23.02.2020 - 10:29 Uhr
NabburgOberpfalz

Exodus aus dem Land der Väter

Alle drei Minuten wird eine Christ getötet. Die größte Christenverfolgung aller Zeiten läuft im Nahen Osten: Exodus im Land der Väter, da wo das Christentum her kommt.

Mit einem kleinen Präsent dankte der Vorsitzende des Männervereins, Walter Elberskirch (rechts), dem Referenten Alexander Dewes (links.
von Sepp FerstlProfil

An die 80 interessierte Männer und Frauen waren der Einladung des Männervereins ins Jugendwerk gefolgt, um mehr über die Verfolgung von Christen zu erfahren. Referent Alexander Dewes, Diplom-Pädagoge der Katholischen Erwachsenen Bildung (KEB) aus Ponholz verstand es in seinem Vortrag beeindruckend, mit Bildern und Filmausschnitten das Thema am Beispiel der Länder Türkei, Ägypten und Syrien zu vergegenwärtigen.

Derzeit herrscht die größte Christenverfolgung aller Zeiten. Nach aktuellen Schätzungen sind in den 50 Ländern mit der stärksten Christenverfolgung rund 260 Millionen Christen einem hohen bis extremen Maß an Verfolgung ausgesetzt, weil sie sich zu Jesus Christus bekennen. Es ist kaum vorstellbar, dass aktuell etwa alle drei Minuten wird ein Christ getötet wird. 2019 wurden fast 3000 Christen wegen ihres Glaubens ermordet, über 9500 Kirchen teils gewaltsam geschlossen und viele wurden auch total zerstört.

In den vergangenen Jahren wird zunehmend beobachtet, dass sich die Verfolgung von Christen von staatlicher Seite immer mehr auf die private Ebene der Familien, der Nachbarn und der Dorfgemeinschaften verlagert hat. Für die Opfer macht es keinen Unterschied. In diesen Fällen kommt dazu, dass ein christenfeindlich eingestellter Staat regelmäßig nicht eingreift, weder mit polizeilichen oder militärischen Mitteln, wozu er allerdings völkerrechtlich verpflichtet wäre.

Christenverfolgung wird in erster Line durch den fanatischen Islam betrieben. Es werden Kirchenbauten verboten, Christen wie Bürger 2. Klasse behandelt und Berufsverbote ausgesprochen. Schikanen und Demütigungen sind an der Tagesordnung. Die Hetze gegen Kopten in Ägypten, die Flucht und Vertreibung aus Syrien ist unvorstellbar. In viele Flüchtlingslager haben westliche Hilfsorganisationen keinen Zutritt, Versklavung der Jesiden, Zerstörung von Kulturdenkmälern. Die Christen werden verfolgt, weil sie den Westen repräsentieren, weil sie als Verbündete des Wesens gesehen werden

In der Diskussion wurde die Frage gestellt: Wie kümmert sich Rom um das Problem? Dazu Referent Dewes: Der Vatikan, allen voran Papst Franziskus, sei sehr bemüht das Leid der betroffenen Mitchristen zu lindern, die Verfolgung einzudämmen oder gar aufzuhalten. Es gibt vielschichtige Verhandlungen hinter verschlossenen Türen, um die zahlreichen Bemühungen - und wenn es oftmals auch nur kleine Schritte sind - nicht zu gefährden. Dabei gilt es viele Befindlichkeiten und schier unzählige Interessen zu berücksichtigen, wenn am Ende ein Erfolg stehen soll. Marktschreierische Politik wäre hier zu keinesfalls zielführend.

Wer mehr erfahren möchte, wie Christen weltweit verfolgt werden, findet Informationen auf www.opendoors.de bei der gemeinnützigen Organisation Open Doors Deutschland mit Sitz in Kelkheim am Taunus. Im Dienst der verfolgten Christen berichtet, dokumentiert und hilft der Verein weltweit.

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