Nabburg
13.10.2026 - 17:42 Uhr

Abfischen am Mühlenweiher lockt Besucher ins Freilandmuseum Neusath-Perschen

Wo andere Teichwirte über Verluste klagen, fährt das Oberpfälzer Freilandmuseum beim Abfischen des Mühlenweihers eine Rekordernte ein. Ein Fachmann erklärt die Gründe.

Das Abfischen des Mühlenweihers im Freilandmuseum Neusath-Perschen hat Tradition. Dieses Mal gab es eine Rekordernte. Die Besucher konnten Prachtexemplare bestaunen. Bild: Rudolf Hirsch
Das Abfischen des Mühlenweihers im Freilandmuseum Neusath-Perschen hat Tradition. Dieses Mal gab es eine Rekordernte. Die Besucher konnten Prachtexemplare bestaunen.

Das Abfischen des Mühlenweihers bei der Rauberweihermühle lockte am Sonntag wieder zahlreiche Besucher auf das Gelände des Oberpfälzer Freilandmuseums Neusath-Perschen. Sie schauten den Museumsfischern bei der Arbeit zu und staunten über die prächtigen Exemplare, die der Teich freigab. Am Ende waren es insgesamt vier Zentner Karpfen. „Das Doppelte des Einsatzes“, bestätigte Thomas Franke. Der Biologe betreut das Freilandmuseum beim „historischen“ Betrieb der Teichwirtschaft.

„Hier werden die Karpfen nicht gefüttert“, erklärt der Fachmann diese Art der „extensiven Zucht“. Die Fische ernähren sich vom Plankton im Wasser und finden im Mühlenteich genügend pflanzliche und tierische Nahrung. „Im Gegensatz zur Forelle liebt der Karpfen das warme Wasser“, erklärt Thomas Franke. Das erkläre auch die enorme Gewichtszunahme der Karpfen, die bis zu sechs Pfund auf die Waage bringen. Die reiche Ernte begründet Thomas Franke auch mit der geschützten Lage des Mühlenweihers. „Hier schaut ab und zu nur einmal ein Biber vorbei“, sagt der Biologe. Fischotter und Kormoran habe man bislang noch nicht beobachtet.

Im Mühlenweiher züchten die Museumsfischer drei verschiedene Karpfenarten: Schuppen-, Spiegel- und Zeilkarpfen. Die größeren Exemplare schlachten sie, die kleineren überwintern nachdem sie gezählt und gewogen wurden, in einem weiteren Weiher auf dem Museumsgelände. Was geschieht mit den geschlachteten Fischen? „Sie werden geräuchert“, erklärt Felix Schäffer, Pressesprecher des Freilandmuseums. Die Museumsfischer meldeten gleich Bedarf an. Bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier der Museumsmitarbeiter käme ein geräuchertes Karpfenfilet gut an.

Die historische Teichwirtschaft gilt als Beispiel für die natürliche Nutzung des Lebensraumes "Teich" und hat in Bayern eine lange Tradition. Sie habe sich seit Jahrhunderten weiterentwickelt und sei ein wichtiger Teil der ökologischen und kulturellen Landschaft im Freistaat, so Franke. Die Teichwirtschaft leiste deshalb auch im Freilandmuseum Neusath einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Tradition.

Dass Teiche auch eine große Bedeutung für die Natur haben, erfuhren die Besucher bei einer Führung durch das Museum. Auch kulinarisch drehte sich am Sonntag alles um Fisch. Es gab Fisch in verschiedenen Varianten: geräuchert, frisch oder direkt zum Verzehr in der Semmel. Auch im historischen Museums-Wirtshaus wurde Fisch aufgetischt: Es gab Karpfen und Zander mit Kartoffelsalat. So konnte das Publikum nicht nur erleben, wie der Fisch aus dem Teich kommt, sondern ihn anschließend auch gleich genießen.

Zusätzlich konnten Besucher ihre mitgebrachten Drachen auf der Museumswiese steigen lassen. Für Kinder gab es außerdem noch eine Bastelstation.

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