Nabburg
08.10.2018 - 14:48 Uhr

Den Bahnübergang ertüchtigen

Das Thema „Bahnübergang“ ist ein Dauerbrenner im Stadtrat Nabburg. Doch diesmal geht es um den Ortsteil Haindorf, der von den Gleisen durchschnitten wird. Ein Straßenbauvorhaben wird hier sehr „komfortabel“ ausfallen – ist aber unabdingbar.

Der Bahnübergang Haindorf teilt das Dorf in zwei Hälften. Nun plant die Deutsche Bahn einen Ausbau der schmalen Straße auf 6,35 Meter Breite – im Vorgriff auf die Elektrifizierung der Strecke. Bild: Portner
Der Bahnübergang Haindorf teilt das Dorf in zwei Hälften. Nun plant die Deutsche Bahn einen Ausbau der schmalen Straße auf 6,35 Meter Breite – im Vorgriff auf die Elektrifizierung der Strecke.

Die zwei Eisenbahngleise im Ortsteil Haindorf sind breiter als die Straße durch das Dorf. Doch das wird sich ändern. Denn der Bahnübergang soll an das aktuell gültige Regelwerk der Deutschen Bahn angepasst werden. Rolf Schulze von der DB-Netz AG „Großprojekte Südost“ stellte den Stadträten bei der jüngsten Sitzung die geplante Eisenbahn-Kreuzungsmaßnahme vor.

Dabei holte er weit aus und informierte über den Bahnausbau Nordostbayern mit Elektrifizierung Hof–Marktredwitz–Regensburg und der Lücke im Ostkorridor. Während die Strecke Hof–Marktredwitz seit 2013 in Betrieb ist, laufe heuer die Grundlagenermittlung für die Trasse Marktredwitz–Regensburg an. In den Bereich der Blockverdichtung bis Schwandorf fielen auch die Maßnahme in Haindorf sowie die Überplanung des Bahnhofs in Pfreimd (Näheres dazu am 31. Oktober in der dortigen Stadtratssitzung).

Ausbau für 2024 geplant

„Wir müssen am Bahnübergang Haindorf die technischen Anlagen für die Streckenertüchtigung anpassen“, betonte Schulze. Aber auch der Ausbau der Straße sei notwendig, nachdem diese weit weniger als eine Breite von 6,35 Meter aufweise. Diese Straßenbreite sei jedoch 27 Meter vor und hinter dem Übergang die Vorgabe – auch um einen ungehinderten Lkw-Gegenverkehr zu gewährleisten. Die Ausbaulänge soll 95 Meter betragen, wobei die Fahrbahn zweimal drei Meter breit sein wird, plus einem Randstreifen von 0,35 Meter. „Das ist schon komfortabel in der kleinen Ortslage. Doch wenn wir es nicht umsetzen, erhalten wir keine Genehmigung“, erklärte der Experte. Die technischen Einzelheiten würden mit der Verwaltung abgestimmt. Nachdem jetzt erst die Entwurfsplanung anlaufe, sei dafür noch genügend Zeit. Die Realisierung der Straßenbaumaßnahme ist je nach Mittelbereitstellung durch die Deutsche Bahn für 2024 vorgesehen und wird daher für den Haushalt der Stadt Nabburg erst in den Jahren 2025/26 relevant sein. Auf Nachfrage von Dritten Bürgermeister Kurt Koppmann bestätigte Rolf Schulze, dass die Art der Bahnschranke auch im Hinblick auf die Elektrifizierung nicht verändert werde. Zugzahlen für die Strecke lägen noch nicht vor.

Hans-Georg Dobler richtete den Blick auf die Wohnhäuser in Haindorf und damit auf eine Schallschutzwand. „Erst geht es um den Korridor insgesamt“, meinte der Vertreter der DB-Netz AG. Beim Planfeststellungsverfahren (läuft bis etwa 2022/23) könnten dann Kommune und Bürger Einfluss nehmen. Schallschutzmaßnahmen seien hier aber laut Vorgaben nicht vorgesehen.

Für die geplanten Maßnahmen werde eine Vereinbarung erstellt. Jeweils ein Drittel der Kosten tragen laut Schulze die Deutsche Bahn, der Straßenbaulastträger (Stadt Nabburg) und der Bund. „Nabburg erhält etwa 50 Prozent Förderung“, informierte Verwaltungsfachwirt Thomas Prey. Bernd Hofmann hakte zu den Zugzahlen nach: „Wann setzt uns die Bahn davon in Kenntnis?“ Rolf Schule: „Diese werden spätestens in der Öffentlichkeitsrunde genannt. Beim Planfeststellungsverfahren muss die Bahn genaue Zahlen angeben.“ Er sei aber heuer noch einmal im Rathaus in Nabburg und werde Wünsche und Sorgen aufnehmen. Das war das Stichwort für Bürgermeister Armin Schärtl, Mitglied im Koordinierungsrat für den Bahnausbau Hof–Regensburg: „Wir werden das Optimum herausholen.“ Denn Nabburg brauche eine Mega-Master-Lösung in Bezug auf Erschütterung der Altstadt, Lärm und Hochwasser. Sein Ziel: „Wir müssen von Anfang an alles transparent auf den Tisch legen.“ Zum Bahnübergang bei der Ledermühle meinte Schulze: „Das wird eine sehr schwierige Sache.“

Viele Unsicherheiten

Schärtl sprach noch kurz die Hochwasserproblematik in Haindorf an und Hans-Georg Dobler gab zu bedenken: „Alle zehn Minuten fährt ein Zug. Der Übergang wird so lange zu sein, wie offen.“ Zum Abschluss des Tagesordnungspunktes wandte sich Altbürgermeister Josef Fischer noch einmal an den Experten: „Wagen Sie eine Prognose, wann der erste elektrische Zug durch Nabburg fährt?“ „Darauf habe ich gewartet“, meinte Rolf Schulze mit einem Lächeln, „ich werde aber dazu nichts äußern, denn es gibt noch viele Unsicherheiten“.

 
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