Nabburg
09.05.2021 - 14:16 Uhr

"Wann darf ich endlich wieder in die Schule?": Eltern demonstrieren für Präsenzunterricht

Sie wollen einen indizenzunabhängigen Präsenzunterricht: Am Muttertagswochenende demonstrieren Eltern und Kinder in Nabburg für Schulöffungen und schließen sich so der bayernweiten Aktion an. Auch Kommunalpolitiker zeigen sich solidarisch.

Luna, Jana und Emma (von links) freuen sich auf die Rückkehr in die Kita und die Schule. Sie vermissen den Kontakt zu ihren Freundinnen. Bild: Hirsch
Luna, Jana und Emma (von links) freuen sich auf die Rückkehr in die Kita und die Schule. Sie vermissen den Kontakt zu ihren Freundinnen.

Am Muttertags-Wochenende gingen Eltern in mehreren bayerischen Städten auf die Straße und stellten auf öffentlichen Plätzen Stühle auf. Kuscheltiere, Schultaschen und Spielzeug symbolisierten die Kinder, die seit Monaten zu Hause bleiben müssen. Auch Nabburger Eltern beteiligten sich an der Aktion und protestierten. Wer weitere Schäden von den Kindern abwenden möchte, müsse die Schulen und Kindergärten jetzt öffnen, sind sich die meisten Eltern der Nabburger Grundschulkinder einig. Sie fordern die Politiker auf, „im Sinne der Kinder und Familien zu handeln“.

„Wann darf ich endlich wieder in die Schule?“ fragt Emma. Die Nabburger Grundschülerin möchte nicht mehr länger alleine zu Hause lernen, sondern gemeinsam mit ihren Freundinnen in der Schule. Und auch die vierjährigen Zwillingsschwestern Luna und Jana vermissen die sozialen Kontakte und freuen sich auf die Rückkehr in den Kindergarten. Nun machen sich immer mehr Eltern hierfür stark. Auch in Nabburg. Auf dem Parkplatz der Raiffeisenbank organisierte der Elternbeirat der Grundschule die Aktion „Mein Herzenswunsch zum Muttertag“.

Motivation "auf dem Nullpunkt"

Vorsitzende Monika Bäuml forderte „einen inzidenzunabhängigen Präsenzunterricht an den Schulen und eine Öffnung der Kindergärten“. Sie machte deutlich: „Die Familien arbeiten am Limit, es macht sich immer mehr Resignation breit." Die Motivation für Homeschooling sei „auf den Nullpunkt“ gesunken. Bäuml befürchtet gerade bei den Kleinsten bleibende Bildungsschäden, „denn die Eltern können den Lehrer und die Mitschüler nicht ersetzen“.

Vorstandsmitglied Petra Beer-Dausch nimmt die Lehrkräfte ausdrücklich in Schutz: „Sie sind hochmotiviert und versuchen, den Online-Unterricht am Laufen zu halten." Doch auf Dauer sei „das Zuhause sitzen“ keine Lösung. Die Eltern distanzierten sich klar von den Corona-Leugnern und Querdenkern. Monika Bäuml vermisse aber eine Perspektive, wie sie sagt. Sie forderte die Regierung auf, „die längst entwickelten Hygienekonzepte“ endlich umzusetzen. „Kinder brauchen Kinder“, weiß die Mutter eines Zweitklässlers. Die Schule sei nicht nur eine Stätte der Bildung, sondern auch ein Ort der Begegnung und der sozialen Interaktion.

OnetzPlus
Schwandorf21.04.2021

Unterstützung aus der Kommunalpolitik

Mit der „Stuhlaktion“ wollten die Eltern in Nabburg ihrer Forderung nach sofortiger Öffnung der Schulen und Kitas Nachdruck verleihen. „Unterricht zu Hause ist doof“, stand auf einem der Plakate, die die Kinder gestaltet hatten. Und: „Meine Bildung ist systemrelevant“. Die Eltern bekamen auch Unterstützung aus der Kommunalpolitik. Bürgermeister Frank Zeitler war mit mehreren Stadträten vor Ort und vertrat ebenfalls die Meinung: „Gerade die Grundschüler brauchen einen Präsenzunterricht“. Die Stadt werde ihren Beitrag zur Umsetzung eines kindgerechten Hygienekonzeptes leisten. Stellvertretender Landrat Jakob Scharf hat selbst drei Enkel und weiß, „wie sehr die augenblickliche Situation an den Nerven zehrt“.

 
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