31.08.2018 - 16:09 Uhr
NabburgOberpfalz

Bildung unter neuem Dach

Die neuen Förderrichtlinien legen klar fest: Wer im Jahr keine 30 000 Doppelstunden an Kursen erreicht, bekommt keinen Zuschuss mehr. Diese Neuerung stellte viele Volkshochschulen vor ein Problem. Nun scheint sich eine Lösung abzuzeichnen.

Die Volkshochschulen im Landkreis organisieren sich größtenteils neu. Für die Kunden ändert sich aber nichts.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Unter dem Dach des Vereins "Volkshochschulen im Landkreis Schwandorf" waren bislang die Erwachsenenbildungseinrichtungen Nabburg, Oberviechtach/Schönsee, Neunburg vorm Wald und Nittenau/Bruck zusammengeschlossen. Hinzu kamen die Volkshochschule in Schwandorf unter kommunaler Regie sowie die Volkshochschulen (VHS) im Städtedreieck, die im gleichnamigen Verein zusammengeschlossen sind.

Nun änderte der Landes-Volkshochschulverband seine Richtlinien - "eine willkürliche Festsetzung", wie der Vorsitzende des Vereins der Volkshochschule im Altlandkreis Nabburg, Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl, bemängelt. Gefördert werden künftig nur noch Volkshochschulen, die mindestens 30 000 Teilnehmer-Doppelstunden anbieten können. Wer weniger erreicht, dem wird der Zuschuss-Hahn abgedreht. Dazu zählt auch der Verein im nördlichen Landkreis: Er erreicht die 30 000-Stunden-Vorgabe bei weitem nicht. Laut Schärtl sind es etwa 25 000 Doppelstunden. Das stellte die Volkshochschulen natürlich vor ein großes finanzielles Problem, ein Fortbestand in der bisherigen Form war schwierig.

Lösung in Sicht

Nun scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Dazu müsste der Verein "Volkshochschulen im Landkreis Schwandorf" aufgelöst werden. Die vier Volkshochschulen könnten dann via Zweckvereinbarung mit der VHS im Städtedreieck künftig quasi ein Fünferbündnis schließen. Alle fünf Bildungsträger blieben in diesem Modell eigenständig und würden lediglich per Vereinbarung zusammenarbeiten. Schärtl gab auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bekannt, dass der Nabburger Stadtrat darüber bereits in nichtöffentlicher Sitzung beraten und sich für den Abschluss einer Zweckvereinbarung ausgesprochen habe.

Diese Alternative würde die Vorgaben des Landes-Volkshochschulverbandes erfüllen, eine finanzielle Förderung wäre also weiterhin möglich. Mit dieser Zweckvereinbarung würde es künftig ein gemeinsames Programm sowie einen gemeinsamen Internetauftritt der fünf Volkshochschulen geben. Außerdem würden die statistische Erfassung, die Abrechnung und das geforderte Qualitätsmanagement von einer einzustellenden Teilzeitkraft gebündelt erledigt. Hinzu kommen die Personalkosten für die Leitung der Volkshochschulen vor Ort. Im Nabburger Fall müsste diese laut Schärtl der Nabburger VHS-Verein selber bestreiten. Das würde dazu führen, dass die Umlage für die Gemeinden deutlich steigen und künftig bei 1,50 Euro pro Einwohner liegen würde.

Während die übrigen Vertreter des bisherigen "Vierer-Bundes" laut Schärtl bereits ebenfalls ihre Zustimmung zu der geplanten Zweckvereinbarung signalisiert hätten, sind nun die kommunalen Gremien an der Reihe: Die Stadt-, Markt- und Gemeinderäte müssten darüber abstimmen, ob sie beim neuen Modell ebenfalls im Boot sind. "Ich hoffe, dass die Gemeinden bis Ende des Jahres mittun", betonte Schärtl und erinnerte daran: "Erwachsenenbildung ist eine kommunale Pflichtaufgabe". Die neue Struktur könnte dann zum Jahreswechsel vollzogen werden.

Für Martina Grim, Geschäftsführerin der VHS Nabburg, ist der nun ins Visier gefasste Weg "wahrscheinlich die beste Lösung". Eine komplette Eigenständigkeit der Nabburger Einrichtung wäre für die beiden Mitarbeiterinnen auch wegen der hohen Auflagen nicht machbar gewesen. Mit dem Fünfer-Verbund blieben die Angebote vor Ort erhalten, und die Teilnehmer müssten keine weiten Wege - beispielsweise nach Schwandorf - in Kauf nehmen. "Das ist nur ein organisatorischer Zusammenschluss, der bei den Kunden nicht bemerkbar wird", unterstrich Grim. Auch sie hofft, dass die Gemeinden des Altlandkreises bald die entsprechenden Beschlüsse fassen und das Modell befürworten. Nachdem es sich bei der Erwachsenenbildung um eine Pflichtaufgabe handelt, müssten sich die einzelnen Kommunen - wenn sie nicht zum Nabburger VHS-Verein wollen - andernorts anschließen, oder selber eine Einrichtung eröffnen.

Schwandorf nicht betroffen

Nicht betroffen von den geänderten Förderrichtlinien ist die Volkshochschule in Schwandorf. Wie deren Leiter Franz-Xaver Huber in einem Telefonat darlegt, erreicht die Bildungseinrichtung in der Kreisstadt die geforderte Mindestzahl von 30 000 Doppelstunden locker. "Für die Volkshochschule Schwandorf ändert sich aufgrund der Förderrichtlinien nichts, wir bleiben unabhängig", unterstreicht Huber.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp