02.10.2018 - 15:33 Uhr
Muschenried bei WinklarnOberpfalz

Engagement von Frauen für Frauen

Eine schlagkräftige Organisation soll für Frauenrechte eintreten. Damit legt Ellen Ammann 1904 in Deutschland den Grundstein für den Frauenbund. Die Pionierin bleibt bei der 40-Jahr-Feier des Ortsvereins Muschenried nicht unerwähnt.

Der Festgottesdienst zum 40-jährigen Jubiläum wurde von den Mitgliedern des Frauenbunds Muschenried mitgestaltet.
von Johanna BaierProfil

„Sollte die neue Partei ein Mitspracherecht im Landtag erhalten, wird dies verhängnisvoll für unser Land“ sagte Ellen Ammann 1923 im Hinblick auf den aufkeimenden Nationalsozialismus in der damaligen Frauenbundzeitung voraus. Pfarrer Eugen Wismeth attestierte der Sozialreformerin und Frauenbundgründerin in seiner Predigt beim Festgottesdienst in Muschenried prophetisches und engagiertes Handeln. Doch was bedeute eigentlich „engagiert sein“ im Frauenbund? Sich zusammenfinden, austauschen, zuhören und daraus neue Kraft schöpfen, um etwas bewirken zu können. Der Geistliche unterstrich die positive Wirkung des „sich Einmischens“ der Vereinigung ‒ nicht nur bei kirchlichen, sondern auch bei vielen gesellschaftlichen Themen. Aus der Sicht Jesu werde auf diese Weise „das Leben durchschaut und der tiefere Grund des Daseins erkannt.“ Pfarrer Wismeth appellierte an die Frauen aller Altersgruppen, sich diesem Engagement anzuschließen. „Engagiert“ ist übrigens auch Namensgeber für die aktuelle Frauenbundzeitschrift.

Pfarrer Wismeth dankte den Mitgliedern des Frauenbundes, die sich im kirchlichen Ehrenamt engagieren und wünschte sich auch für die Zukunft "aktive und vereinsbejahende Frauen".

Zum anschließenden Festakt im Gasthaus "Seeschmied" begrüßte die zweite Vorsitzende Christa Dietl Martha Urban als Vertreterin des Katholischen Frauenbundes, Diözesanverband Regensburg, Bürgermeisterin Sonja Meier und die Vertreterinnen der Nachbarvereine Winklarn und Thanstein. Auch Kirchenpfleger Alois Baumer, Organist Franz Laubmeier und Mesner Wolfgang Lößl waren gekommen. „Bei allen kirchlichen Anlässen steht ihr stets flexibel und helfend zur Seite“ lobte Christa Dietl deren Unterstützung. Sie dankte auch dem Mitglied Maria Baumer, die als Initiatorin der Vereinsgründung voranschritt. 20 Frauen traten vor 40 Jahren bei der Gründungsversammlung bei. Die Rednerin bescheinigte eine „Vorreiterrolle“, da es das erste Frauenbund in der Umgebung war. Innerhalb von zehn Jahren konnten 60 Mitglieder gezählt werden, 1990 war der Höchststand mit 70 Mitgliedern erreicht. Leider verstarben viele Frauen im Laufe der Jahre, so dass der Verein heute nur noch 57 Mitglieder zu verzeichnen hat. „Junge Frauen für den Verein zu gewinnen ist sehr schwierig“, bedauerte Dietl. Trotzdem dürfe nicht vergessen werden, "dass sich viel getan hat, was den Stellenwert der Frau in Gesellschaft, Politik und Kirche betrifft". Stetig werde für Verbesserungen gekämpft und die Gleichstellung der Frau vorangetrieben.

Abschließend dankte Christa Dietl allen engagierten Mitgliedern, insbesondere der langjährigen Vorsitzenden Evi Schwendner. Besonders freute sie sich über die beiden Neuaufnahmen Petra Kröger und Barbara Laubmeier. Anlässlich des Jubiläums wird auch eine Spende in Höhe von 400 Euro für einen sozialen Zweck übergeben.

Über die treuen Gründungsmitglieder freuten sich Martha Urban vom Diözesanverband, erste Vorsitzende Evi Schwendner, Stellvertreterin Christa Dietl und Pfarrer Eugen Wismeth (von links).
Hintergrund:

Ehrennadeln in Gold und ein Blumenpräsent wurden an 16 Frauen für vier Jahrzehnte Mitgliedschaft überreicht. Dies sind Anneliese Fürst, Maria Baumer, Brigitte Götz, Christina Bücherl, Rosa Fröhler, Justina Höcherl, Emma Kraus, Annemarie Laubmeier, Roswitha Mösbauer, Karolina Ried, Anna Rückerl, Veronika Zinkl, Maria Aug, Emma Fichtinger, Barbara Krämer und Gertraud Reichenberger.

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