Der Aktionstag im Freilandmuseum Oberpfalz bot ein vielseitiges Programm aus Vorträgen, Vorführungen, Mitmachaktionen und vielen Informationen zu historischen Bauweisen und vermittelte Eindrücke rund ums zukunftsfähige Bauen. Die Besucher erfuhren Wissenswertes über historische Bautechniken und bekamen ausführliche Informationen über regionale Baustoffe. Außerdem konnten sie sich über die Aus- und Weiterbildung im Handwerk informieren. Der besondere Fokus lag dabei auf Nachhaltigkeit, ökologischem Bauen und zukunftsfähigem Wohnen.
Der zentrale Ort des Baukulturtages war der Lernhof Köstlerwenzel, in dem sich verschiedene Vorträge mit dem Thema „Bauen gestern, heute und morgen“ auseinandersetzten. Den Einstieg übernahm Professor Max Otto Zitzelsberger, der als verantwortlicher Architekt für den Lernhof zuständig ist. Dabei zeigte er die enge Verbindung von Alt und Neu bei der Auswahl der Baumaterialien und der angewandten Technik.
Altes und neues Wisssen
Sehr deutlich kam auch die enge Verbindung der Studierenden der OTH Regensburg zum Projekt zur Sprache, die auch in anderer Form mit dem Amt für Ländliche Entwicklung besteht. Mit dem neuen vernakulären Bauen setzte sich Architekt Julius Schönberger auseinander. Dies ist die Verbindung von jahrhundertealtem regionalem Bauwissen mit moderner ökologischer Technik. Zuletzt gab Stefan Karel Odstrčil einen Einblick in den Egerländer Fachwerkstil.
Die eher theoretischen Fachvorträge wurden durch praktische Vorführungen im Freilandareal des Museums ergänzt. Dabei nahmen die natürlichen Baustoffe Holz und Lehm einen breiten Raum bei den Vorführungen ein. In der Präsentation zeigte sich, dass die Tanne als natürlicher Baustoff wieder mehr an Bedeutung gewinnt. Die Tanne ist klimaresistenter als die Fichte und für den Waldumbau unverzichtbar, wie der Fachmann ausführte. „Holz ist ein gesunder und moderner Werkstoff, der in allen Anwendungsformen technologisch und biologisch punktet“, führte der Fachmann aus.
Lehm gut fürs Mikroklima
Ähnlich verhält es sich auch mit dem Lehm. Der Lehmputz kann vor allem ein gesundes Mikroklima schaffen und die Luftfeuchtigkeit regulieren. Die Museumshandwerker zeigten in praktischen Vorführungen, wie Lehmausfachungen zu bewerkstelligen sind oder wie Lehmziegel einfach hergestellt werden können. Eine Lehmwand muss natürlich auch anders getüncht werden.
Moderne Farben würden die Funktionalität eines Lehmputzes zunichte machen. Dafür brauche es natürliche Farben, welche den Lehmputz nicht versiegeln. Deren Herstellung zeigte Astrid Mendes. Weiter erläuterte die Fachfrau historische Kalktechniken wie historische Mörtel, Kalkspatzenputz, Kalkfassungen und die Freskotechnik. Aber auch den modernen Baumaterialien wie dem Porton-Ziegel wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt.
Nicht zuletzt zeigten die Museumshandwerker die verschiedensten Dacheindeckungen. Der Baukulturtag war nicht nur für Architekten und Handwerker interessant, auch Bauherren konnten viele nachhaltige Lösungen in Erfahrung bringen. Natürliche und lokale Baustoffe wurden ressourcenschonend eingesetzt, um im Einklang mit dem Klima und der Baukultur der Region gesunde, kreislaufgerechte Gebäude zu schaffen.

















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