07.12.2018 - 17:37 Uhr
NabburgOberpfalz

Aufs Gassigehen nicht verzichten

Der Verdacht hat sich nicht bewahrheitet: Die Frau, die im Umfeld der mit Hasenpest infizierten Jäger mit einem Jagdhund in Berührung kam, ist erleichtert. Sie hat sich nicht mit Tularämie angesteckt. Es bleibt bei zwölf Fällen.

Für Menschen kann Tularämie, wenn sie nicht erkannt wird, gefährlich sein. Nicht für Hunde. Sie können die Hasenpest allerdings auf Menschen übertragen.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Hans Prechtl, Pressesprecher des Landratsamtes, war in den letzten Wochen gefragter Ansprechpartner. Bei ihm laufen die Meldungen aus Gesundheits- und Veterinäramt zusammen. Prechtl ist zuversichtlich, dass die aktuelle Reihe der Hasenpest-Infektionen beendet ist.

Von absoluter Sicherheit möchte er mit Blick auf die Entwicklung in den letzten Wochen jedoch nicht sprechen: Wie berichtet, hatten sich bei beziehungsweise nach einer Treibjagd Ende Oktober im Brudersdorfer Revier acht Jäger, ein Helfer, der Kontakt mit einem Jagdhund hatte, und zwei Mitarbeiter des wildverarbeitenden Betriebs mit Tularämie infiziert. Der Inkubationszeitraum liegt meist bei drei bis fünf Tagen. Nachdem sich die ersten Erkrankten ins Krankenhaus begeben hatten, glaubte man eigentlich, "dass nichts mehr kommen könnte", doch je nach Konstitution kann es auch länger dauern, bis Tularämie ausbricht: Bei "Nummer zwölf" wurde der Erreger am 27. November festgestellt.

Seitdem ist "Ruhe". Hans Prechtl unterstreicht nochmals, dass nur eine Übertragung von Tier zu Mensch möglich sei. Das "corpus delicti" konnte jedoch komplett sichergestellt werden. Von den acht Hasen war nur einer mit Tularämie infiziert, erläutert Prechtl. Keineswegs sei jetzt der ganze Hasenbestand befallen, kommentiert er kursierende Befürchtungen. Kreisjagdberater Günther Hoffmann zieht den gleichen Schluss und spricht von Einzelfällen. Tularämie trete immer wieder punktuell auf, nennt er Fälle im Raum Cham oder im Labertal. Heuer war übrigens aufgrund der warmen Witterung im Frühjahr ein gutes Jahr für die Population der Langohren. Doch kein Jäger veranstalte eine Treibjagd, es gebe keinen Absatzmarkt. Die Hasenpest sei in den Köpfen der Verbraucher, auch wenn es bei entsprechender Hygiene und Gar-Temperatur keinen Grund zur Besorgnis gäbe.

Wie häufig Hasen an Tularämie erkranken, ist nicht zu beziffern. Dr. Josef König, Leiter des Veterinäramtes, nennt den Grund: Anzeigepflichtig sei beispielsweise die gefährliche afrikanische Schweinepest, deren Folgen weitreichende Folgen für Existenzen habe. Für Krankheiten wie Tularämie bestehe nur die Meldepflicht von Labors, die kranke Tiere auf den Tisch bekommen. Demnach wurden in Bayern heuer acht infizierte Hasen gemeldet.

Manche Hundebesitzer haben Bedenken, ob sie mit ihrem Vierbeiner noch in den Wald gehen sollen. "Das Leben ist nie ganz risikofrei", so Prechtl. Doch durch den einen infizierten Hasen habe sich "die Gefährungslage nicht grundlegend geändert". Es gebe keinen Grund, um auf einen Spaziergang zu verzichten. Wer auf einen toten Hasen stoße, sollte ihn nicht berühren, sondern untersuchen lassen. "Am besten den Jagdpächter informieren", rät Prechtl. Welche Gefährungsstufe Jagdberater Günther Hoffmann der Tularämie einräumt, zeigt sein Weihnachtsessen: "Ich schieße mir einen Hasen."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.