Nabburg
15.10.2023 - 12:35 Uhr

300 Fans sind in der Nabburger Nordgauhalle "verrückt nach Müller"

„Erheben Sie sich von den Sitzen“, tönt es aus den Lautsprechern. Kabarettist Michl Müller erwartet bereits vor seinem Auftritt stehende Ovationen.

Ausladend gestikuliert Kabarettist Michl Müller bei seinem dreistündigen Auftritt in der Nabburger Nordgauhalle. Bild: Hirsch
Ausladend gestikuliert Kabarettist Michl Müller bei seinem dreistündigen Auftritt in der Nabburger Nordgauhalle.

„Das fühlt sich gut an, lecker, leicht und unbeschwert“, trällert das Urgestein des Ulks vor sich hin. Und die 300 Besucher in der Nabburger Nordgauhalle springen auf, klatschen und singen begeistert mit.

Obwohl der selbsternannte „Dreggsagg“ (fränkisch für Schelm) aus der Rhön mit seinem Programm schon seit über zwei Jahren unterwegs ist, sind die Leute immer noch „Verrückt nach Müller“. Mit seinen skurrilen Gags und bissigen Pointen strapaziert der 51-jährige Unterfranke das Zwerchfell der Besucher. Schnell hat er „zwei Opfer“ in der ersten Reihe gefunden. Mit Josef und Sieglinde aus Leuchtenberg kocht er im Thermomix Apfelmus und reimt dabei gleich einen neuen Song. Den mittlerweile 25. auf der Tournee.

Seine politischen Einwürfe aktualisiert der aus der Veitshöchheimer Fastnacht bekannte Fernsehstar von Zeit zu Zeit. Diesmal hat er den Aiwanger beim Bieranzapfn auf den Volksfesten und den Kanzler beim Joggen mit Augenbinde im Visier. Michl Müller macht sich lustig über die Leute, die beim Waldbaden Bäume umarmen, „die wir früher umgesägt haben“.

Der Alleinunterhalter haut eine Pointe nach der anderen raus. Nicht alles ist leicht verständlich. Denn Michl Müller ist ein Meister im Verschlucken der Nachsilben und macht keinen Hehl daraus, woher er stammt. Dort, wo der „Mee“ nicht weit entfernt fließt, man zum „Einkeff“ g´schickt wird, um „Fleesch“ zu holen. Der gelernte Werkzeugmacher schildert in aller Breite den Umbau seines Garitzer Elternhauses und lästert über die Nachbarschaft, die den aufgestellten Container zum Entrümpeln ihres Sperrmülls nutzt.

Der ausladend gestikulierende Kabarettist stimmt herrlich schräge Lieder an, die von der Abhärtung der Kinder, Akku-Schraubern, Spießbraten-Brötle, bügelnden Männern und der Fleischerei-Fachverkäuferin handeln. Wer die dreistündige Bühnenshow noch erleben möchte, hat bei zwei weiteren Terminen im Landkreis Gelegenheit. Michl Müller gastiert am 20. Oktober in der Mehrzweckhalle Oberviechtach und am 18. November in der Stadthalle in Maxhütte-Haidhof. Bis Mitte nächsten Jahres sind insgesamt 50 Auftritte terminiert.

 
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