Bei einer Zusammenkunft des Kreisverbandes Nabburg würdigten Kreisvorsitzender Edgar Hanner und die stellvertretende Bezirksvorsitzende Maria Karg-Pirzer im Gasthaus Sauerer auch langjährige Mitglieder. Seit dem weitest zurückliegenden Eintrittsjahr 1958, so Karg-Pirzer, habe sich die Schulwirklichkeit rasant gewandelt. Karg-Pirzer erinnerte an die Einführung der christlichen Gemeinschaftsschule ab 1969 und die Bildungsoffensive mit Auflösung der einklassigen Schulen. Der technische Fortschritt schreite rasant voran. Effektivität und Leistungsorientierung seien gefragt. Netzwerke verändern das Zusammenleben. Die Schule spiele hier eine entscheidende Rolle, betonte die Verbandsrepräsentantin. Computer, Internetzugang und interaktive Tafeln gehören zur Klassenzimmerausstattung. Die Digitalisierung, ein sicherer, selbstbewusster und kritischer Umgang, fordere Lehrer und Schüler. „Ein hoher Bildungsstandard ist kein privater Luxus, sondern gesellschaftliche Notwendigkeit“, schlussfolgerte die Pädagogin. Die Lehrer nähmen die Herausforderung der Digitalisierung an, aber der Staat müsse in die Aus- und Fortbildung investieren.
Herausforderungen wie Inklusion, Integration und Flüchtlingskinder "lassen sich nicht mit Tablet und Smartphone bewältigen", merkte Karg-Pirzer an. Hier hätten die Lehrer eine entscheidende Schlüsselrolle. Kritisch beleuchtete sie die Aussage des Ministeriums zu Schuljahresbeginn „Wir gehen gut gerüstet ins neue Schuljahr.“ Erfreulich sei zwar, dass alle Lehrer in der Grund- und Mittelschule eine Anstellung erhalten hätten, aber viele in Oberbayern. Die Schulen hätten das Nötigste, um den Unterrichtsbetrieb aufrechtzuerhalten. Die Mobilen Reserven seien Mangelware. Dringend würden Gymnasial- und Realschullehrer gebraucht. Nach Abschluss ihrer Ausbildung würden sie als Aushilfe oder Zweitqualifizierer eingestellt. „Wir können es uns nicht leisten, sehr gute Lehrer anderer Schularten nicht anzustellen“, bekräftigte die Rednerin.
Bewegung komme in die Standespolitik. Denn „Lehrer ist Lehrer“.Warum verdiene ein Grundschullehrer weniger als ein Gymnasiallehrer? Die Lehrerbildung brauche eine Diskussion. Junge motivierte Leute müssten gefunden werden, die den anspruchsvollen Beruf in Grund- und Mittelschulen ausüben wollen. Zurzeit bestehe Volleinstellung. Ein immenser Lehrermangel bahne sich an.
Der BLLV müsse Verantwortung für die Probleme seiner Mitglieder, für die Zukunft der Kinder und Enkel übernehmen. Schule können nicht nach wirtschaftlichen Maßstäben beurteilt werden. „Gute Bildung kostet etwas, erwirtschaftet aber langfristig gesehen hohe Renditen“, resümierte Karg-Pirzer. Ihr Dank galt jedem einzelnen Jubilar für seine Mitgliedschaft, Solidarität und Mitarbeit.
Seit 40 Jahren ist Edeltraud Duschner Mitglied im BLLV. 55 Jahre sind Walter Kral, Theresia Schinner und Alfred Zeug dabei, 60 Jahre Josef Böhm und Inge Scharf.













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