01.10.2020 - 17:04 Uhr
NabburgOberpfalz

30 Jahre Inotech: Mit einem blauen Auge durch die Coronakrise

30 Jahre gibt es das Nabburger Kunststoff-Unternehmen Inotech. Zur Gratulation überreicht Markus Huber, Chef der IHK-Schwandorf, eine Urkunde. Dabei spricht Geschäftsführer Harald Kausler über die Folgen der Coronapandemie für die Firma.

Markus Huber von der IHK-Schwandorf (links) überreicht die Urkunde an Inotech-Geschäftsführer Harald Kausler.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Der Autoschlüssel in der Hand, das Telefon in der Wohnung, die Kosmetikdose im Schrank. Es besteht eine große Chance, dass sie in Nabburg bei der Firma Inotech hergestellt wurden. Seit nunmehr 30 Jahren gibt es das Unternehmen, Grund genug für Markus Huber, den Geschäftsstellenleiter der IHK-Schwandorf, persönlich vorbei zu kommen und eine Urkunde zu überreichen. Für ihn eine "einzigartige Erfolgsgeschichte".

Dabei bringt Harald Kausler, Inotech-Geschäftsführer, zur Sprache, wie es der Firma während der Corona-Pandemie ergangen ist. So viel vorweg: Einen positiven Coronafall hat es bei dem Unternehmen in Nabburg nichtgegeben. "Die Pandemie hat uns auch getroffen. Wir haben heuer eine Umsatzeinbuße von 15 Prozent", sagt Kausler.

Allerdings sei man sich bei der Firma einig, dass sich der wirtschaftliche Nachteil in Nabburg in Grenzen hält. Huber spricht vom berühmten "blauen Auge", mit dem Inotech durch die vergangenen Monate gekommen sei. Dass die Firma so glimpflich durch die Krise geschlittert ist, liegt laut Kausler nicht zuletzt daran, dass die staatlichen Maßnahmen wie Kurzarbeit den Druck aus dem Kessel genommen hätten.

Auf den Winter warten

Zudem hat Inotech bislang Glück, weil die Aufträge, die die Firma momentan bearbeiten muss, schon im vergangenen Jahr vergeben wurden. "Das hilft uns natürlich. Da sind wir wohl in einer etwas glücklicheren Lage als einige unserer Mitstreiter", sagt Kausler. Nun sei abzuwarten, was der Coronawinter mit sich bringt und ob es 2021 eine gute Auftragslage geben wird.

Huber von der IHK weiß um die verzwickte Lage, in der sich die Wirtschaft nach wie vor befindet. "Wir müssen abwarten, welche Unternehmen nicht mehr zu retten sein werden. Besonders die Gastronomie und die Hoteliere hat es schwer getroffen. Da werden es wohl ein paar nicht schaffen."

Auch wenn Inotech gut dasteht, merkt Kausler, dass sich der Wind bei den Geschäftspartnern mittlerweile etwas gedreht hat. Waren sie zu Beginn der Pandemie enorm rücksichtsvoll, werde nun wieder mit härteren Bandagen gekämpft. "Die Wirtschaft wird wieder härter", sagt er.

Inotech in Nabburg setzt auf Innovation

Nabburg

Krise als Chance

Bei all dem Negativen gibt es auch positive Elemente an der Krise. Auf einmal klappen Termine mit Kunden, die vorher nur in Präsenz stattfinden konnten, auch Digital. Eine enorme Zeitersparnis für das Unternehmen. Eine Neuerung, die die Firma auch in Zukunft weiterführen möchte. Für Werksleiter Dominik Zeitler hat sich in der Krise gezeigt, dass das Personal, komme was wolle, zusammenhält. Die Belegschaft habe alle Maßnahmen solidarisch mitgetragen. "Da war auch einmal eine Rücksichtnahme untereinander. Das hat mich schwer beeindruckt", sagt er. Auch Kausler lobt das Durchhaltevermögen seiner Mitarbeiter, die trotz Kurzarbeit ihr bestes gegeben hätten.

Info:

Inotech übernimmt FWE Formen- und Werkzeugbau Eslarn

Wie aus einer Pressemitteilung hervor geht, übernimmt Inotech die FWE Formen- und Werkzeugbau Eslarn GmbH in Eslarn. Inotech möchte damit seine strategischen Ziele hinsichtlich Produktionskapazitäten und Kunststoffkompetenz ausbauen, heißt es weiter. Gerhard Bodner, der bisherige Geschäftsführer von FWE ist nicht mehr länger mit dabei. Jan Kunžwart wird seinen Posten übernehmen. Kunžwart ist Geschäftsführer des Inotech-Standorts in Tschechien. Strategisch dürfte die FWE eine willkommene Möglichkeit für Inotech sein, da das Unternehmen dort in unmittelbarer Nähe bereits 2019 einen Fertigungsbetrieb übernommen hat. Die Firma verfügt damit in Eslarn über rund 30.000 Quadratmeter Industriefläche, das alles in der Nähe zur tschechischen Grenze. 2021 soll dort ein automatisiertes Logistikzentrum für die deutschen Inotech-Standorte entstehen. Die FWE beschäftigt derzeit rund 130 Mitarbeiter. Die Mitarbeiterzahl von Inotech vergrößert sich somit auf rund 550 Mitarbeiter.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.