Unter dem Motto „Neu aufgerollt“ erwartet die Besucher im Feilandmuseum Neusath ein vielfältiges Jahresprogramm zum Mitmachen und Staunen. Am Samstag öffnete das Museum bei einer Feier seine Tore für die Saison 2026.
Museumsleiter Tobias Hammerl freute sich über den Besuch der geladenen Gäste im Ausstellungsgebäude. „Neu aufgerollt“ lautet das Jahresmotto, welches sich mit der Herstellung von historischen Wanddekorationen befasst. Zu diesem Thema hieß der Museumsleiter einen Gast aus Bamberg willkommen, der sich auch mit Rollen befasst, allerdings eher im musikalischen Sinne. Spieluhrkomponist Franz Tröger faszinierte das Publikum mit seiner „Walzenspieluhr“ und fütterte sie mit gestanzten Streifen. Die Lochkarten lassen die von ihm komponierten Lieder durch Drehen an der kleinen Kurbel erklingen.
Farbe ins Leben
Bezirkstagspräsident Franz Löffler kam sogleich auf die Ausstellung zu sprechen, welche in zweierlei Hinsicht sehr spannend ist. „Früher waren die Musterwalzen sehr verbreitet, und viele Stuben und Wohnzimmer wurden mit einer schier unendlichen Formenvielfalt damit ausgemalt. Auch ich“, fügte er lächelnd bei, „kann mich noch daran erinnern.“ Er fragte sich und seine Zuhörer: „Was für ein Bild haben wir von der Vergangenheit im Kopf?“ Er höre oft: Sie sei grau und braun gewesen. „Aber auch früher wollten die Menschen Farbe in ihrem Leben haben.“ Grundsätzlich entstehe in den Köpfen eher ein Spiegelbild unserer Weltansicht. Wenn man sich so umsehe, stelle man fest, dass die Farben Grau, Schwarz oder Weiß dominierten. Gerade wenn die ganze Welt als Krise erscheine, wären seiner Überzeugung nach ein wenig mehr Farbe und Optimismus notwendig. Zumindest im Freilandmuseum Oberpfalz werde es 2026 wieder ziemlich bunt zugehen, sagte er mit Verein auf die geplanten Angebote, Veranstaltungen, Workshops, Ferienprogramme und Führungen.
Viele Projekte seien 2025 und auch schon 2026 zum Abschluss gebracht worden. Dazu führte Löffler auf: Bezug eines neuen Rinderstalls, Installation der beiden Groß-PV-Anlagen und die Brandschutzertüchtigung des Wirtshauses Unterbürg. Die Planungen für die energetische Sanierung der Eingangsgebäude und die Errichtung des neuen Großobjektedepots seien ebenso abgeschlossen. Eine neue Küche werde in Betrieb genommen und im Stadel in Perschen gehe der Einbau des Lastenaufzuges zum Stüberl voran.
„So wichtig auch bauliche und infrastrukturelle Entwicklungen für das Museum sind, so müssen wir aber auch die inhaltliche Entwicklung vorantreiben“, betonte er. Dazu gehörten Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung, sich intensiv der Baukultur zu widmen, die Alltagskultur und Kompetenz in den Fokus zu nehmen und das kulturelle Erbe von 90 Prozent der Bevölkerung zu bewahren.
Musterwalzen bis November
Tobias Ott (Hof) erklärte den Hintergrund der Sonderausstellung „Neu aufgerollt“ und seine Leidenschaft für die künstlerischen, von Hand ausgeführten Exponate anhand von Muster- und Strukturwalzen. Die Ausstellung mit Stücken seiner Sammlung können die Museumsbesucher bis zum 8. November sehen.
Auch das Programm hat das Museum sozusagen neu aufgerollt. Denn beliebte Traditionsveranstaltungen wie der Kartoffeltag oder der Frühjahrsmarkt werden wie gewohnt stattfinden, gleichzeitig gibt es auch Neuerungen: Beispielsweise wird der Tag der Oberpfälzer Volksmusik vom Sommer in den Frühling verlegt und der Tag der alten Haustierrassen bekommt einen völlig neuen Anstrich. Neue Veranstaltungen bringen neue Aspekte auf das Gelände – etwa der Tag der Kulinarik in der Oberpfalz oder der Thementag "Wiese, Wald und Wildnis – Kulturlandschaften in der Oberpfalz" .














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.