Glockenturm, XXL-Graben und ein Bäderkönig

Trotz Nieselregens strömten Tausende Besucher aus dem Landkreis nach Münchenreuth zum Faschingszug. Dass der Schlüsselclub dabei so viele lokale Themen aufarbeitet, ist einzigartig in der Region.

von Josef RosnerProfil

Immer wieder zu hören der Schlachtruf „Micharath helau“. Blickfang war das Münchenreuther Prinzenpaar Katharina I. und Tobias II. Erneut zeichnete sich der Faschingszug mit einer Fülle lokaler Themen aus. Lob galt Alexander Hübner und seiner Crew. Insgesamt waren 30 Gruppen mit mehr als 350 Teilnehmern aktiv dabei, dazu drei Musikkapellen.

Angeführt wurde der Faschingszug von der Stiftländer Jugend- und Blaskapelle Waldsassen, ehe das erste Motiv mit der Krabbelgruppe zu sehen war, die sich auf die Fußball-Europameisterschaft vorbereitete. Auch in Münchenreuth gibt es Supermänner, wie im Umzug zu sehen war. Zu Gast in Münchenreuth war die Eiskönigin, die die Faschings- und Waldgeister besiegen wollte.

Abriss-Party in Schloppach

Glockenläuten in Pechtnersreuth: Bürgermeister Bernd Sommer war selber mit dabei und verteilte Getränke. Angespielt wurde damit auf den Umstand, dass seit Pfingsten vergangenen Jahres in dem kleinen Dorf wieder die Dorfglocke läutet, obwohl die Stadt fast vergessen hatte, den Glockenturm zu bauen. Mit einem eigenen Kamerateam war die Konnersreuther SPD beim Umzug mit dabei, um die neuesten Nachrichten per Youtube-Kanal hinauszuposaunen. Nicht fehlen durfte die Stromtrassendiskussion. Die ersten Bagger rollten an.

Weiter ging es mit der Dorf-Miliz: Die Münchenreuther Bauernkapelle sorgte nicht nur musikalisch für Sicherheit. Den Spott bekam die Kreisstadt ab: In der Walpurgisnacht wurden dort Einkaufswagen auf einem Supermarkt-Parkplatz verteilt. Nicht besser erging es der Feuerwehr Mitterteich, die für ihre schon fast unheimliche Pannenserie derbleckt wurde. Ein Skilift und die letzten Skifahrer, Abriss-Party statt Après-Ski beim Turnverein Waldsassen: An der Skianlage bei Schloppach wird der Liftbetrieb bald eingestellt.

Erneut stand Konnersreuth im Mittelpunkt, als die Münchenreuther den Entwässerungsgraben für den Hochwasserschutz aufs Korn nahmen. Spötter meinten, dass mit dem "XXL-Graben" die Marktgemeinde ihre Bürger gegen eindringende Münchenreuther Faschingsnarren verteidigen wollen. Auch Bad Neualbenreuth war ein Thema: Die Münchenreuther wussten, dass Neualbenreuth den Titel nur mit viel Schauspielkunst erhalten hat. Als Bäderkönig mit dabei Bürgermeister Klaus Meyer.

Mit "Hanfi" im Einsatz

Die Münchenreuther erinnerten an die Marihuana-Plantage bei Griesbach, die die Beamten gemeinsam mit Schnüffelhund „Hanfi“ entdeckten. „Hanf allein macht nicht glücklich, man muss ihn auch schon rauchen“, so die Moral der Geschichte.

Auf Gleisen kam die Feuerwehr Wiesau daher: Brandschützer fuhren mit dem Zug zum Einsatz. Die Metzgerei Friedl verteilte am Faschingszug heiße Wiener, ganz ohne Kassenbons.

Weitere Themen waren die Verfolgungsjagd der Polizei durch den Friedhof sowie die Schützen, die mangels Personal kein großes Zelt aufbauen konnten. Zudem waren die aktiven Schützen fast schon zu alt, um eingreifen zu können. „Ohne Alfred Koch bringen sie keinen hoch“, hieß es vielsagend.

Blickfang waren zudem die Gruppe „Gaudipower“ aus Mitterteich und die Tursiana aus Tirschenreuth. Nach dem Umzug hielt Martin Hecht seine Büttenrede, wo er das eben Gesehene nochmals vertiefte. Hecht erklärte, dass nach 15 Jahre Büttenrede dies seine letzte sein wird.

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