Nabburg
27.12.2019 - 17:51 Uhr

BLLV legt Finger in die Wunde

Die Pressemitteilung zu Schuljahresbeginn durch den Kultusminister – vor jeder Klasse steht am ersten Schultag ein Lehrer – ist kaum verhallt, schon trifft der Lehrermangel Schulen massiv. Der BLLV schildert die Situation.

Die Personalratsvorsitzende im Schulamtsbereich Schwandorf, Maria Karg-Pirzer (links) und der Vorsitzende des Kreisverbandes Nabburg, Edgar Hanner (rechts), zeichneten Jubilare für langjährige Zugehörigkeit zum Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband aus (ab Zweite von links): Christel Denk (50 Jahre), Johann Kumeth (50), Maria Anna Wagner (50), Armin Schärtl (40), Angelika Schwarz (40) und Lothar Trager (40). Bild: ohr
Die Personalratsvorsitzende im Schulamtsbereich Schwandorf, Maria Karg-Pirzer (links) und der Vorsitzende des Kreisverbandes Nabburg, Edgar Hanner (rechts), zeichneten Jubilare für langjährige Zugehörigkeit zum Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband aus (ab Zweite von links): Christel Denk (50 Jahre), Johann Kumeth (50), Maria Anna Wagner (50), Armin Schärtl (40), Angelika Schwarz (40) und Lothar Trager (40).

"Die Schere zwischen Wunsch und Wirklichkeit geht immer weiter auf", konstatiert Personalratsvorsitzende im Bereich des Schulamtes Schwandorf, Maria Karg-Pirzer, bei der Jubilarehrung des Kreisverbands Nabburg.

Nach einem kurzen Rückblick durch Vorsitzenden Edgar Hanner brachte Maria Karg-Pirzer die Thematik auf den Punkt: "In der Bildung geht es dem Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband vor allem um Qualität." Die Lehrer wüssten, was Kinder brauchen: "Lust am Lernen, Eigentätigkeit, ganzheitliches Lernen nach dem Motto "Kopf, Herz und Hand". Das Aufgabenspektrum umfasse unter vielem anderen "fördern, differenzieren, soziale Prozesse begleiten, den Schwachen motivieren, dem Schüler mit Förderbedarf gerecht werden und hochbegabte Schüler mit Lernarrangements begleiten, dem nichtdeutschen Kind die deutsche Sprache passgenau näherbringen, das behinderte und traumatisierte Kind inkludieren".

Team Teaching gefragt

Diese Anforderungen könne keine einzelne Person bewältigen, so die Personalratsvorsitzende. Benötigt würden Team-Teaching ausgebildeter Lehrer, in der Konsequenz also multiprofessionelle Teams. Auch wenn ein Lehrer in der Klasse stehe, handele es sich um Lehrermangel. "Denn damit gelingt es nicht, Lernerfolg und Bildungsqualität zu sichern", lautet das Fazit der Pädagogin. Das Ergebnis einer bayernweiten BLLV-Umfrage zum Schuljahresbeginn 2019/2020 verdeutliche, dass die Lage vor Ort ernüchternd sei: "Der Pflichtunterricht ist sichergestellt." Individuelle Förderung, musische Stunden, Arbeitsgemeinschaften würden wegen fehlender Lehrer nicht mehr angeboten. Immer mehr Lehrkräfte ohne die Qualifikation für die jeweilige Schulart würden eingesetzt.

"Grausamkeiten verkünden"

Im Mittelpunkt aller Dialoge zwischen dem BLLV und dem Ministerium, so Karg-Pirzer, stehe der Lehrermangel. Einschnitte werde es geben - und "der Minister muss die Grausamkeiten verkünden". Der BLLV lege den Finger in die Wunde und werde nicht müde zu betonen: Auch in Zeiten des Lehrermangels hat Bildungsqualität Vorrang. Der BLLV fordert attraktive Arbeitsbedingungen für Lehrer und optimale Lernbedingungen für Schüler sowie die Umsetzung des Modells der flexiblen Lehrerbildung und als Eingangsbesoldung A 13." Die Lehrer nähmen die Herausforderung der Digitalisierung.an. Aber der Staat müsse in Aus- und Fortbildung investieren. Die Pädagogen müssten nicht nur Wissen im Umgang mit diesen neuen Medien vermitteln, sondern auch Orientierung geben.

Die Geehrten:

Jahrzehnte beim BLLV

Für langjährige Zugehörigkeit zum Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband wurden Johanna Gietl (25 Jahre), 40 Jahre: Lothar Trager, Armin Schärtl und Angelika Schwarz (40 Jahre) und Maria Anna Wagner, Gabriele Seidel, Johann Kumeth, Christel Denk und Konrad Gietl (50 Jahre) ausgezeichnet.

 
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