05.12.2018 - 11:16 Uhr
NabburgOberpfalz

Bücher-Matinee mit Neuerscheinungen

Die Buchhändlerin Gisela Westiner stellte Reinhard Westiner als Vorleser und Lisa Wilhelm als Vorleserin von Auszügen aus empfehlenswerten neuen Büchern vor.

Reinhard und Gisela Westiner stellten in der gleichnamigen Buchhandlung bei einer Matinee empfehlenswerte Lektüre vor.
von Reinhold TietzProfil

Das Lesen eines längeren Textes vermittelt nicht nur eine Vergrößerung des Wortschatzes, sondern auch geistige Agilität, um wenigstens zwei Vorteile zu nennen, meinte Frau Westiner. Dann stellt sie selbst das erste Buch des Abends vor: „Ich komme mit“ von Angelika Waldis bringt als Ausgangspunkt vor, dass die beiden Lebenspartner eigentlich meinen, sie hätten genug am Leben teilgenommen. Dann stellen sie aber fest, es geht unaufhörlich weiter. Neben dem Vertrauten gibt es immer wieder auch Neues, das die bislang gültigen Vorstellungen erweitert oder neu prägt. Ein interessanter Inhalt, berührend dargestellt, meinte die Kennerin der Handlung. Als nächstes Buch stellte sie „Die Unsterblichen“ von Chloe Benjamin vor. Eine Wahrsagerin meint, den Leuten deren genaues Datum des Todes vorhersagen zu können. Sie vermittelt diese „Erkenntnisse“ einer Familie, die von diesem „Wissen“ sehr beeinflusst wird. Als Leser erfährt man dann, wie solches Wissen das tägliche Leben umdeutet. Es wird klar, dass das Leben anders ablaufen würde, wenn man seinen Endpunkt wüsste. Vor allem die Beurteilung von richtigem und falschem Handeln ist viel tiefgründiger. Als dritten Titel benannte Gisela Westiner „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen, eine Lebensgeschichte von zwei Menschen, die im Dorf groß geworden sind. Das spezielle Bewusstsein „das Dorf weiß alles“ steht der dauernden Veränderung der Dorfkultur entgegen, wie sie heute stattfindet. Lisa Wilhelm setzt die Buchvorstellung fort. Zuerst benennt sie zwei Kinderbücher mit farbenreichen Illustrationen: „Tschiep“ von Martin Baltscheit und „Zwei für mich, einer für dich“ von Jörg Mühle, die beide die Vorstellungswelt von Kindern in großen Ausmaßen beeindrucken können. Auch die nächsten Bücher für Jugendliche, nämlich „Komm bald wieder“ von Andreas Greve und Lena Winkel sowie „Der Flaschenpostfinder“ von Michelle Cuevas und Erin E. Stead zeigen interessante Bilder inmitten von ebenso mitreißenden Geschehnissen. Schließlich stellte Lisa Wilhelm noch „Das letzte Schaf“ von Ulrich Hub, passend für die Weihnachtszeit, und „Giraffe und dann ab ins Bett“ von David Großmann, passend für jeden Abend als Gute-Nacht-Buch zum Vorlesen vor dem Einschlafen vor. Nach der Lesung – nicht während derselben – ginge das Einschlafen leichter vonstatten, meinte die lebhaft Vorlesende. Dann kam Reinhard Westiner zum Zuge. Zunächst stellte er ein Buch von Hasnan Kazim vor. In „Post von Karlheinz“ sind Leserbriefe aufgenommen und deren Antworten vorgeführt. Dass sich darin enorme Stimmungswallungen auftun, macht den einen Reiz des Buches aus. Dass dabei Probleme unserer Zeit verschieden beurteilt werden, kann das eigene Denken anregen, meint der Vortragende. Andreas Eschbach bringt in seinem Buch „NSA“ die Problematik der modernen Techniken zum Ausdruck, wenn sie die Sicherheit des Einzelnen beeinträchtigen. Mithören und Mitlesen kann zu überraschenden wie unangenehmen Einsichten verleiten. Von Timur Vermes stammt das Buch „Die Hungrigen und die Satten“, in dem die Probleme der Migration deutlich und beeindruckend behandelt werden. Mehr ein Frauenbuch erschien Reinhard Westiner das Buch „Junger Mann“ von Wolf Haas, das er als letztes vorstellte. In ihm werden Verhaltensweisen von Männern vorgeführt, die damit Frauen beeindrucken könnten. Aber auch das Gegenteil wird im Buch angedeutet.

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