Mit dem Limokasten zum Dirigieren

Schwer zu schleppen hatte Pater Friedhelm Czinczoll an seinem 80. Geburtstag. Der Grund war ein besonderes Geschenk, das er von den Ministranten der Pfarrei St. Emmeram bekam.

Die Münchenreuther Ministranten gratulierten ihrem Pfarrer Pater Friedhelm Czinczoll mit verschiedenen Sorten Zitronenlimonade.
von Josef RosnerProfil

Die 25 Messdiener schenkten dem Jubilar am Ende des Gottesdienstes jeweils eine Flasche Zitronenlimo. Diese Flaschen verschiedener Sorten steckten sie in einen Holzkasten, den der Pater so schnell nicht wieder aus der Hand gab. Sogar eine tiefe Kniebeuge führte er damit aus. Erst beim Dirigieren der Münchenreuther Bauernkapelle stellte er den Kasten ab.

Begonnen hatte der Festtag mit einem Kirchenzug mit den Münchenreuther Vereinen, angeführt von der Bauernkapelle. "So etwas gibt es auch nur in Bayern, dass bei einem Geburtstag die Blaskapelle spielt", meinte schmunzelnd Bruder Markus Adelt, Hausoberer in Fockenfeld. Mit vor Ort waren alle drei Waldsassener Bürgermeister und Landrat-Stellvertreter Roland Grillmeier. Beim Gottesdienst mit am Altar standen Dekan Thomas Vogl und Pater Josef Prinz, ein früherer Fockenfelder, der in Eichstätt wirkt. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor unter der Leitung von Christine Sommer und der Flötengruppe umrahmt.

"Gott hat mich gerufen"

In seiner Predigt erinnerte der Jubilar daran, dass Gott es sei, der die Priester berufe. Jedoch seien auch alle Christen von Gott Gesandte. Friedhelm Czinczolls Weg zu Gott habe bereits im Alter von fünf Jahren begonnen. "Wir alle sind Auserwählte durch die Gnade Gottes, wir alle sind Gottes heiliges Volk. Wir sind dazu gerufen, die Botschaft Gottes in die Welt hinaus zu tragen." Der Jubilar zeigte sich überzeugt: "Gott hat mich gerufen, in seinen Dienst zu treten. Ich vertraue auf die Liebe Gottes."

Noch in der Kirche gratulierte Pfarrgemeinderatssprecherin Bettina Männer und dankte im Namen der Pfarrei für das Wirken des Jubilars. "Wir sind dankbar und schätzen Ihre Arbeit sehr. Hoffentlich bleiben Sie uns noch lange erhalten." Thomas Vogl überbrachte die Glückwünsche des Dekanats und sagte: "Es ist nicht oft der Fall, dass ein Priester mit 80 Jahren noch so aktiv den Dienst verrichtet wie der Jubilar. Wenn ich mit 80 Jahren auch noch die Kniebeugen so machen kann wie Sie, würde ich mich auch freuen." Humorvoll meinte der Waldsassener Stadtpfarrer: "Wenn ich Sie so wirken sehen, wäre das ein Grund, die Altersgrenze für Priester anzuheben." Dass die Pfarrgemeinde Münchenreuth so gut funktioniere, sei ein Verdienst des Jubilars, so Vogl. Als Geschenk hatte der Dekan etwas Hochprozentiges mitgebracht. "Wenn Sie ihn nicht trinken wollen, dann geht er auch zum Einreiben", bemerkte Vogl und schloss mit einem "Vergelt's Gott" für das nunmehr 13-jährige Wirken in Münchenreuth. Pater Friedhelm Czinczoll dankte für die Glück- und Segenswünsche und hoffte auf ein weiteres Miteinander.

Nach dem Gottesdienst erwartete die Münchenreuther Bauernkapelle den Jubilar und die Gottesdienstbesucher mit einem Standkonzert vor der Pfarrkirche. Natürlich musste Friedhelm einen Marsch selbst dirigieren, was er mit Bravour erledigte.

Persönliche Glückwünsche

Im Anschluss gratulierte im Namen des Landkreises Roland Grillmeier zum 80. Geburtstag und dankte Pater Friedhelm Czinczoll für sein segensreiches Wirken in Fockenfeld und Münchenreuth. Als Präsent hatte er den Bildband des Landkreises mitgebracht. Im Anschluss nutzten zahlreiche Pfarrangehörigen aus Münchenreuth die Gelegenheit, dem Pater persönliche Glückwünsche zu übermitteln.

