Christian Schwab, der als Oberstudiendirektor die Abiturfeier am Freitag moderierte und mit seiner Ansprache den wichtigsten Akzent setzte, sprach von einem „persönlichen Friday for Future“ für die junge Leute, die als „leistungsstarker Jahrgang“ in Erinnerung bleiben würden. In Anspielung auf Klimaaktivistin Greta Thunberg bezeichnete Schwab die Abiturienten als „Generation Greta“ und nahm sie in Schutz vor Kritikern, die die „Freitagsdemos“ populistisch schlechtreden wollen; er rief in diesem Zusammenhang den wichtigen Widerstand gegen die WAA ins Gedächtnis. Sein Fazit: „Wenn junge Menschen öffentlich als verantwortungsvolle, politisch denkende Menschen agieren, ist das gut.“
Johanna Baumann, die dem Elternbeirat vorstand und mit der Zeugnisübergabe an ihre Tochter aus dem Amt schied, legte den Schwerpunkt ihrer Rede auf das Thema Gleichberechtigung. Sie erinnerte an die positive Entwicklung der vergangenen 100 Jahre, seit die Frauen das Wahlrecht erhielten, und forderte die Absolventinnen auf, die in diesem Abiturjahrgang die Mehrzahl darstellen, „trauen Sie sich in die vermeintliche Welt der Männer, nutzen Sie die Chancen, die sich Ihnen heutzutage bieten“.
Jakob Scharf erinnerte als Vertreter des Landrats launig an seine Abschlussrede vor 50 Jahren als Schülersprecher, der im Geist der 68er-Bewegung „viele kritische Sätze sagte, so dass einige Lehrer demonstrativ die Aula verlassen haben“. Diese Gefahr bestand bei den aktuellen Schülersprechern Miriam Schindler und Eric Reisner nicht: Sie erinnerten an die Freuden des Schullebens und dankten Eltern und Lehrern. Die kritischen Worte formulierte diesmal Schulleiter Schwab. Er befand, das deutsche Abitur sei „in einem hohen Maße ungerecht“, das Bildungssystem „alles andere als optimal“.
Bürgermeister Armin Schärtl tröstete alle jene, die nicht mit Spitzennoten glänzen können, indem er auf sich selbst verwies: „Im Abitur war ich gutes Mittelmaß.“
Auch Stefan Schropp sparte in seiner Ansprache als Oberstufenkoordinator nicht mit gut gemeinten Ratschlägen, trug diese aber in heiterem Tonfall vor, der zur Zeugnisverleihung überleitete. Vorher gab es noch das Bob-Dylan-Stück „Don’t think twice“ zu hören, das ein Gitarrentrio aus Lehrern intonierte – Christian Schwab, Christian Huber und Stefan Schindler.
Letzterer war auch mit seiner schulischen Bigband für die Musik bei der Veranstaltung zuständig. Besonderen Beifall gab es für Sängerin und Abiturientin Luisa Baumann, der Tochter der Elternbeiratsvorsitzenden.
Als Abiturienten mit besonderen Leistungen wurden die vier Abiturbesten Leonie Saller (Notendurchschnitt von 1,0), Ines Rückl, Carolin Sax und Nele Wild (jeweils 1,1) ausgezeichnet, sowie die Schülersprecherinnen Emilia Ries und Miriam Schindler; eine Ehrung als Schulsanitäterin erhielt Johanna Weiß.
Für besondere Leistungen in einzelnen Fächern wurden ausgezeichnet: Markus Fleischmann (Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, sowie „Abiturpreis Mathematik“ der Deutschen Mathematikervereinigung); Simon Amann (Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft); Johannes Oberberger (Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker für das beste Chemie-Abitur; sowie „Abiturientenpreis Chemie“ der Firma Nabu-Oberflächentechnik); Lukas Schiegl (Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker, sowie Goldene Ehrennadel des Deutschen Altphilologenverbandes); Maximilian Frint (Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker); Emilia Ries (Preis des Vereins für Sozialpolitik und der Joachim-Herz-Stiftung).














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.