06.12.2019 - 17:45 Uhr
NabburgOberpfalz

Aus für Naabtalplan in Perschen

Die Pläne für den Hochwasserschutz im Nabburger Stadtteil Perschen sind vom Tisch. In der Stadtratssitzung stellte Andreas Ettl vom Wasserwirtschaftsamt alle möglichen Varianten vor - und alle sind viel zu teuer.

Im Moment ist er ein kleines Bächlein, der Kurmhofbach. Doch wenn die Naab (Hintergrund) Hochwasser hat, tritt auch er über die Ufer. Auch Haindorf (Hintergrund) wäre von einem Hochwasser betroffen.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Der erste große Tagesordnungpunkt bei der Stadtratssitzung kam einer Hiobsbotschaft gleich: Der Stadtteil Perschen wird nicht mehr länger im Naabtalplan zum Hochwasserschutz inbegriffen sein. Andreas Ettl, Abteilungsleiter Planung und Bau des Wasserwirtschaftsamts Weiden, erläuterte in einer Präsentation, warum der Freistaat Bayern so entschieden hat.

Keine Variante überzeugend

Er spielte mehrere Varianten durch zum Beispiel eine Hochwasserschutzwand am Ufer, die vier bis fünf Meter hoch sein müsste. Ein Deich komme nicht infrage, da der Platz zwischen Ufer und Häusern nicht ausreiche. Die zweite Variante wäre der Abbruch der Bestandsterrassen, um so mehr Platz zu schaffen, doch hier stehen die Eigentumsrechte im Weg. Dritte Möglichkeit: Ein Schöpfwerk an der Mündung mit dem Kurmhofbach installieren. Davon riet Ettl allerdings ab, da nirgends genug Platz für die Gerätschaften sei und sie außerdem eine intensive Wartung benötigen würden. Eine Umlegung des Kurmhofbachs komme ebenfalls nicht infrage da dies einen Geländeeinschnitt von 20 Metern erfordern würde.

Das Naabufer an der Mündung des Kurmhofbachs zwischen dem Bauernmuseum und dem Bauern Hösl.

Baukosten höher als Schaden

Zusammengefasst: Wie man es dreht, die Kosten übersteigen laut Freistaat Bayern den Nutzen. Nur für Perschen würden fünf bis sechs Millionen Euro fällig werden. Ein Hundertjährliches Hochwasser hingegen "koste" etwa 700 000 Euro. Das Schadenspotenzial sei nach Ansicht der Entscheider also geringer als die Baukosten. Die "Betroffenheit ist lediglich geringfügig", hieß es in der Präsentation.

Aus dem Stadtratsgremium kamen zahlreiche Einwände. Vor allem die Frage, was mit Haindorf passiere, war plötzlich Thema. "Wir können die Haindorfer doch nicht absaufen lassen", meldete sich Bürgermeister Armin Schärtl zu Wort.

Alle waren sich einig, dass das letzte Wort zum Thema Hochwasserschutz noch nicht gesprochen worden sei. Immerhin gäbe es ja auch Hochwasser abgesehen von Jahrhundertfluten, deren Schaden eingedämmt werden müsse. Über Haindorf solle also nochmal diskutiert werden, wenn Ettl die Zahlen parat habe. Über den Hochwasserschutz in Nabburg wird dann im Frühjahr informiert.

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