Angeführt von der Münchenreuther Bauernkapelle zogen die Vereine und weitere Gratulanten zur Pfarrkirche St. Emmeram.
Angeführt von der Münchenreuther Bauernkapelle zogen die Vereine und weitere Gratulanten zur Pfarrkirche St. Emmeram.
Pater Friedhelm Czinczoll feierte am Sonntag seinen 80. Geburtstag.
Sie standen gemeinsam am Altar: Jubilar Pater Friedhelm Czinczoll (Mitte), Dekan Thomas Vogl (links) und Pater Josef Prinz.
Pater Friedhelm Czinczoll durfte den Geburtstagsmarsch der Münchenreuther Bauernkapelle selbst dirigieren.
Persönlich gratulierten die Pfarrangehörigen aus der Pfarrei Münchenreuth.
Persönlich gratulierten die Pfarrangehörigen aus der Pfarrei Münchenreuth.
Landrat-Stellvertreter Roland Grillmeier (links) überbrachte die Glückwünsche des Landkreises an Pater Friedhelm Czinczoll. In der Mitte Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer.
Bei seiner Geburtstagsfeier bekam Pater Friedhelm Czinczoll (Zweiter von rechts) von Bürgermeister Bernd Sommer (Zweiter von links) die Goldene Ehrennadel der Stadt Waldsassen überreicht. Die Glückwünsche des Hauses Fockenfeld überbrachte Hausoberer Bruder Markus Adelt (rechts), jene der Pfarrei St. Laurentius Konnersreuth Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr.
Bruder Markus Adelt sowie die Schwestern Juliane (Mitte) und Antonia überbrachten musikalische Glückwünsche.
Der Münchenreuther Kirchenchor unter der Leitung von Christine Sommer sang zu Ehren des Jubilars in Fockenfeld.
Goldene Ehrennadel der Stadt Waldsassen für Pater Friedhelm Czinczoll:

Goldene Ehrennadel der Stadt Waldsassen für Pater Friedhelm Czinczoll

Fortgesetzt wurden die Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag von Pater Friedhelm Czinczoll mit einem Mittagessen in Fockenfeld und einem anschließenden Beisammensein. Für die musikalische Umrahmung des Nachmittags sorgten der Münchenreuther Kirchenchor sowie der Katholische Frauenbund.

Pfarrgemeinderatssprecherin Bettina Männer und Udo Zinnecker (Kirchenverwaltung) überbrachten die Glückwünsche der Pfarrei St. Emmeram und dankten für all das, was er leiste. "Dank Ihnen sind wir eine lebendige Pfarrei. Sie tun uns gut, wir tun Ihnen gut, hoffentlich bleiben Sie uns noch lange erhalten", sagte Zinnecker, ehe die beiden einen Korb voller süßer Überraschungen überreichten.

Im Namen der Vereine aus der Pfarrei gratulierte Walter Heindl. "Ein Pfarrer hält das ganze Dorf zusammen. Danke, dass Sie unser Seelsorger sind. Wir sind froh, dass wir Sie haben. Bleiben Sie uns noch lange erhalten", sagte Heindl und übergab Geldgeschenke der Vereine.

Als Vertreter der Marktgemeinde Konnersreuth war Zweiter Bürgermeister Reinhard Wurm vor Ort. Er blickte kurz auf das Leben des Jubilars zurück und dankte ihm für die großen Verdienste, die er sich in den 47 Jahren in Fockenfeld erworben habe. "Ich weiß, dass Sie eine hohe Anerkennung und Wertschätzung seitens der Schüler genießen", so Wurm.

Bürgermeister Bernd Sommer überbrachte die Glückwünsche der Stadt Waldsassen. Er machte deutlich, dass Münchenreuth ein wichtiger Teil der Stadt Waldsassen sei. Kirche und Stadt arbeiteten Hand in Hand. "Sie haben Ihre Berufung angenommen und Sie leben sie", betonte Sommer. Neben Schokogebäck einer Waldsassener Bäckerei hatte der Sommer noch etwas ganz Besonderes mitgebracht: Zur Feier des Tages legte er sich seine Amtskette an und überreichte die Goldene Ehrennadel der Stadt Waldsassen an Friedhelm Czinczoll. Diese Würdigung habe der Stadtrat einstimmig beschlossen, informierte Sommer. "Ich danke Ihnen für Ihr Wirken um die Pfarrei St. Emmeram und die Dreifaltigkeitskirche Kappl mit einem herzlichen und ehrlich gemeinten ,Vergelt's Gott'".

Im Anschluss überbrachten Hausoberer Bruder Markus Adelt sowie die beiden Schwestern Antonia und Juliane musikalische Glückwünsche. Den ganzen Nachmittag genoss der Jubilar sichtlich.

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