13.06.2019 - 14:46 Uhr
NabburgOberpfalz

Wie ein Berserker in der Discothek

Mit einer Bierflasche hat ein 26-Jähriger andere Gäste verletzt. Vor Gericht erhält er nun die Quittung: 20 Monate Haft mit Bewährung.

Das Gericht muss sich mit einer Körperverletzung in einer Nabburger Discothek befassen.
von Autor HWOProfil

Der Mann steht nachts in einer Discothek, ist betrunken und gibt den starken Zampano. Was daraus resultiert, sind vier zum Teil schwer verletzte Gäste. Vom Richter hören die Prozessbeteiligten nun: "Fast schon ein Wunder, dass keine noch schlimmeren Folgen entstanden."

So sah die Zustandsbeschreibung aus, als das Schwandorfer Schöffengericht zur Beweisaufnahme schritt: Sommernacht im letzten Jahr, viele junge Leute in einer Nabburger Discothek. Aus Weiden ist ein 26-Jähriger gekommen, der sich regelrecht zusäuft. Zum Schluss hat er 2,1 Promille.

Der Mann greift sich eine Bierflasche und drischt sie einem anderen grundlos über den Kopf. Der Hieb hat, obwohl heftig, glücklicherweise keine allzu schweren Verletzungen zur Folge. Doch dann spitzt sich die Lage weiter zu. Der Angreifer fuchtelt mit dem abgebrochenen Flaschenhals herum und fügt drei anderen in der Nähe stehenden Gästen blutende Wunden zu.

Einer der Männer wird am Ohr getroffen, der zweite im Gesicht. Dem dritten Discogast wird am Unterarm eine Sehne durchtrennt. Außerdem ritzt das scharfzackige Glas die Arterie an. Gegen den volltrunkenen Schläger laufen danach umfangreiche Ermittlungen an. Parallel zum Urteil werden nun erhebliche Forderungen auf ihn zukommen. Unter anderem die Behandlungskosten.

Dass man ihn vorher "geschubst hat", glaubten die Richter dem 26-Jährigen nicht. Sie hatten aber bei ihrer Entscheidung zu berücksichtigen, dass beim Täter die Steuerungsfähigkeit wohl erheblich herabgesetzt war. Nur das führte letztlich dazu, dass der Weidener Bewährung erhielt.

Das Schöffengericht in Schwandorf verhängte 20 Monate Haft. Sie müssen allerdings nicht abgesessen werden, wenn sich der 26-Jährige in den nächsten vier Jahren straffrei verhält. Die gewährte Bewährung ging allerdings mit massiven Auflagen einher. Der Mann muss 120 unbezahlte Arbeitsstunden ableisten und darf keinerlei Alkohol mehr zu sich nehmen. Das will Richter Ewald Ebensperger durch Kontrollen überprüfen lassen. Außerdem hat er sich unverzüglich um eine längerfristige Entzugstherapie zu bemühen.

Im Vorfeld der Verhandlung hatte die Polizei den Angeklagten festgenommen und nach Schwandorf gebracht. Das geschah nicht grundlos. Denn als das Verfahren vor einiger Zeit schon einmal hätte stattfinden sollen, glänzte der Beschuldigte durch Abwesenheit. Daraufhin erließ Richter Ebensperger einen sogenannten Sitzungshaftbefehl gegen ihn.

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