleibt die Kappl als Kulturgut des Stiftlandes von europäischem Rang erhalten.

Fast täglich ist Pater Friedhelm in der Kapplkirche anzufinden, um dort nach dem Rechten zu schauen. Derzeit wird dort die historische Kappl-Orgel restauriert. Zum Geburtstag haben sich auch seine Geschwister angekündigt, die gemeinsam mit dem Jubilar feiern wollen. Im Blickpunkt

Im Blickpunkt:

Festgottesdienst und Stehempfang

(jr) Auf ein großes Fest darf sich Pater Friedhelm Czinczoll zu seinem 80. Geburtstag freuen. In der Pfarrei St. Emmeram ist um 9.15 Uhr ist Aufstellung zum Kirchenzug mit den Vereinen und der Bauernkapelle am Vereinsheim, dort Marsch zur Pfarrkirche. Um 9.30 Uhr Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Für die musikalische Begleitung sorgen der Kirchenchor und die Flötengruppe. Im Anschluss Stehempfang im Pfarrhaus, für die Bewirtung sorgt die Katholische Landjugend. Ab 13 Uhr sind die geladenen Gäste zum Mittagessen nach Fockenfeld eingeladen. Das Nachmittagsprogramm bereichert der Katholischen Frauenbund und der Kirchenchor. Alle Vereine aus der Vereine werden hier ihre Glückwünsche überbringen. Angekündigt haben sich zudem die Bürgermeister der Stadt Waldsassen und der Marktgemeinde Konnersreuth. Mit Kaffee und Kuchen soll der Geburtstag ausklingen.

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