Nabburg
10.10.2018 - 11:25 Uhr

Altes Erbgut erhalten

Der „Tag der alten Haustierrassen“ ist auch heuer wieder ein Publikumsmagnet. Auf der Weide und in den Ställen gibt es viel zu bestaunen.

Wer ist hier neugieriger: Die Kinder oder das Rote Höhenvieh? Bild: bnr
Wer ist hier neugieriger: Die Kinder oder das Rote Höhenvieh?

Herrlicher Sonnenschein lockte hunderte von Besucher auf das Gelände des Oberpfälzer Freilandmuseums nach Neusath. Nach den verregneten Aktionstagen der vergangenen Jahre, war dies für die Besucher und die Tiere eine Wohltat. Zusammen mit der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. veranstaltete das Museum zum 15. Mal diesen Tag, der den Besuchern Tiere vorstellt, deren Rassen vom Aussterben bedroht sind.

Von der Katze über Kleintiere, Rind und Pferd waren so ziemlich alle Tiere vertreten, die man mit einem Bauernhof in Verbindung bringt. Das Freilandmuseum mit seinen 33 Hektar Fläche bietet den Tieren einen Lebensraum, der ihrer Art am besten gerecht wird. Das Museum selbst besitzt viel Haustiere, wie zum Beispiel die Weiße und Bunte Edelziege, das Coburger Fuchsschaf oder das Schwäbisch-Hällische Hausschwein, um nur einige zu nennen.

Über die Jahrhunderte hat sich die Verwendung dieser Tiere ständig gewandelt. Das Rotvieh gab früher Milch, zog den Pflug über die Felder und versorgte die Familien auf den Höfen mit Fleisch. Heute ist für den Bauern der Milchertrag von Bedeutung. In diese Richtung läuft auch die Züchtung. Lieferte früher eine Kuh etwa 9000 Liter Milch, liegt sie heute bei 30 000 Liter. Dies ist nur durch eine genetische Veränderung des Erbgutes möglich. Noch schlimmer ist es bei den Masttieren wie Huhn und Schwein. Das alte Erbgut geht dabei leider verloren. Genau dieses zu erhalten, hat sich das Freilandmuseum auf die Fahne geschrieben.

Noch viel genauer stellte Paula Sikorski Erwachsenen Kindern die Tiere bei einer Sonderführung vor. Über jede der Tierrassen hatte sie Interessantes zu erzählen. Wer weis schon, dass unsere Hauskatze eigentlich aus Ägypten stammt. Dort wurde sie gezüchtet, um der Mäuse Herr zu werden, welche die Kornspeicher befallen hatten. In ihren Ausführungen ließ Paula Sikorski auch das Fehlverhalten einiger Züchter einfließen, die von einer artgerechten Haltung oft weit entfernt sind.

So viele Informationen machten natürlich Hunger und Durst. Im Naabtaldorf wurde allerhand Leckeres angeboten. Auf der Speisekarte standen warme Ochsenwürstl, Lammburger oder Steak vom Schwäbisch-Hällischen Schwein. Zur Freude der Kinder hatten sich in einer Umzäunung Alpakas aus Zandt verirrt, die sich gerne auch einmal streicheln ließen.

Die Gänse liefern nicht nur Daunen und einen Braten, sie sind auch äußerst wachsam und melden jeden Besucher. Bild: bnr
Die Gänse liefern nicht nur Daunen und einen Braten, sie sind auch äußerst wachsam und melden jeden Besucher.
Das Süddeutsche Kaltblut war bei der Arbeit unentbehrlich. Auch heute noch leistet es viele Dienste. Bild: bnr
Das Süddeutsche Kaltblut war bei der Arbeit unentbehrlich. Auch heute noch leistet es viele Dienste.
Das Rote Höhenvieh (links) und das Pinzgauer Rind (rechts) stand früher fast in jedem Stall. Bild: bnr
Das Rote Höhenvieh (links) und das Pinzgauer Rind (rechts) stand früher fast in jedem Stall.
Eine kleine Alpakaherde hatte sich von den Anden nach Neusath verirrt.Den Besuchern hat es gefallen. Bild: bnr
Eine kleine Alpakaherde hatte sich von den Anden nach Neusath verirrt.Den Besuchern hat es gefallen.
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